´Islam – Geschichte und Gegenwart´ in Bad Düben

Mit der Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit mit der Türkei war zur 3. Veranstaltung zum Thema Islam wieder eine neue Situation entstanden. Die Einschätzung von Dr. Steinmann fiel ganz klar aus – Ministerpräsident Erdogan ist auf dem Weg, seinen eigenen islamischen Staat zu errichten. Zu groß sind die Menschenrechtsverletzungen in seinem Land, vor allem gegenüber der kurdischen Minderheit. Und Dr. Steinmann warnt davor, mit dieser Regierung zusammen zu arbeiten und ihr weitere Zugeständnisse zu machen, nur um Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU zurück zu halten. Die ärmsten der Armen bleiben dabei ganz auf der Strecke. Wer ein bisschen Geld hat, lässt sich von Schleusern – egal auf welchem Weg – von dort wegbringen.

Florian Schmidt konnte vor der bedingungslosen Gastfreundschaft selbst unter einfachsten Lebensverhältnissen berichten. In insgesamt gut einem Jahr Aufenthalt in islamisch – religiösen Ländern wie Marokko, Mauretanien, Türkei, Iran hat er keine negativen Erfahrungen gemacht. Vielleicht lag es an seinem bescheidenen Auftreten. Viele Kontaktpersonen waren nach seinem Weg, seiner Familie, seinem Leben interessiert und öffneten sich selbst.

Die Frage danach, warum auf den Fotos fast nur Männer zu sehen sind, war damit zu erklären, dass er ausschließlich von Männern angesprochen und eingeladen wurde. Sie leitete aber auch zu dem Diskussionspunkt der Rolle der Frauen im Allgemeinen im Islam über .

Je nach Land, Kultur, und ob Großstadt oder ländlicher Raum geben sich diese unterschiedlich selbstbewusst und unabhängig. Und Männer begegnen Ihnen grundsätzlich ebenso respektvoll, wie es Frauen in Europa von den hiesigen erwarten.

Und es gibt hier wie dort Gewohnheiten, Traditionen und Übergriffe, die die Rolle der Frauen klar in Abhängigkeit der Männer halten sollen und auch bei uns erst seit 50 Jahren im Wandel sind.

Wenn wir den Flüchtlingen vorleben, dass ein respektvoller Umgang auch auf Augenhöhe und mit der Maßgabe der Gleichberechtigung und der gegenseitigen Achtung möglich ist, dann können wir Ihnen viel für eine zukünftige Demokratie in ihrem Land mitgeben.

Das ist einer der wichtigsten Aspekte der Integration – zu zeigen, wie Demokratie überhaupt funktioniert, im Großen wie im Kleinen – und dass sie in einer freiheitlichen Grundordnung funktionieren kann. Auch wenn Sachsen gerade auf eine harte Probe gestellt wird.