Stunde der Wintervögel

Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion

Vom 6. bis 8. Januar geht die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ in die dreizehnte Runde: Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) rufen Naturfreund*innen auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Die Grünen Nordsachsen beteiligen sich an dieser Aktion.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

Sie haben bereits Vögel gezählt? Dann haben Sie folgende Möglichkeiten, ihre Beobachtungen bis zum 16. Januar 2023 bei uns einzureichen.

Nutzen sie die App „Vogelwelt“ oder das Onlineformular des NABU.

Vielen Dank

Barbara Scheller

Mitglied des NABU Sachsen

Wie jede der Tagungen der Sächsischen Interessengemeinschaft ökologischer Landbau e. V. (SIGÖL), die traditionell zwei Mal jährlich in Bad Düben stattfinden, strahlte auch diese 64. Veranstaltung über Sachsen hinaus und stellte neue Erkenntnisse für die praktische Anwendung in der ökologischen Landwirtschaft vor. Besonders die Erhaltung und Belebung des Bodens unter den zunehmenden Dürreperioden und Perioden mit sehr viel Niederschlag standen im Fokus der wissenschaftlichen Vorträge. Praxisnah brachten die Referenten die Themen der Landwirtschaft auf den Punkt.

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag „Förderung der Artenvielfalt im Öko-Landbau – Bericht aus der betrieblichen Praxis“.

Es macht schon einen Unterschied, ob es 20 oder 100 kg Insektenmasse pro Hektar Acker gibt. Die Insekten sind nicht nur Bestäuber der Kulturen, sie sind die Nahrungsgrundlage für viele Tiere. Insekten mögen Acker, die ganzjährig Nahrung bieten. Und das macht ein gespritztes Weizenfeld auf keinen Fall.
Die sich anschließenden Vorträge „Menge und Wirkung landwirtschaftlicher Pestizide in Bächen“, „Landschaftsvernetzung Agroforst für die Bedeutung des Klimas“, „Mikroplastik im Boden. Überall. Und jetzt?“ und „Landwirtschaft in dürren Zeiten – Bodenleben wiederherstellen“ behandelten ebenso die Probleme, die nicht nur die Ökolandwirte lösen müssen. Der Landwirt des 21. Jahrhunderts ist nicht nur Lebensmittelproduzent, sondern trägt auch die Verantwortung für unsere Umwelt mit. Die Teilnehmer der Veranstaltung machten nach jedem Vortrag intensiv von ihrem Fragerecht gebrauch. In den Pausen wurde in kleinen Gruppen das Gehörte weiter diskutiert und mit eigenen Erfahrungen
verglichen.
Die 120 Fortbildungsteilnehmer werden sicher in ihrem künftigen Arbeitsbereichen, in der Praxis auf dem Feld, in der Behörde oder in ihren Ehrenamt, auf Aspekte des Gehörten zurück greifen.

In seiner Abschlussrede fand Organisator Roland Einsiedel klare Worte an die Landwirte, die am Reformationstag 2022 in Torgau für billigen Stickstoff mit ihren Traktoren in den Torgauer Gassen lärmten.
Sein Fazit: “Es ist Zeit, sich von den alten Bewirtschaftungsmethoden zu verabschieden.”
Den Termin der nächsten, 65. SIGÖL- Tagung am 2.3.2023 im Heidespa Bad Düben kann ich allen Interessierten nur empfehlen.

 

Dieser Artikel erschien in der LVZ , OAZ und der  Torgauer Zeitung als Leserbrief.

Termin Montag 9. August   19 Uhr

Sie können an dem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teilnehmen.

Interessierte bitte die Zugangsdaten unter  barbara.scheller[at]outlook.de bestellen.

Tagesordnung

19 Uhr Vorstellung neue Mitglieder*innen im Kreisverband

19.10 Uhr Vorstellung Wahlkampfprogramm bis 26. September (Denis)

19.30 Uhr Thema Plakatierung und Flyerverteilung (Denis & Barbara)

20.00 Uhr  Thema Aufbau einer Klimainitiative in Torgau bzw. in ganz Nordsachsen  (Claudia)

 

Der Vorstand

 

Nistkästen
2021 – Es ist Zeit für Nistkästen!

“Zum Jahresende 2020 hatte meine Familie die Idee, Nistkästen in unserem Garten aufzustellen,” berichtet unser Bundestagsdirektkandidat Denis Korn.

“Natürlich sollten die Nistkästen nachhaltig und umweltbewusst gefertigt werden,” umreist Denis Korn seine Idee.
“Also ließ ich mich von den Fachleuten in meiner Casebau-Werkstatt in Naundorf beraten. Es stellte sich heraus, dass Mehrschichtholz robuster und langlebiger ist als Vollholz. Die ersten Prototypen fertigten wir vor Ort passgenau mit einer CNC-Fräse und versahen diese mit einer extra Öffnung für die Reinigung. Inzwischen können wir in der Naundorfer Werkstatt Nistkästen für Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Rotkehlchen und Spatzen anfertigen.” 

Aktion zum Vogelschutz

Mit dem Projekt #AKTIONNISTKASTEN möchte Denis Korn aktiv einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Gerade in Zeiten, in denen die ursprünglichen Lebensräume von Vögeln durch massive Eingriffe in die Natur zerstört werden, braucht es die Unterstützung von uns allen.

Jeder Einzelne kann den heimischen Vogelarten mit einem Nistkasten helfen und ihnen ein sicheres Zuhause geben. Das hat vielfältige Vorteile: Vögel können effektiv gegen Schädlinge im eigenen Garten vorgehen, das eigene Flurstück wird lebendiger, blüht auf und man kann das Nisten der Vögel sowie die ersten Flugversuche des Nachwuchses beobachten. Das bietet vor allem Familien mit Kindern die Gelegenheit, Natur hautnah vor der eigenen Haustür zu beobachten und kennenzulernen.

Infos zum Mitmachen und noch viel mehr:  #AKTIONNISTKASTEN

Einigung zum sächsischen Bildungsticket

und die gedämpften Töne des Landrates Emanuel

 

Dazu erklärt Barbara Scheller, Kreissprecherin der Bündnisgrünen in Nordsachsen:

„Wir sind froh, dass sich auch der Landkreis Nordsachsen mit dem Freistaat über die zukünftige Gestaltung des ÖPNV einigen konnte, und ab dem kommenden Schuljahr 2021/2022 ein Bildungsticket für maximal 15 EUR/ Monat zusätzlich angeboten werden soll.“

„Das ganzjährige und verbundweite Angebot für unsere sächsischen Schülerinnen und Schüler ist ein wunderbarer Erfolg für eine umweltfreundliche und kostengünstige Mobilität.“

„Wir brauchen aber auch eine flexible Gestaltung über die Verbundgrenzen hinaus.  Das gemachte Versprechen muss schnell eingelöst werden, so dass auch die Schülerinnen und Schüler von Oschatz nach Riesa unmittelbar davon profitieren können.“

„Nunmehr müssen wir den ÖPNV attraktiver und flexibler in der Taktung und Erreichbarkeit weiter gestalten. Dafür braucht es auch ein zukunftsweisendes Bild. Es braucht keine Warnung, kein herum fabulieren und alte Gräben aufreißen. Allen Beteiligten ist doch jetzt bewusst, dass es eine Möglichkeit ist, die Verbund- und Tarifgrenzen für ein sachsenweites attraktives ÖPNV-Angebot zu gestalten.

„Dem Landrat Emanuel sollte auch bewusst sein, dass der sächsische Koalitionsvertrag keine einsame Entscheidung von Einzelpersonen war. Wir Bündnisgrüne stehen auf Landes- und kommunaler Ebene zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV.“

 

Zahlen und Fakten zum Bildungsticket:

  • Das Ticket soll  höchstes 180 Euro pro Kalenderjahrahr, also 15 Euro pro Monat, kosten. Damit liegt der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt pro Kind und Tag unter einem Euro.
  • Aktuell kostet ein Schülerticket in Nordsachsen 65,10 Euro im Monat.
  • “Mit der damit einhergehenden Steigerung der Attraktivität des ÖPNV wird ein zentrales BÜNDNISGRÜNES Anliegen aus dem sächsischen Koalitionsvertrages  umgesetzt.” betont der Gerhard Liebscher, MdL (Grüne Fraktion Sachsen)

 

Klimakrise? Egal. Hauptsache Wassertourismus!

Leipzig. Nach der parlamentarischen Sommerpause bringt die Stadt Leipzig den Aufstellungsbeschluss für die Fortschreibung des so genannten wassertouristischen Nutzungskonzeptes (WTNK) in den Stadtrat ein – und hält damit trotz Klimakrise an jahrzehntealten Plänen fest. Die Leipziger GRÜNEN fordern erneut ein Moratorium der Maßnahmen des WTNK.

„Bereits im September 2018 haben wir von Bündnis 90/Die GRÜNEN Leipzig ein Moratorium des WTNK gefordert. Die Leipziger Gewässer befanden sich gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in einem unbefriedigenden bis schlechten Zustand, und wie man sieht, sind 2 weitere Dürrejahre nicht spurlos an den Gewässern vorübergegangen“, so Ulrike Böhm, Sprecherin der Leipziger BündnisGRÜNEN. Statt eines wassertouristischen Nutzungskonzeptes bedürfe es vielmehr eines Gewässerentwicklungsprogramms, wie von den Umweltverbänden gefordert.
Das WTNK geht auf die Jahre 2005 bis 2007 zurück, und trotz Klimakrise und zu erwartender – schon heute sichtbarer – rapide abnehmender Wassermengen in den Leipziger Gewässern lässt die Stadtverwaltung nicht von ihrem Ziel einer Intensivierung der touristischen Gewässernutzung ab.

„Und es geht auch um die Zukunft der gesamten Aue“ gibt Wiebke Engelsing, Sprecherin des GRÜNEN Arbeitskreises Umwelt- und Klimaschutz, zu bedenken. „Unsere Stadtratsfraktion hat bereits Ende des vergangenen Jahres ein gesamträumliches, integriertes Auenentwicklungskonzept in den Stadtrat eingebracht, um die Aue wieder in eine natürliche Dynamik der Gewässer einzubinden. Das Konzept wurde im Mai 2020 mit großer Mehrheit im Stadtrat beschlossen!“

Die in diesem Konzept angestrebten regelmäßigen Überschwemmungen würden vor allem auch dem aktuell massiv unter der Trockenheit leidenden Auwald zugutekommen. Bis Ende 2022 soll ein Plan erstellt werden, um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen.

„Die geplanten Maßnahmen des WTNK sind in diesem Zusammenhang das völlig falsche Signal. Wir fordern erneut ein sofortiges Moratorium für die Maßnahmen des WTNK. Die Klimakrise und der schlechte Zustand unserer Gewässer zwingen uns zum Umdenken. Die Klimakrise muss auch die Stadt Leipzig und den Grünen Ring zum Überdenken ihrer jahrzehntealten Planungen bringen. Die naturnahe Auenentwicklung, die Revitalisierung des Auwaldes und damit dessen Erhalt als Grüne Lunge Leipzigs sollte das absolute Primat über der Optimierung der touristischen Nutzung bereits stark belasteter und langsam austrocknender Fließgewässer haben“, fasst Wiebke Engelsing zusammen.

Trotzdem die Sonne lachte, fanden sich über 120 Besucher ein. Wenn Landwirte und andere Interessierte dieser Veranstaltung einen so hohen Stellenwert einräumen, dann hat das seine Gründe. Und noch diese Info vorab: der nächste Termin ist der 5.11.2020, u.a. zu dem Themen Mikroplastik im Boden und Auswirkungen von 5G auf den Boden.

Herr Einsiedel als Hauptorganisator nannte ein paar konkrete Zahlen zum Ökolandbau in Deutschland:   2019 wurde ein Umsatz von 11,2 Mrd. € im Biobereich erzielt, vor allem der Zuwachs über Discounter ist riesig. Wenn nun noch die Leistungen der Biobauern bzgl. der Gesunderhaltung unseres Ökosystems belohnt würden, wäre der Branche viel geholfen und noch mehr Landwirte würden einen Umstieg wagen. Auf jeden Fall ist es den Grünen gelungen, den Ökolandbau im Koalitionsvertrag Sachsens sehr stark zu verankern. Man darf auf die Effekte gespannt sein.

Wieder ließ Herr Einsiedel eine Vielzahl von renommierten Referenten zu verschiedensten Themen zu Wort kommen. Alle Präsentationen sind unter www.naturland.de  Reiter ´themenübergreifende Fachveranstaltungen´ in einigen Tagen einsehbar.

Am Anfang stand Herr Prof. Dr. Hülsbergen von der TU München, der zu den betrieblichen und überbetrieblichen Stoffkreisläufen referierte.
Um einen weiteren Verlust von Nährstoffen im Boden zu verhindern, müssen die Stoffkreisläufe unbedingt geschlossen werden.       Er untersuchte diese These anhand von Stickstoff und Phosphor und stellte mehrere Varianten von Stoffkreisläufen anhand von ganz konkreten Zahlen vor. Auch wurden neuere Tendenzen mit Gärresten aus Biogasanlagen untersucht.

Die ´ausgelagerten´ Nährstoffe aus den Großstädten müssen wieder zurück gewonnen werden, da sich dieser Trend immer mehr verstärkt. Im Moment ist das nur über Kompost und Klärwerke denkbar. Doch gerade hier liegt eine Quelle für Mikroplastik im Boden (Anmerkung d. Verf.)

Ebenso ist der Einfluss von bestimmten Pflanzen bzlg. ihrer Wurzelmasse und ihrer Fähigkeit zur  Nährstoffmobilisierung aus tieferen Bodenschichten mehr einzubeziehen.       Dazu wurden Klee-Grasgemische mit ganz bestimmten Pflanzenarten untersucht.

Prof. Dr. Hülsbergen benannte als wichtigste Grundlage eine entsprechende Betriebsstruktur, die die Rückführung von Nährstoffen sowie Bildung von Humus ermöglicht. Gerade im Ökolandbau ist eine ausgeglichene Nährstoffbilanz notwendig, was den Landwirten über Stalldunggaben bzw. entsprechende Fruchtfolgen gelingt.

Es gibt aber auch Entwicklungen web-basierter Nährstoffmanagementsysteme: das so genannte WebMan- System. Mit diesem Entscheidungsunterstützungssystem soll die Nährstoffbilanz dem Landwirt in seinem Betrieb tagaktuell zur Verfügung stehen. Herr Prof. Schmidtke vom Lehrstuhl für Ökologie an der HTWK in Dresden, ist hier federführend.

Es gibt dazu ein Netzwerk von Pilotbetrieben. Allerdings sind diese in den ostdeutschen Bundesländern sehr gering vertreten – in Sachsen 2 ökologisch und 2 konventionell wirtschaftende Betriebe, in Thüringen gar kein Betrieb, in ähnlich geringen Größenordnungen in allen anderen.

Geht man von einem fallenden Anteil von Humus und damit auch gebundenem Kohlenstoff im Boden aus, wird der Klimawandel noch verstärkt. Ökologisch wirtschaftende Betriebe haben hier auf jeden Fall eine ausgeglichenere Bilanz.

Zu Sachsen wusste Prof. Hülsenberger noch anzumerken, dass der Tierbesatz je ha sehr unterschiedlich verteilt ist und mitunter eine recht einseitige Fruchtfolge praktiziert wird.       Durch beides kann es zu Problemen mit der Phosphorversorgung kommen, was sich besonders bei der Umstellung auf Ökolandbau auswirken könnte.

Dr. habil. H. Spieß von der Landbauschule Dotterfeldhof stellte verschiedene Versuche seiner Einrichtung vor. Er zeigte z. B. Strategien des Biolandbaus zum Klimawandel auf. Allererstes Ziel muss es sein, klimaneutral zu wirtschaften. Dazu zählen einmal die Humusbildung im Boden einschließlich des Anbaus von Humusbildung begünstigenden Pflanzen. Er riet, das Naturgesetz der ´Vielfalt´ zu kopieren, welches zu einer Stabilität, zu Gesundheit und Resilienz insgesamt führt.

Außerdem sprach er über den Einfluss von Kali und Kompost und verschiedenen Zuführungsvarianten. Immer wirkten sich Kompostgaben positiv auf den Humusgehalt im Boden und damit auch auf die Nährstoffverfügbarkeit insgesamt aus.

Weitere Versuche in dem Landgut drehen sich um spezielle Wiesensaatmischungen mit Kräutern für mehr Tiergesundheit. Die Kräuter werden in extra Reihen ausgesät, damit sie nicht im Gras-Kleegemisch untergehen.

In der Landbauschule werden Sorten gesammelt und als geeignete Liniensorten erhalten. Vor 150 Jahren waren Sorten maximal Populationen, heute versammelt man 300 verschiedene Genotypen von Winterweizen in der Einrichtung und kann diese gezielt zu bestimmten Aspekten untersuchen – allen voran im Moment zu Trockenheitsresistenz. Gentechnik kann das nicht mit dem Austausch eines Gens erreichen, da diese Eigenschaft auf viele Gene verteilt ist. Insofern sind diese Bestrebungen zielführender.

Eine hoffungsvolle Initiative von Bioherstellern und Biomärkten, das ´Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft´ stellten Kati Partzsch und Malte Reupert, Geschäftsführer Biomare Leipzig, vor.
Es geht u.a. darum, Forschungslücken zu füllen, zu informieren und ins Gespräch mit anderen Landwirten sowie allen, die an der Landwirtschaft beteiligt sind, zu kommen und auch den Druck für eine pestizidfreie Landwirtschaft auf die Politik zu erhöhen, indem man diese über die Forschungsergebnisse gezielt informiert.

Verschiedene Studien konnten schon beweisen – die Ackergifte sind präsenter als wir wahr haben wollen.

Die Studie Urinale konnte stichprobenartig Glyphosat m Urin verschiedensten Alters-u. Bevölkerungsgruppen nachweisen. Die Baumrindenstudie 2019 wies ebenso Glyphosat nach, obwohl dies nach wiss. Meinung gar nicht über Luft verfrachtet werden könne. Insgesamt fanden die Forscher bei letzterer Studie 106 Substanzen in unterschiedlichen Kombinationen. Selbst DDT, dessen Einsatz in Deutschland seit Jahrzehnten verboten ist, wurde am zweithäufigsten nachgewiesen. Eine kontaminationsfreie Landwirtschaft wird nach diesen Ergebnissen immer unwahrscheinlicher und es muss unbedingt gehandelt werden. Eine toxikologische Bewertung von möglichen Mehrfachbelastungen ist noch gar nicht erfolgt. In der heutigen Zeit sollte in eine Betriebsbilanz die Klima- u. Umweltwirkung des Handelns mit einfließen.

Man will international werden, mit den Forschungsergebnissen an die breite Öffentlichkeit gehen. Auf jeden Fall gibt es Möglichkeit, Mitglied oder Verbündeter zu werden.

Nicht nur für Tierhalter war der Vortrag von Fr. Dr. Gabriele Arndt von der Salut Vet GmbH zur Antibiotikaminimierung oder warum man Heilpflanzen in modernen Tierkonzepte integrieren sollte.

Bakterien, die mit Antibiotika bekämpft werden, können Resistenzen bilden. Verschiedene Pflanzen haben verschiedene antibakterielle Wirkung. Thymian ist dabei ihr persönlicher Favorit, da er eine stark keimtötende Wirkung hat. Es gibt verschiedene Präparate die die Tiergesundheit z. B. durch Anreicherung in der Stallluft oder als Futterzugabe erhöhen. Als Effekt kann weniger Antibiotika gegeben werden. Außerdem können hier keine Resistenzen entwickelt werden, es gibt keine Karenzzeiten und es ist eine Selbstmedikation möglich.

Das Thema Glyphosat ist nach wie vor nicht abgeschlossen und so referierte Fr. Prof. em. Dr. Monika Krüger vom Thaer-Institut der Uni Leipzig darüber, dass weltweit 750 Präparate in 45 Anwendungsbereichen Glyphosatreinsubstanz verwenden. Im Mittel sind dann 36 – 48% enthalten.

Glyphosat ist hitzestabil, d.h. wird auch beim Backvorgang nicht zerstört, und ist wasserlöslich. Es beeinflusst u.a. auch Algen und Bakterien, auch Bodenlebewesen und wirkt bei langlebigen Organismen, z. B. dem Menschen, chronisch.

Auch über Futtersojaimporte kommt das Glyphosat in die hiesigen Nahrungsmittelkreisläufe. Das geschieht durch die gentechnisch veränderten Sojasorten in Südamerika, die mit Glyphosat behandelt werden können ohne selber Schaden zu nehmen. Im Jahr 2016 waren das 6,3 Mio t Importe für Deutschland. Glyphosat beeinflusst die Magen-Darmflora von Menschen und Tieren und steigert die Empfindlichkeit. Es könnte hier einen Zusammenhang zu chronischen Erkrankungen geben. Fr. Prof. Dr. Krüger wusste zu berichten, dass der Nachweis von Glyphosat im Urin bei Kindern zwischen 0-9 und 10-20 am höchsten ist.

Für die Eindämmung von Beikräutern empfahl sie das System Ecorobotix aus der Schweiz, welches eine Reduzierung von Herbiciden um 95 % verspricht.

Österreich sollte unser Vorbild sein – dort ist Glyphosat verboten.

Günter Friedmann, Berufsimker mit einer Demeterimkerei in Steinheim-Küpfendorf, war schon öfter als Referent zu Gast. Leider musste er konstatieren, dass Imkerei noch schwieriger geworden ist. Die Mangelzeiten werden immer größer, vor allem ab dem Sommer.       Man kann von einer Einzugsfläche für Bienen von 10 x 10 km ausgehen. Hier muss genügend Nahrung zur Verfügung stehen.  Landwirte bekommen wenigstens noch Subventionen _ Imker nicht.

Da selbst im Honig Glyphosat nachgewiesen wird und die Aussterberate 1000x höher als normal ist, geben immer mehr Imker auf. Pollen von möglichst vielen Pflanzen ist existentiell für die Bienen, aber 50 verschiedene Wirkstoffe belasten auch den Pollen.       Nektar und Honig sind für die Flugenergie und den Wärmehaushalt im Winter wichtig. 2018 z. B. begann er im August mit dem Zufüttern im Stock. Aber im Spätherbst locken noch mal blühende Zwischenfrüchte – von den Landwirten gut gemeint aber zu spät gesät – aus dem Stock.  Früher wurden pro Volk 8 kg Zucker zugegeben, jetzt sind es teilweise 25 kg. Im Moment liegen die Verluste bei 35%. Außerdem muss man wöchentlich kontrollieren. Als Berufsimker wandert man ständig. Insgesamt ist dieser Lebenserwerb sehr anstrengend geworden.

Es sind die altbekannten Gründe – Herbizide lassen nicht mal kleinste Blühinseln übrig, weitere Insektizide und Herbizide schwächen die Insektenfauna, Anbau von blütenlosen Monokulturen vor allem für Silagefütterung und Biogasanlagen. Im Moment blühen die Christbaumplantagen am ertragreichsten. Auch Ökolandbau in Verbindung mit Silagewirtschaft ist für Imker nicht ideal.

Blühstreifen sind schön und ziehen die ausgehungerten Insekten in Scharen an, aber die Abdrift von unmittelbar daran angrenzenden Feldbehandlungen vernichtet noch intensiver die Lebewesen.

Landwirtschaft muss ganzheitlich gedacht werden! Wir haben die Grenzen der Nachhaltigkeit erreicht – ein Schlusswort., welches keines Kommentars weiter bedarf.

Collm-Region skeptisch zur 5 G-Technologie…

Diskussion dreht sich vor allem um gesundheitliche Beeinträchtigungen…

Von Hagen Rösner…

Oschatz. Mit gut 50 Besuchern im E-Werk war die Diskussionsrunde um die neue Funktechnik 5 G zu Wochenbeginn die am besten besuchte Infoveranstaltung, welche die Grünen in letzter Zeit veranstaltet haben. Der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Daniel Gerber, Katja Henschler, Referentin für Digitales bei der Landesverbraucherzentrale und Holger Schilke, Geschäftsführer vom Planungsbüro PlaNET versuchten Aufklärung zu schaffen. Ob dies gelang, bleibt letztlich fraglich. In einem Vortrag fasste Daniel Gerber die technischen Fakten um 5 G zusammen. Doch die technischen Fakten waren weniger der Grund, warum sich so viele Gäste im E-Werk eingefunden hatten.

Viel mehr ging es darum, über die gesundheitlichen Auswirkungen zu streiten. Und so musste sich das Podiumsgespann Gerber/Henschler/Schilke so manche Anfeindung gefallen lassen. Bis es dem Oschatzer Grünen-Stadtrat David Pfennig reichte. „Wir sind heute hier, um wenigstens etwas Transparenz zu schaffen. Und wenn wir es richtig betrachten, dann sitzen dort vorn nicht die richtigen Leute. Hier müssten Vertreter der Telekom oder sachverständige Mediziner sitzen“, so Pfennig.

Wie gefährlich die hochfrequente Funkstrahlung der 5 G-Technologie ist, konnte in der Runde nur vermutet werden. Aber dass die einzige gesundheitliche Auswirkung eine Temperaturerhöhung ist, wollten die meisten nicht glauben. Vielmehr gibt es begründete Befürchtungen, dass die Strahlung zu mutagenen Folgen führt, also Gene und Zellen verändern kann. Befriedigende Informationen dazu zu finden, scheint schwierig zu sein, es gibt Studien und Gegenstudien. „Da lohnt sich auch mal ein Blick in die militärische Forschung“, empfiehlt Christian Mehner. Diese hochfrequente Strahlung scheint in Militärkreisen gerade wegen seiner gesundheitlichen Auswirkung interessant zu sein. Warum David Pfennig beim Thema 5 G hellhörig wurde, begründet er so: „Ich nutze Handy-Technik und finde es auch soweit gut, aber als es uns nicht gelungen ist, in Vorbereitung auf diese Veranstaltungen jemanden von der Telekom zu gewinnen. Da bin ich stutzig geworden.“

Einen Konsens gab es bei der Runde im Oschatzer E-Werk nicht, konnte es unter diesen Umständen nicht geben, da die Fachleute von den Funknetzbetreibern fehlten.

 

Mit einer ergreifenden Rede von Robert Habeck wurde am Freitag in Bielefeld die 44. Bundesdelegiertenkonferenz eröffnet. Unser Kreisverband hatte mich als Delegierter gewählt und stolz darauf, fuhr ich nach Bielefeld, so wie 800 Andere aus allen Landesverbänden.

Neben den Bundesvorstandswahlen, standen die Themen Wohnen, Klima und Wirtschaft auf der langen Tagesordnung über insgesamt 22 Stunden Debatte in der Kongresshalle Bielefeld.

Mit dem Antrag Wohnen haben wir nun eine progressive Antwort auf die steigenden Probleme aller Mieter, insbesondere in den Ballungszentren. Hier einige Beispiele aus dem Beschlusstext:

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…..zukunftsfähige Agrarpolitik ist Politik für Bäuerinnen,Bauern, Boden, Wasser und Vielfalt

…Programm
8:45 Uhr Einlass + Musik
9:00 Uhr Begrüßung durch die AbL-Mitteldeutschland
9:10 Uhr allgemeine Vorstellungsrunde
9:30 Uhr Dietmar Näser, Grüne Brücke Neustadt/Sachsen Bodenfruchtbarkeit – der Schlüssel für eine regenerative und zukunftsfähige Landwirtschaft
10:15 Uhr Prof. Alois Heißenhuber, Agrarökonom, TU München Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft, Aspekte für eine neue Agrarpolitik
11:15 Uhr Sächsisches Bauernfrühstück
11:30 Uhr Fish-Bowl-Diskussion: Agrarpolitik in Sachsen – Quo vadis? Prof. Dr. Alois Heißenhuber, Dietmar Näser, Dr. Anna Kosubek, zwei Landwirt*innen der ABL,
Minister SMUL (eingeladen) + ein freier Platz

13:00 Uhr Mittagessen – frisch gekocht mit Zutaten aus bäuerlicher Landwirtschaft   14:00 Uhr Dr. Anna Kosubek, Biologin, Pflanzenschutz mit Nützlingsförderung – ein Gewinn für Bauern und Imker   14:45 Uhr Vorstellung regionaler Initiativen

anschließend Sächsischer Bauernkaffee und Ende der Veranstaltung

Dies ist eine öffentliche Veranstaltung – alle Gäste und Interessierten sind herzlich willkommen! Teilnahmegebühr: 15-25 € für Vorträge und Verpflegung nach Selbsteinschätzung (fast alle Zutaten aus regionalen Köstlichkeiten von AbL-Höfen).

Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung unter: landbau.braun@gmx.de Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sie unter abl-mitteldeutschland.de

Veranstaltungsort: Klostergut Sornzig Klosterstraße 16, 04769 Mügeln