BluehstreifenBlühfeldbegehung an Leipzigs Stadtrand –
Forschungsprojekt PIK (produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen)

Es ging um die Erfahrungen mit Blühstreifen und andere extensive, naturschutzfachlich wertvolle Flächennutzungen, die perspektivisch als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen und Versiegelungen von Landwirtschaftsflächen und möglichen Zerstörungen von Naturräumen dienen sollen. Werden bislang Landwirtschaftsflächen für Kompensationsmaßnahmen in Anspruch genommen, so werden sie etwa für Baumpflanzungen oder zur Anlage bestimmter Biotope dauerhaft der Landwirtschaft entzogen. Bei PIK werden dagegen Flächen naturschutzfachlich aufgewertet, bleiben ihrem Status nach aber Landwirtschaftsflächen.

Besichtigt wurde der Modellversuch auf Flächen der Saat-Gut Plaußig Voges KG am Rande der Stadt Leipzig im Landkreis Nordsachsen. Betreut wird das Forschungsprojekt PIK (produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen), welches auch in anderen Bundesländern untersucht wird, in Sachsen von Florian Etterer von der TU Dresden. Herr Etterer stand zusammen mit Catharina Voges von der Saat-Gut Plaußig Voges KG dankenswerterweise ca. 25 Interessierten Rede und Antwort. Das Projekt läuft im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der Partheaue (www.stadtpartheland.de).

Der Betrieb hat in den vergangenen Jahren aufgrund von Bauvorhaben Dritter 1000 ha mit der Versiegelung und in Verbindung mit naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen etwa 150 h Flächen guter Böden der Leipziger Tieflandsbucht verloren. Diese Größenordnungen sind für einen Landwirtschaftsbetrieb tatsächlich schon existenziell.

Eine Kleine Anfrage  vom Einladenden Wolfram Günther, MdL für die sächsischen Grünen, ergab, dass zwischen den Jahren 2000 bis 2013 in Sachsen netto 23.000 ha Landwirtschaftsflächen verloren gingen, davon allerdings nur 1.100 ha für Ausgleichsmaßnahmen im Interesse der Natur. Der Großteil des Flächenverlustes geht auf direkte Überbauung für Gebäude und vor allem auch für Verkehrsflächen sowie den Braunkohlebergbau zurück. Das sind Zahlen die ganz klar gegen eine Kampagne sprechen, die die Wiedernutzung von Ackerflächen für die Natur zum Sündenbock macht.

Eigentlich ist es makaber- wir überbauen und versiegeln in der Nähe der Entwicklungsmotoren unserer Wirtschaft oft die besten Böden, so auch bei Magdeburg.  Und im Osten sind es oft nicht einmal Produktionsstandorte, sondern reine Logistikstandorte, die kaum Arbeitsplätze und Steuern für die Kommunen bringen.

Blühstreifen sind ebenso eine mögliche Variante des Greeenigs, dass in der neuen Förderperiode der EU von den Landwirten gefordert wird. Der Unterschied – hier sind die Flächen 1 Jahr an einem Standort, im Falle von Ausgleichsflächen sollen sie etwa bis zu 20 oder 30 Jahre in der Region routieren. Doch das ist noch Zukunftsmusik, denn im Augenblick ist die Erprobung auf 5 Jahre ausgelegt. Hier ist eine genaue Abgrenzung der Erfassung von Greeningamßnahmen, von naturschutzrechtlichen Maßnahmen und der Ausgleichsmaßnahmen für Flächeninanspruchsmaßnahmen notwendig.
Die Flächen sind schön bunt, mit Sonnenblumen und Malven, Borretsch und Kamille. Selbst im Spätherbst eine Insektenweide. Eine Maus huscht über den Boden, ein Fasan verlässt diesen Schutz. Der Blühstreifen ist also angenommen. Um den Wert dieser Naturschutzflächen wirklich auszuschöpfen, muss er über den Winter so stehen bleiben, war die Meinung der Natuschützer aus den Reihen der Besucher. Eine wichtige Erkenntnis für den Projektleiter, Herrn Etterer. Frau Voges als Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft schob in Gedanken die Machbarkeit hin und her, überlegte, was arbeitstechnologisch für sie sinnvoller wäre. Denn um den Blühstreifen als solchen zu erhalten, scheint es notwendig, diesen abzumulchen, das Mulchgut idealerweise abzufahren und in einer Biogasanlage mit zu nutzen und dann die Fläche aufzulockern. Denn das, was dort wuchs, waren alles 1-jährige Blühpflanzen – die in einem dichten, mehrjährigen Bestand keine Chance zum Neuwuchs haben. An dieser Stelle wäre auch zu überlegen, den Anteil an einheimischen Pflanzen zu erhöhen, die speziellen Tier-u. Insektengruppen als Nahrung dienen.

Aber genau das sind die Forschungsergebnisse, die gebraucht werden – wie kann eine langjährige Blühstreifenfolge erreicht werden, welcher Aufwand ist nötig, wie ordnet sich dieser in den Betriebsablauf ein?  Und natürlich – welche anderen Tiere und Pflanzen profitieren davon? Im Forschungsprojekt wurden erst einmal Vögel und Schmetterlinge untersucht, die Insektenwelt wäre mindestens genauso wichtig.  Auch der touristische Wert solcher Anlagen ist ein Untersuchungsfeld – wobei dort natürlich die Saatgutmischungen schon etwas fürs Auge sein müssen.

Die Naturschützer aus den Reihen der Besucher gaben auch Hinweise zu den Lerchenfenstern, die natürlich nicht mehr zu sehen waren, da das Getreide längst abgeerntet ist. Fraßfeinde der Bodenbrüter würden von dieser Art der Artenförderung durchaus mit profitieren – was aber, bis auf den Fuchs, nicht unbedingt negativ zu bewerten ist.

Außerdem wurde die spezielle Förderung einzelner Arten diskutiert – denn in der Gesamtbetrachtung mag das zwar für diese hilfreich sein, aber viele andere Tier-u. Insektengruppen sind ebenfalls immer seltener anzutreffen.  Es fehlt an der Erhaltung der Lebensräume in vernetzten Strukturen, der Wiedergewinnung von Bereichen, die für die Landwirtschaft nicht so effizient sind, wie Splitterflächen, Randstreifen, Vernässungsbereiche u.a.

Doch zuallererst muss der Focus darauf gelegt werden, Fördermittel im Bereich der Wirtschaftsförderung an eine Nutzung von bereits versiegelten Flächen zu legen, um den Neubau auf der ´Grünen Wiese´- sprich wertvollem Ackerland, zu stoppen. Denn der wertvolle, fruchtbare Mutterboden, der dabei zerstört wird, lässt sich nicht einfach herstellen – es wird eine Dauer von 10.000 Jahren geschätzt, für die Neubildung von fruchtbaren, an Humus- u. Bodenleben reichem Boden notwendig sind.

 GRÜNE-Fraktion unterstützt deren Ringen um kostendeckende Preise für Milch, Fleisch und Eier
Agrarpolitiker Wolfram Günther,  Abgeordneter mit Büro im Lk Nordsachsen
Dresden. In einem Brief an die Landtagsabgeordneten hat die Geschäftsführerin des Regionalbauernverbandes Torgau und Delitzsch, Christine Richter auf die dramatisch gesunkenen Erzeugerpreise für Milch, Schweinefleisch und Eier hingewiesen. Die Kosten der Landwirte werden im Moment lediglich zu zwei Dritteln gedeckt. Gründe des Preisverfalls sieht der Bauernverband in der schwächelnden Konjunktur in Asien, dem Russlandembargo sowie der Einkaufs- und Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels.
Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion unterstützt die sächsischen Landwirte: „In keinem Land Europas sind Lebensmittel so wenig wert wie in Deutschland. Es kann nicht sein, dass bspw. der Liter Milch bei Aldi, Lidl, REWE & Co für 51 Cent verramscht wird und Milch damit billiger ist als Mineralwasser!“
Der Agrarpolitiker betont, dass auch die sächsische Agrarpolitik der vergangenen Jahre ein Grund für die derzeitige Misere ist: „Die Staatsregierung wurde nicht müde, die Landwirte aufzufordern, sich ‚fit‘ für den globalen Markt zu machen. Doch einseitige Exportorientierung und ein Wettkampf gegen Erzeuger aus Lateinamerika oder Asien, wo Lebensmittel viel billiger und mit deutlich niedrigeren Standards produziert werden, ist zum Scheitern verurteilt. Vorschläge wie erst am Wochenende von Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU), der die Bauern auffordert, ihre Produkte mittels Hofläden selbst zu vermarkten, stehen bei uns seit langem im Forderungskatalog. Wenn man sie aber nicht mit Konzepten untersetzt, werden auch in Sachsen Landwirte aufgeben müssen.“
„Sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Gesichtspunkten ist es dringend geboten, auf Klasse statt auf Masse zu setzen. Dazu muss die Staatsregierung ihre Förderpolitik endlich überdenken. Statt Betriebserweiterung und industrielle Tierhaltung großzügig zu subventionieren, müssen alternative und regionale Vertriebswege gefördert werden. Gleichzeitig fordere ich die Staatsregierung auf, sich in Gremien der Europäischen Union mit aller Kraft gegen die weitere Deregulierung des Marktes und die dadurch stetig steigende Menge erzeugter Lebensmittel einzusetzen. Damit wird der Preisverfall nur weiter beschleunigt.“
„Das durch den schwächelnden Absatz in Asien und Russland entstandene Überangebot nutzt der Handel gnadenlos, um die Preise zu drücken. Deshalb unterstütze ich die Forderung des Bauernverbandes nach einem Lebensmittelgipfel, um Massnahmen gegen den ruinösen Preiskampf des Einzelhandels zu vereinbaren.“
…. und lag 2014 bei nur noch 21,2 Prozent.
Wolfram Günther MdL für Bündnis 90 / Die Grünen: Fast 500 Hektar Waldfläche gingen seit 2008 verloren
 
Dresden. In Sachsen soll der Waldanteil auf 30 Prozent an der Landesfläche anwachsen. Diese Zielstellung wurde bereits im Jahr 2003 im Landesentwicklungsplan beschlossenen.
 
„Doch der Freistaat kommt diesem Ziel nur im Schneckentempo näher. In den letzten vier Jahren ist der Zuwachs sogar zum Stehen gekommen. Im Landkreis Nordsachen hat sich die Waldfläche in den letzten Jahren sogar verringert“, darauf weist Wolfram Günther, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hin.
Er hat aktuelle Antworten von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf seine Kleine Anfrage ausgewertet.
 
„Im ohnehin waldarmen Landkreis Nordsachsen sank der Waldanteil von 21,5 Prozent im Jahr 2008 auf nur noch 21,2 Prozent im Jahr 2014. Damit gingen im Landkreis Nordsachsen fast 500 Hektar Waldfläche in den letzten Jahren verloren. Ende 2014 waren im Landkreis genau 43.075 Hektar mit Wald bedeck“, so Günther.
 
„Seit mittlerweile vier Jahren stagniert die Erhöhung des sächsischen Waldanteils und liegt unverändert bei 28,4 Prozent. Trotz schrumpfender Bevölkerungszahl werden in Sachsen mehrere Hektar Fläche täglich neu versiegelt. Jede neue Straße, jedes neue Gewerbegebiet, jedes neue Einfamilienhausgebiet, jede Erweiterung von Braunkohletagebauen frisst Fläche – ein großer Teil davon ist Wald. Wir GRÜNEN wollen den fortschreitenden Verbrauch von Flächen für neue Bebauung von vornherein begrenzen. Aus unsere Sicht muss der Flächenneuverbrauch bis 2020 auf nahe Null verringert werden.“
 
„Neuversiegelungen sollten nur noch genehmigt werden, wenn jeweils eine gleich große Fläche in gleichartiger Umgebung entsiegelt wird“, fordert der Abgeordnete.
 
 
>> Antwort von Umweltminister Thomas Schmidt auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfram Günther (GRÜNE) ‚Entwicklung des Waldanteils in Sachsen seit 2005‘ (Drs 6/2083)
Hintergrund:
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In den letzten zehn Jahren gab es im gesamten Freistaat nur ganze 0,6 Prozent Waldwachstum. Während Sachsen im Jahr 2005 27,8 Prozent Waldanteil aufwies, waren es 2011 28,4 Prozent. Die Angaben entstammen der Antwort des Umweltministers auf eine aktuelle Kleine Anfrage von Wolfram Günther (‚Entwicklung des Waldanteils in Sachsen seit 2005‘ (Drs 6/2083)).
 
Ohne zusätzliche Anstrengungen beim Waldumbau ist der sächsische Wald dem Klimawandel nicht gewachsen. Auf der Hälfte der rund 200.000 Hektar Wald in Landesbesitz wachsen Fichten in Monokultur außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes. Sie sind deshalb besonders anfällig gegen Trockenheit und Schädlingsbefall. Schon jetzt treffen Stürme und Borkenkäferbefall besonders die Fichtenmonokulturen.“
„Ziel muss es sein, dass konsequent die Fichtenbestände, die ohne menschliche Eingriffe bestandsbildend erst ab 800 Höhenmetern vorkommen würden, durch größere Anteile von Laubbäumen ersetzen.
 
Gerade angesichts der Unwägbarkeiten des Klimawandels muss die gesamte standörtlich mögliche Palette heimischer Baumarten genutzt werden – auch wenn dies waldbaulich anspruchsvoll ist und mehr qualifiziertes Forstpersonal erfordert, als nach den Einsparungswellen der letzten Jahre noch zur Verfügung steht.
 
Die sächsischen Staatswälder sollen endlich nach den internationalen Kriterien für verantwortungsvolle Waldwirtschaft des Forest Stewardship Council (FSC) bewirtschaftet werden. Nach den anspruchsvollen ökologischen und sozialen Qualitätsstandards wurde bisher allerdings erst ein Prozent der sächsischen Waldfläche zertifiziert. Das sind ca. 5.000 Hektar. Zum Vergleich: Die Hälfte des Staatswaldes im Bundesland Rheinland-Pfalz – immerhin 110.000 Hektar – ist bereits nach dem Standard des FSC zertifiziert.“
Sachsen zählt damit zu den waldärmeren Ländern der Bundesrepublik. Unter den deutschen Flächenländern haben Rheinland-Pfalz mit 42 und Hessen mit 40 Prozent den höchsten Waldanteil.
 
Der Privatwald nimmt ca. 45 Prozent und der Wald in Landesbesitz ca. 38,6 Prozent der Waldfläche Sachsens ein. Acht Prozent des Waldes befinden sich im Eigentum kommunaler Körperschaften, sechs Prozent gehören dem Bund und zwei Prozent sind im Kirchenbesitz.
 
FSC (Forest Stewardship Council) ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die das erste System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft schuf, betreibt und weiterentwickelt.
Aktuell befinden sich die Landeswälder von Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen im Zertifizierungsprozess. Die Wälder der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Berlin sowie zahlreiche Gemeinde- und Privatwälder sind bereits nach den Standards des FSC zertifiziert.
Leitbild der angestrebten Wirtschaftswälder beim FSC-Siegel sind naturnahe Waldökosysteme, die sich bezüglich Baumartenzusammensetzung, Vorrat, Dynamik und Struktur den natürlichen Waldgesellschaften annähern.
 
FSC-Standards:

 

 

Einladung für Mitglieder und Freunde der Grünen.

Wir möchten in der Gaststätte Fährhaus Gruna mit Euch, Euren Partner oder Freunden einen gemütlichen Abend verbringen und mit einem kleinen Sektempfang unseren Landratskandidaten Peter noch einmal herzlich DANKE für seinen Einsatz sagen. Wenn es am Schluss auch doch einen CDU-Landrat gibt, hat Peter schon einen Sehr großen Anteil daran, dass es mit 51,7 % doch für die CDU schon sehr eng wurde. Nach einem gemeinsamen Abendbrot a` la carte, für das wir leider die Kosten nicht übernehmen können, werden wir Zeit für einen Gedankenaustausch haben.

grunaAb 21 Uhr laden wir Euch ein mit der Fähre über die Mulde zusetzen und im Schlosspark Hohenprießnitz mit Rolf Schulze vom Nabu auf Fledermaustour zu gehen. Für 22 Uhr ist die Rückfahrt über die Mulde geplant.

fledermaus

Wir freuen uns auf einen ermunternden und erlebnisreichen Sommerabend mit Euch.

Bitte meldet Eure Teilnahme für unseren Sommerabend bis zum 11.7. bei mir unter barbara.scheller@outlook.de oder 03436452317.

 

Im Namen des Kreisvorstandes grüßt Euch herzlich

 

 

Eure Barbara Scheller

– mit Landratskandidat Peter Hettlich und der Wolfs-u. und Biberbeauftragten Janine Meißner

Dazu Petra Würdig, Tierschützerin und Mitglied bei Bündnis 90 / Die Grünen:

Zum Artikel vom 18.05.2015 in der LVZ

Naturschützer heulen auf: EU stellt besonderen Schutz für Wölfe in Frage

Mit welcher Berechtigung entscheidet der Mensch bei den Tieren über Leben und Tod? Der Wolf kam nicht aus dem Nichts, Wölfe sind in stetiger Bewegung. Hier in Sachsen sprechen wir von 12 Rudeln, ca. 120 Tieren, da ein Rudel aus zwei Elternteilen und dem Nachwuchs besteht.

Es wird und wurde vom Wolfs-Management sehr viel Aufklärungsarbeit bei den Landwirten geleistet.

Natürlich ist jeder, der Haustiere und sogenannte Nutztiere hat, für deren Schutz verantwortlich. Schafe, Ziegen und auch Rinder einfach anpflocken geht natürlich nicht und ist auch nur stundenweise erlaubt.

Eine Farce ist die Äußerung der Jägerstiftung Natur + Mensch, Geschäftsführer Marc Heinrichmann, unsere eng besiedelte Kulturlandschaft wäre schlichtweg nicht für das Nebeneinander von Mensch und Wolf geeignet. Dieses Zitat aus dem Mund eines Geschäftsführers, der Natur und Mensch vertritt, ist traurig.

Da wo der Wolf zu Hause ist, ist der Wald gesund, dass heißt der Jäger ist dort überflüssig. Ich will auf keinen Fall die Jäger angreifen oder schlecht reden. Es gibt unter den Jägern Menschen, die die Hege und Pflege so betreiben wie es das Jagdgesetz vorschreibt. Aber für einige ist der Wolf ein Konkurrent. Man sollte sich mit der Geschichte des Wolfes auseinandersetzen. Durch den Menschen wurde der Wolf fast ausgerottet. Er hat aber genauso seine Daseinsberechtigung in der Natur und für die Umwelt, wie alle anderen Lebewesen und der Mensch.

Der Artikel stellt den Wolf wieder als böses Lebewesen dar, vor allem der QR Code ist nicht im Sinn der Natur. Gegenbeispiele, Szenen aus den Schlachthäusern, was täglich geschieht und noch viel grausamer ist, zeigt man ja auch nicht.

Die Mär vom bösen Wolf wird dadurch wieder angeheizt.

Noch eine Bemerkung zum Schluss. Für den Wolf sind als dauerhafter Aufenthaltsort die Dübener Heide, die Dahlener Heide und der Wermsdorfer Forst zu laut, da herrscht einfach zu viel Betrieb.

Eine Veranstaltung ist zu diesem Thema am Donnerstag, den 4.06.2015 19.00 Uhr im Hotel National (im Spricher) Bad Düben.

Redner: Janina Meißner vom Naturparkhaus Biber – und Wolfsmanagment.

Petra Würdig Bündnis 90/ Die Grünen Nordsachsen in Zusammenarbeit mit Ursula Hackl

Der Obstbau hat in Sachsen eine sehr alte Tradition, ob mit den Klöstergärten, dem Borsdorfer Apfel oder lokalen Zentren wie um Sornzig, Borthen oder Rötha. Daraus entwickelten sich die heute leistungsfähigen Obstbaubetriebe wie z. B. die Obstland Dürrweitzschen  AG mit vielen, verschiedenartig strukturierten GmbH´s, viel Anlagevermögen für die Produktion und Lagerung und einer zentralen Vermarktungsstruktur für ganz Sachsen unter der Marke ´Sachsenobst´.  Thomas Arnold, Geschäftsführer der Sornziger Klosterobst GmbH gab diese Einführung bei einem kleinen Spaziergang in die blühende Landschaft – hier stimmt die Redewendung tatsächlich.  Neben ihm waren M. Erlecke, Vorstand und  W. Scheefe Prokurist  der Obstland Dürrweitzschen AG, G. Kalbitz, Vorsitzender des sächsischen  und Sachsen – Anhaltinischen Obstbauverbandes, Jan Kalbitz, Geschäftsführer der Bio –Obst GmbH Baderitz  und Bürger gekommen, um den Obstbau  zu erläutern und aktuelle  Probleme zu besprechen.

Es gibt große Unterschiede zur Landwirtschaft. Die Kulturen stehen bis zu 20 Jahre auf einer Fläche, d.h. Anbauentscheidungen werden für eine Generation getroffen, Landpachtverträge günstigstenfalls auch für diesen Zeitraum abgeschlossen, Lagerhaltung in entsprechenden Dimensionen ausgebaut usw. Auf dem ha Fläche arbeiten viel mehr Leute als in einer Agrargenossenschaft.  Die Arbeiten an den Kulturen und vor allem die Ernte sind von starken saisonalen Spitzenzeiten geprägt, die Erntearbeit an sich erfordert Ausdauer und ist bei Wind und Wetter unter freiem Himmel. Jahre mit hervorragenden Ernteergebnissen wechseln sich wetterbedingt mit Jahren ohne große Erntemengen ab.  Doch an all das sind die Obstbauern gewöhnt und können damit umgehen.

Da die Preise für Lebensmittel in Deutschland mit am niedrigsten von ganz Europa sind, hat sich eine Geringschätzung gegenüber den produzierten Lebensmitteln eingeschlichen. Billig ist Trumpf, Qualität, Geschmack und  Nährstoffgehalt sind zweitrangig. Das bekommen auch die Obstbauern zu spüren.   Regionalität ist durch die Hofläden der einzelnen GmbH´s gegeben, die vielleicht noch stärker in den Ballungszentren bekannt gemacht werden könnten.

Das auf 200 ha und damit der größten Anbaufläche in Deutschland  produzierte Bio-Obst wird in der betrieblichen Mosterei  hauptsächlich verarbeitet. Das Problem hier sei zum einen das die Käufer beim Einkauf trotzdem die bekannten Sorten vom Weltmarkt wie Jonagold oder sogar Pink Lady  haben wollen, obwohl es die RE-undPi -Sorten  mit Resistenzeigenschaften von sächsischen Züchtern gibt. Auch hier könnte die Politik hilfreich unterstützen.

Zum Zweiten ist  eine Teilumstellung im ökologischen Landbau nicht möglich, da ein Obstbaubetrieb aufgrund der spezifischen Gegebenheiten den Betrieb gar nicht auf einmal mit seiner ganzen Flächen umstellen kann. Hier sieht man für die Politik unbedingt Handlungsbedarf, um den Anteil an ökologisch produziertem Obst zu erhöhen.

Reine Erdbeerproduktionsbetriebe haben Probleme beim Greening. Auch Erdbeeren stehen 3 Jahre auf einer Fläche. Es müssen teure Ackerflächen dazu gepachtet und bearbeitet werden, um die EU – Vorgaben erfüllen zu können. Hier ist die Politik gefordert.

Gute Arbeit soll honoriert werden, so dass der Mindestlohn an sich gern gezahlt wird. Doch in Europa herrscht eine Überproduktion an Obst, Märkte aus Übersee drängen extra noch herein, z. B. Apfelsaftkonzentrat aus China. Um hier die heimische Stellung zu stärken, fehlt es an wissenschaftlicher Forschung  zur Entwicklung von  Vermarktungsstrategien ins Ausland, zu inhaltlichen Stoffen, von Sorten mit Lagerzeiten über den Sommer, um diese Lücke zu schließen.  Im Gegensatz dazu, so G. Kalbitz, , wird jede Schraube, die mit Fördermitteln vermitteln verwendet wurde, 3 mal kontrolliert. Er bezeichnet das als Vorverurteilung und alle Anwesenden nickten. Hier sollten Kapazitäten, z. B. für Forschung frei gesetzt werden. Damit war man auch bei der großen Politik – Tenor, nicht der Handel ist der Feind, sondern die Politik, die überall zu reglementierend eingreife.

Herr Franke, ein Obstbauer der alten Garde, warf die Problematik der Bodenfruchtbarkeit auf. Bei  den heutigen Produktionsstrukturen spiele die Erhaltung dieser gar keine Rolle und das ist eine Zeitbombe. Bodenbesitzer würden inzwischen lieber an Agrarunternehmen  verpachten, die bodenfruchtbarkeitserhaltende  Anbauweisen praktizieren. Das ist in ökologischen Betrieben gegeben.
Zum Abschluss empfahl sich die Obstlandregion noch touristisch mit einem kurzen Vortrag über die Geschichte des Kloster Sornzigs.  Es ist auch ein liebenswertes Stück  Sachsen!

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Am Samstag, dem 02.05.2015 wurden die Qualitäten der Stadt Oschatz bezüglich ihrer Radfreundlichkeit erkundet – vom Bahnhof in die Innenstadt und zu den Hauptverkehrsachsen nach Dresden, Leipzig und Wermsdorf.  Die Fachmänner Dr. Christoph Waack, Vorsitzender vom ADFC Leipzig und Stefan – Felix Winkler von der Rad AG Torgau konnten viele Hinweise geben, was gelungen und was verbesserungswürdig ist. Dazu hatten sich  der Landratskadidat für Linke/ Grüne Peter Hettlich, die OAZ mit Herrn Kunze, Herr Müller als radfahrender Bürger und Uta Schmidt als grüne Stadträtin gesellt.
Tenor – Höhen und Tiefen liegen oft eng beieinander ….. z. B.vom Bahnhof in die Innenstadt.

Der absolute Höhepunkt ist die verschließbare und trockene Unterstellmöglichkeit für Fahrräder am Bahnhof. So etwas sucht man sogar in Fahrrad´großstädten´.  Und sie könnte erweitert werden – es gibt ein Warteliste bei der Stadtverwaltung. Mit anderen Worten – auch in der Kleinstadt Oschatz ist der umweltfreundliche Trend zum Fahrrad angekommen.

Dann die Bahnhofstraße an sich: ein grundhafter Ausbau würde nicht nur Fahrradfahrer erfreuen. Es gibt zwar Alternativwege, aber Ortsfremde werden sie nicht finden. Auch jetzt schon wäre Platz für Fahrbahnmarkierungen, die Raum für Radfahrer schaffen. Und die Belegung der Straße als Kriterium für eine Genehmigung gibt es auf jeden Fall auch her.

Einbahnstraßen um das Zentrum könnten ab einer Fahrbahnbreite von 3,50 m für Fahrradfahrer in entgegengesetzer Richtung geöffnet werden. Laut Dr. Waack ist es ein Trugschluss, dass es zu mehr Unfällen kommt – der entgegenkommende Radfahrer wird gesehen und Paragraph 1 der StVO wirkt ….

Manchmal müssten nur kleine Schilder unter vorhandenen Verkehrsschildern angebracht werden, um eine Lücke für den Radverkehr zu schließen.

Doch genau dafür war man vor Ort unterwegs, um solche Kleinigkeiten in einer ersten Befahrung aufzudecken.  Und da sich der Oberbürgermeister, Herr Kretschmar  dankenswerterweise zwischen 2 Terminen die Zeit nahm, um Fragen zu diskutieren und Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit auszuloten, wird es sicher nächste Schritte geben. Aber dafür sind ja auch die Grünen im Stadtrat  – und ein Landratskadidat –  da.

Heute startet 18 Uhr eine Singaktion auf der Autobahnbrücke bei Mutzschen. Kreissprecherin Barbara Scheller in Mutzschen dabei sein. „Ich bin gespannt, ob wir es schaffen so laut zu singen“ dass man uns auf der Autobahn hören kann “ ,  sagt barbara Scheller schmunzelnd.  Es ist schon ärgerlich, dass nach der von der EU veranlassten Lärmkartierung, die Lärmquellen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit zwar bekannt sind, aber nichts zur Lärmbekämpfung passiert.a14

Wir Grünen laden ein , diese Aktion anläßlich des Tages des Lärms, die von den Anwohnern der Autobahn ausgeht zu unterstützen.

Am Mittwoch, den 29.4. rufen europaweit viele lokale Iniativen zu Aktionen am „Tag gegen Lärm“ auf. So auch in der „Lärmhauptstadt Mitteldeutschland“ Schkeuditz. Nicht nur der Flughafen Leipzig/Halle mit seiner Nachtflugerlaubnis, sondern auch die Autobahnen A9 und A14, die Bundesstraßen B6/B181/B186 und die Eisenbahnlinie Leipzig-Halle machen das Leben der Anwohner in Schkeuditz immer unerträglicher. Die IG Nachtflugverbot, ein Zusammenschluß vieler Akteure gegen den Hauptlärmverursacher Flughafen, unterstützt durch die Bürgerinitiative GEGENlärm aus Schkeuditz und grüner Kommunalpolitiker rufen zur Demonstration um 17 Uhr, Marktplatz in Schkeuditz auf! Kommt zahlreich und zeigt den Landespolitikern, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Nach einigen kurzen Redebeiträgen, u.a. von unserem Landratskandidaten Peter Hettlich, werden wir gemeinsam zur DHL, an die B6 und Bahnlinie laufen.

Stammtisch zu den Erfahrungen mit der sächsischen Demokratie am Beispiel Flughafenlärm

Eine Dutzend Unbeugsamer hatte den Weg zum Stammtisch in die Alte Börse in Schkeuditz gefunden. Sie alle konnten vom jahrelangen Kampf gegen die Behörden, gegen Politik- und Konzerninteressen im Bezug auf Fluglärm in und um Schkeuditz berichten.
Die große Masse der betroffenen Menschen hat leider den Kampf dagegen schon aufgegeben. Zu aufwendig die Anträge, die auszufüllen sind, um z. B. passive Lärmschutzmaßnahmen wie Schallschutzfenster zu bekommen. Dazu kommt die Vorgabe der einzubauenden Firma, die nach einer europaweit erfolgten Ausschreibung oft keine sächsische ist – obwohl sie mit sächsischen Steuermitteln bezahlt wird. Die Qualität der Fenster wird vom Flughafen vorgegeben. Selbst das Zimmer, in dem es eingebaut wird, legt das beauftragte Planungsbüro fest, meist nur ein Fenster pro Wohnhaus.
Richtig wütend werden die Anwohner, wenn der Verantwortliche der Mitteldeutschen Flughafengesellschaft AG sagt: „ Fluglärm ist nicht gesundheitsschädigend.“ Neueste DIN – Vorschriften werden ignoriert.
Obwohl beim Lärm die Lärmempfindungskurve exponentiell verläuft, wird bei Messungen ein Mittelwert gebildet, welcher dann als Grundlage für Schallschutzmaßnahmen dient. Damit wird ganz klar die höhere Gesundheitsgefährdung bei zunehmendem Lärm heraus´gemittelt´.
Die Liste ist unendlich fortsetzbar.
Es gibt eine ´Machtzentrale Flughafen´, die sich nicht für die Gesundheit der dort ansässigen sächsischen Bürger interessiert. Von Lebensqualität und sinkenden Grundstückswerten ganz zu schweigen.
In manchen, sehr eng begrenzten Gebieten, kommt noch Gestank von Kerosin dazu. Die Messgeräte für eine Schadstoffmessung wurden auf der Ostseite der Wohnbebauung aufgestellt – also hinter den Häusern. Man weiß inzwischen, dass der Bleigehalt der Luft über den Flughafengebieten viel höher ist.
An diesen vielen, fortsetzbaren Beispielen wird klar, dass der mündige Bürger müde wird, wenn um die selbstverständlichsten Rechte gekämpft werden muss, oder die Demokratie an sich anzweifelt.
Claudia Maicher, MdL für die Grünen in Sachsen, konnte einige Beispiele aus der eigenen Praxis benennen, wo demokratischen Spielregeln ausgehebelt werden. Doch die Grünen werden nicht müde, für echte Demokratie einzutreten – so z. B. bei den erneuten Anträgen zur Absenkung der Stimmenzahl für Bürgerbegehren oder auch, dass der Landtag mit einfacher 1/3 – Mehrheit Bürgerentscheide zu Themen beschließen kann.
Themen wie die abgeschaffte Baumschutzsatzung oder die vom jetzigen Landtag geplante Rentenregelung für Abgeordnete sorgen ebenso für Unverständnis. In welchem Verhältnis zum Wählervolk steht es, wenn Abgeordnete, die 17 Jahre im Parlament sind, danach abschlagsfrei mit 60 Jahren in Rente gehen können? Die Grünen fordern z. B. eine absolute Transparenz bei den Nebeneinkünften. Doch davon sind die aktuell regierenden Parteien noch weit entfernt.

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