Vielleicht können sich die Manager der DHL in Leipzig nicht mehr an ihre gesprochenen Worte erinnern, die Anwohner am Flughafen Leipzig-Halle allerdings schon. Vor einigen Jahren versprach der Geschäftsführer der DHL-eigenen Fluggesellschaft EAT, Herr Otto, gegenüber der Fluglärmkommission, den Stadträten von Leipzig und Schkeuditz und den Anwohnern, dass bis spätestens Ende 2015 keine alten und extrem lauten Propellermaschinen vom Typ AN-12 und AN-26 mehr für die DHL fliegen werden. Doch im Januar 2016 fliegen noch immer Maschinen dieses Typs den Flughafen im Auftrag der DHL an. So z.B. am 27. Januar 2016 zwei AN26 (z.B. Start 5:43 Uhr, Landung 23:53 Uhr) und eine AN12.

Zur feierlichen Grundsteinlegung des Erweiterungsbaus der DHL in Schkeuditz vor 2 Jahren haben die verantwortlichen Manager der DHL versprochen, dass es mit Inbetriebnahme der Erweiterung keine zusätzlichen Flüge geben wird, noch im Oktober bestätigte dies deren Sprecher Wohsmann. Die Erweiterung wird nur eine effektivere Nutzung der vorhandenen Flugzeuge möglich machen, hieß es sinngemäß. Die Realität verzeichnete jedoch nach Inbetriebnahme der Erweiterung im Dezember 2016 einen Anstieg der Zahl der Starts und Landungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17% auf bis zu 140 in einer Nacht.

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Schkeuditzer Stadtrat, Oliver Gossel, und der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Leipziger Stadtrat, Daniel von der Heide, fordern deshalb DHL
auf, die übermässige Lärmbelastung endlich zu begrenzen und unverzüglich ihre gemachten Versprechungen einzuhalten: „Die Gesundheit und das Wohlergehen der Anwohner der umliegenden Orte kann nicht weiter für das
Gewinnstreben von DHL geopfert werden.“ erklärt Gossel. „Wir erwarten einen sofortigen Stopp der Anflüge der Propellermaschinen des Typs AN12 und AN26 am Flughafen und keine Erhöhung der Starts und Landungen in der
Nachtzeit.“
Von der Heide ergänzt: „Wenn Selbstverpflichtungen nicht greifen und die DHL ihre Versprechungen nicht einhält, müssen die Geschäftsführung des Flughafens und seine Gesellschafter endlich dafür sorgen, dass zumindest die lautesten Flugzeuge buchstäblich aus dem Verkehr gezogen werden. Zum Beispiel durch Einführung der Bonusliste, wie es der Leipziger Stadtrat schon seit 2010 fordert.“