die Grünen luden ein: Wenn Natur sich selbst wieder erfindet

Das war ein schöner Vormittag. 20 Menschen wanderten heute mit uns um den Grabschützer See.
 Wir erfuhren von seltenen Vogelarten, die sich in dem der Natur überlassenen einstigen Tagebau angesiedelt haben, über Anpassungsschwierigkeiten 
einiger Zugvögel an den früher einsetzenden Frühling, sahen Seeadler, Lachmöwe, Drosselrohrsänger und Rohrammer und Hochlandrinder.

 Vielen Dank an Joachim Schruth und Dieter Wend für die interessante Führung! 

 

Quelle Foto:  Nick Leukhardt,  TZ

Heiße Diskussionen in Sitzenroda

Die Veranstaltung in Sitzenroda stieß auf reges Interesse. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Sitzenroda. Ein Vortragsabend der Landtagsfraktion der Grünen zu „Rechten Strukturen in Nordsachsen“ fand großen Zulauf. Die anschließende Diskussionsrunde wurde rege genutzt.

„Rechte Strukturen in Nordsachsen“. Unter diesem Titel lud am vergangenen Dienstagabend die sächsische Landtagsfraktion der Grünen ins Sitzenrodaer Vereinshaus ein, um dort nicht nur in einem Vortrag Informationen zu vermitteln, sondern auch angeregte Diskussionen zu führen. Und das gelang. Die Torgauer Zeitung war ebenfalls bei der Veranstaltung mit vor Ort und wird im Folgenden über die drei wichtigsten Bestandteile der Veranstaltung berichten.

Die Vorträge

Zwar fungierte an diesem Abend die Landtagsfraktion der Grünen als Gastgeber, der erste Vortrag erfolgte jedoch von einem Mitglied der Recherchegruppe chronik:LE, die sich auf die Dokumentation faschistischer, rassistischer und diskriminierender Ereignisse in der Stadt und dem Landkreis Leipzig sowie dem Landkreis Nordsachsen spezialisiert hatte. Steven Hummel, so der Name des jungen Referenten, konzentrierte sich an diesem Abend in erster Linie auf den Landkreis Nordsachsen und ging auf verschiedene Vorkommnisse und Aspekte ein, in denen im Landkreis in der Vergangenheit rechte sowie auch rechtsextreme Strukturen erkennbar waren und auch nach wie vor sind.

„Insgesamt 54 Ereignisse mit rechtsextremem Hintergrund ereigneten sich im Jahr 2018 in Nordsachsen“, erklärte Referent Hummel den knapp 30 Anwesenden. „Die konzentrieren sich schwerpunktmäßig vor allem auf die Städte Taucha, Oschatz, Torgau und Delitzsch.“

Ein besonders herausragendes Beispiel für rechtsextreme Bewegungen führte Hummel mit den jährlich stattfindenden Konzerten in dem Torgauer Ortsteil Staupitz an. „Exakt zehn Konzerte mit bis zu 250 Teilnehmern finden hier jedes Jahr statt. Die Bands sind dabei zu großen Teilen der rechten oder sogar rechtsextremen Szene zuzuordnen und kommen dabei nicht nur aus Deutschland, sondern sind oft international.“ Besonders Letzteres sei dabei ein interessanter Fakt, da solch ein Aufkommen internationaler rechter Bands in Sachsen fast schon einzigartig ist „ In der Szene ist es bekannt, dass hier die Konzerte in einer Regelmäßigkeit stattfinden können. Das zieht natürlich an.“

Angesprochen wurde auch das Spektrum aufrechter Demokraten rund um seinen Vorsitzenden Sandro Oschkinat. „Dies sind zwar keine direkten Neonazis, aber man sollte es trotzdem beobachten“, sagte er. Weiter bezeichnete er das Spektrum als „Querfrontprojekt mit rechtspopulistischer Ausrichtung“, da es versucht, mehrere Ideologien miteinander zu verbinden und rechte wie auch linke Ansichten einzubinden. „Durch die Tatsache, dass es mit Sandro Oschkinat einen Vorsitzenden hat, der zwar mittlerweile kein AfD-Mitglied mehr ist, sich in der Vergangenheit aber klar auf deren Seite positionierte und 2017 sogar für sie in den Bundestag wollte, ist das Spektrum jedoch auf der rechten Seite einzuordnen.“ Im weiteren Verlauf des Vortrags wurde außerdem noch der Mordversuch an einem jungen Syrer im Jahr 2017 auf dem Torgauer Marktplatz, welcher erst gegen Ende des Prozesses für ein größeres mediales Echo sorgte, angesprochen.

Valentin Lippmann

„Die rechtsextremen Entwicklungen in unserem Freistaat geben meiner Ansicht nach wirklich Grund zur Sorge“, führte Valentin Lippmann, seines Zeichens innenpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der Grünen in Sachsen, in seinem anschließenden kurzen Vortrag aus. Seiner Ansicht nach gebe es vor allem drei Indikatoren für das Wachstum der rechten Szene in Sachsen. Dies sei zum einen die ständig wachsende Zahl an Immobilien, die regelmäßig von Mitgliedern der rechten Szene genutzt werden. Dies seien aktuell knapp 60 Stück im gesamten Freistaat.

„Ein weiteres Zeichen ist die Zunahme von Veranstaltungsformaten wie etwa sogenannten Zeitzeugenvorträgen, bei denen ehemalige Wehrmachts- oder SS-Offiziere aus dem zweiten Weltkrieg berichten. Diese Veranstaltungen erfahren einen immer stärkeren Zulauf und ziehen nicht nur das klassische Neonazi-Spektrum an, sondern andere Organisationen und identitäre Bewegungen wie etwa den 3. Weg.“ Als dritter Punkt wurde außerdem noch das zunehmende Konzertgeschehen innerhalb der rechten Szene angeführt, welches mit dem Beispiel von Staupitz bereits zuvor zur Sprache gekommen war.

Die Diskussion

Zwar bildeten die beiden Vorträge den Kern der Veranstaltung am Dienstag-Abend, einen Löwenanteil der Zeit (alles in allem dauerte die Veranstaltung knapp zweieinhalb Stunden; Anm. d. Red.) nahm jedoch die anschließende Diskussionsrunde ein. Ein wichtiger Punkt, der dabei immer wieder angesprochen wurde, war die ausschließliche inhaltliche Beschränkung der Veranstaltung auf rechte sowie rechtsextreme Vorkommnisse. „Warum ist die Chronik:LE denn auf dem linken Auge komplett blind?“ lautete dazu ein Vorwurf aus dem Publikum. Diesem entgegnete Steven Hummel ganz sachlich mit der Erklärung, dass man sich innerhalb der Recherchegruppe eben genau auf diese Themen konzentriert habe und daher auch ausschließlich diese dokumentiere. Linke Gewalt sei natürlich ebenfalls ein großes Problem, in dem Rahmen dieser Veranstaltung jedoch nicht das Thema.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt, den vor allem der mit anwesende Belgern-Schildauer Stadtrat Matthias Schulze (Grüne) in einer langen Diskussion ausführte, war die um eine respektvolle und gesittete Diskussionskultur. Denn obwohl die Debatten im Vereinshaus größtenteils friedlich abliefen, kochten an mehreren Stellen doch die Emotionen hoch und der Ton wurde rauer und lauter. „Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man eine Übertretung aus einem moralischen Spektrum, wie etwa durch die Anwendung von Gewalt, damit rechtfertigt, dass andere das auch machen,“ führte Schulze aus. „So schraubt sich die Spirale der Gewalt immer weiter nach oben. Und das Einzige, was wir doch hoffentlich alle wollen, ist ruhig und konfliktfrei leben.“

Doch natürlich wurden in dieser Runde auch inhaltliche Fragen gestellt. So wurde von einem der Anwesenden zum Beispiel die Frage gestellt, ob denn der Antisemitismus in Deutschland gestiegen sei. Eine Frage, die Valentin Lippmann mit einem deutlichen „Ja“ beantwortete. „Erst vor Kurzem wurden die aktuellen sächsischen Zahlen zu diesem Thema veröffentlicht, welche zeigen, dass vor allem der Antisemitismus von rechts einen starken Anstieg erfuhr.“

Auch das Thema Präventionsarbeit wurde von einer Dame im Publikum angesprochen. „Was kann man machen, um solche rechtsextremen Schwingungen abzufangen?“ Auch hier blieb der Grünen-Politiker die Antwort nicht schuldig. So gebe es vor allem drei zentrale Punkte, die für eine erfolgreiche Prävention wichtig seien. „Erstens: die Bekämpfung des Informationsdefizites vor Ort. Man muss die Menschen aufklären über Strukturen, Hintergründe, Verhalten und mehr, damit diese auch unterschwellige rechte Schwingungen erkennen können. Außerdem muss eine aktive Beratung von staatlicher Seite stattfinden. Und das nicht nur im Bereich von Verbänden oder Kommunen. Viele Mietverträge für Immobilien, die dann für rechtsextreme Zwecke genutzt werden, werden sich regelrecht erschlichen. Hier muss es Beratungsstellen geben, die in solchen Fällen helfen und erklären, was gemacht werden kann.“ Als dritten und für ihn wichtigsten Punkt sprach Lippmann die Zivilgesellschaft an, die gerade in der heutigen Zeit Stärke zeigen und aktiv werden sollte. „Wir brauchen eine Gesellschaft die klar macht, wo die Grenzen sind. Nur so können wir Radikalisierung, egal in welche Richtung, verhindern.“

Volles Haus zum Vortragsabend in Sitzenroda. Bereits vor Beginn der Veranstaltung formierten sich zwei Lager im Raum. Auf der linken Seite direkt vor dem Podium wurde aufmerksam zugehört und sachlich diskutiert,die rechte hintere Ecke fiel im Verlauf des Abends eher durch eine emotionale und teilweise auch aufbrausende Diskussionsart auf. 

Die Stimmung

Auch wenn natürlich vor allem die inhaltliche Komponente der Veranstaltung für eine Berichterstattung relevant ist, müssen doch in diesem speziellen Fall doch auch noch einige Worte zur allgemeinen Stimmung im Sitzenrodaer Vereinshaus verloren werden. Denn bereits vor dem eigentlichen Beginn formierten sich dort zwei ganz klare Lager, die sich  vor allem während der Diskussionsrunde mit unterschiedlicher verbaler Intensität angingen. Noch bevor der erste Vortrag begonnen hatte, war durch die Platzierung der verschiedenen Zuhörer eine klare Linie durch das Vereinshaus gezogen. Direkt vor dem Podium saßen die einen Zuhörer, etwas abseits eine zweite Gruppe. Während sich auch unter den Gästen vor dem Podium Gäste befanden, die kritische Fragen anbrachten und sich teilweise auch als AfD- oder NPD-Politiker zu erkennen gaben, war es vor allem der hintere Bereich des Raums, der stark gegen Valentin Lippmann, Steven Hummel und andere Anwesende argumentierte.

Auch wenn vor allem während der Vorträge der gesamte Saal still war, musste Lippmann als Gastgeber während der Diskussionsrunde auf das Hausrecht verweisen und auf eine ruhige und gesittete Diskussion bestehen. „Wir wollen einander ausreden lassen“, war dabei ein Spruch, der mehr als einmal fiel. Schlussendlich wurden jedoch alle Diskussionen auf verbaler Ebene geführt und es kam zu keinerlei gewaltsamen Ausschreitungen.

„Die große Resonanz, auch aus den Reihen der rechten Szene, unserer Veranstaltung zeigt, dass wir damit wahrlich einen Nerv getroffen haben“, sagte Valentin Lippmann im Nachgang. „Es war eine schwierige Veranstaltung und ich finde es schade, dass an manchen Stellen die sachliche Diskussion auf der Strecke blieb. Am Ende war es jedoch für diejenigen, die sich dafür interessierten und die auch gewillt waren zuzuhören, ein informativer Abend.“

 

Kommentar: Wo ist die Diskussionkultur hin?

Es ist ein Thema, welches bereits in Dutzenden Kommentaren, Vorträgen, Kolumnen und Internet-Blogs breitgetreten wurde, für mich an genau dieser Stelle jedoch unbedingt auch noch einmal aufgegriffen werden muss. Denn wenn die Veranstaltung am Dienstag mir eine Sache gezeigt hat, dann dass die heutige Diskussionskultur immer weiter verschwindet. Ich habe innerlich wahrlich gefeiert, als Matthias Schulze diesen Punkt während der Diskussionsrunde ansprach und der komplette Raum, sowohl die Pro- als auch die Contra-Seite an seinen Lippen hingen und still waren. Denn es ist tatsächlich so. Die meisten Diskussionen, gerade wenn sie sich mit dem Thema „Rechts und Links“ befassen, werden derartig schnell emotional, dass am Ende keinerlei Chance mehr auf einen Konsens besteht. Doch nur so kann am Ende eine Lösung gefunden werden. Indem man sich zuhört, Argumente austauscht und dann am Ende auf einen Nenner kommt. Es ist dringend notwendig, sich wieder von solch einer emotionalen und teilweise auch wirklich ruppigen Art der Diskussion, wie sie auch am Dienstag in Sitzenroda praktiziert wurde, zu distanzieren und zu versuchen, Probleme pragmatisch und gemeinsam zu lösen. Nur so kann es funktionieren.

 

Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen in Nordsachsen

Am 09.03.2019 um 10.00 Uhr wird in Oschatz, E-Werk. Lichtstr.1, die Mitgliederversammlung zur Aufstellung der Kandidaten für die kommunalen Wahlen, die  Kreistags -u. Landtagswahlen stattfinden.  

Wer Interesse hat, sich für grüne Standpunkte in seinen Gemeinde- oder Stadtrat zu engagieren, ist herzlich willkommen. Eine Parteimitgliedschaft ist nicht notwendig. Wir bitten darum, die Bereitschaft beim Kreisverband  unter info@gruene-tdo.de  bis zum  4.03.2019 anzukündigen.

Barbara Scheller 

Im Auftrag des Vorstandes

In dieser Woche war ich in Nordsachsen unterwegs, um mich vor Ort über verschiedene Projekte und Einrichtungen zu informieren.

Den Anfang machte das Kinderhaus Rackwitz, wo ich das Programm „Kinder stärken“ kennenlernte. Das vom europäischen Sozialfonds (EFS) finanzierte Projekt soll Kita-Kinder durch intensivere Begleitung in ihrer Entwicklung stärken, bei der Überwindung individueller Lern- und Leistungsbeeinträchtigungen unterstützen und so ihre Bildungschancen erhöhen. Dafür wurde in der Kita Rackwitz die Sozialarbeiterin Luisa Gertig zusätzlich eingestellt. Sie kann ganz individuell auf jedes Kind eingehen und persönliche Förderangebote machen. In Sachsen profitieren insgesamt ca. 150 Kitas von diesem Projekt, in Nordsachsen ist Rackwitz der einzige Ort. Ich war beeindruckt mit welchem Engagement Luisa Gertig in der Kita mit Kindern, Eltern, aber auch mit der Vereinslandschaft in Rackwitz zusammenarbeitet. Seit Beginn des Projekts im März 2016 haben die Kinder mehr individuelle Zuwendung erfahren und das spüren die Erzieherinnen bei ihrer täglichen Arbeit. Ich hoffe, dass nach Auslaufen des EU-finanzierten Projekts 2020 diese wichtige Arbeit im Kinderhaus Rackwitz langfristig fortgeführt werden kann.

Im Torgauer Stadtteil Nordwest habe ich mich zu einer Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, des Jugendteams, Anwohnern und einem Streetworker getroffen, um über Problemlagen und Lösungsmöglichkeiten zu sprechen. Der Stadtteil ist seit Jahren durch Multikulturalität geprägt. Heute wohnen neben alteingesessenen Torgauern viele Migranten und Migrantinnen aus der Slowakei, die vor allem in der geflügelverarbeitenden Industrie in der Region tätig sind. In jüngster Zeit kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den Bewohnern des Stadtteils. Streetworker Pascal Iberl und Thomas Kalbitz, der kommunale Integrationskoordinator des Landkreises, hoben u.a. die Sprachbarriere als großes Hindernis für ein besseres Miteinander hervor. Leider sind bestehende Deutsch-Sprachkurse nicht für EU-Ausländer geöffnet. Stefanie Kasubke, ehemalige Quartiersmanagerin von Torgau Nordwest und heute für das DRK tätig, sieht auch die Stellenbefristung, neben einem generellen Mangel an Fachkräften für Sozialarbeit in Sachsen, als Problem für eine erfolgreiche Sozialarbeit im Viertel.

Beim anschließenden Stadtteilrundgang mit Sozialarbeiter Iberl und Vertreterinnen des Jugendteams konnte ich mich davon überzeugen, dass es neben den Herausforderungen auch eine ganze Menge Engagement in Torgau Nordwest gibt. Neben der vielschichtigen Problemlage habe ich Torgau Nordwest auch als einen Stadtteil mit Potential kennengelernt.

In Torgau habe ich außerdem die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof besucht. Als Disziplinierungsanstalt wurden in Torgau zwischen 1964 und 1989 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zur „Anbahnung eines Umerziehungsprozesses“ eingewiesen, ohne Straftaten begangen zu haben und ohne richterliche Veranlassung. Beim Rundgang durch die Ausstellung wurde die systematische Beschädigung jugendlicher Seelen spürbar. Mensch sein und Mensch bleiben zählte nichts. Die Gedenkstätte Torgau ist deutschlandweit die einzige Gedenkstätte für Heimerziehung und heute Anlaufstelle für Opfer aus dem gesamten Bundesgebiet. An die Zeit und die Erfahrungen der Opfer zu erinnern, aufarbeiten und vermitteln, ist Aufgabe der Gedenkstättenarbeit. Diese muss weiter unterstützt und gestärkt werden. Gabriele Beyler, Vorsitzende der Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V. arbeitet seit Jahren dafür die Aufklärungs- und Bildungsarbeit mit Zeitzeugen weiterzuentwickeln. Ich danke ihr und dem wissenschaftlichen Referent der Einrichtung, Ingolf Notzke für das interessante Gespräch und ihr Engagement für die Gedenkstätte.

 

 

http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/termine/veranstaltung/pflegeangebote-im-laendlichen-raum-was-geht-was-fehlt/

Die Pflege von Bewohnerinnen und Bewohnern in ländlichen Gebieten steht vor besonderen Herausforderungen.
Die Betroffenen wollen und sollen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, bei ihrer Familie, in ihrer Nachbarschaft, bei ihren kleinen täglichen Aufgaben. Doch irgendwann geht es nicht mehr. Es folgt nicht selten eine lange Suche nach einer geeigneten Einrichtung oder die Organisation der Pflege durch Angehörige.
Gerade auf dem Land fehlt es angesichts steigender Zahlen von pflegebedürftigen Menschen zunehmend an Pflegefachkräften. Das erschwert die ganze Situation zusätzlich.
Politik und Landkreis stellen sich den vielfältigen Herausforderungen. Die GRÜNE-Landtagsfraktion hat eine Reihe von konkreten Vorschlägen für die Zukunft der Pflege in Sachsen vorgelegt. Diese werden wir anhand der Erfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner und Pflegenden in der Gemeinde Liebschützberg diskutieren.
Wir freuen uns auf einen diskussionsfreudigen und kreativen Abend mit Ihnen.
Diskussionsrunde mit:
Landtagsabgeordneter Volkmar Zschocke, sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag
Yvonne Miedl, Pflegedienst Drexler

Moderation:
David Schmidt, Bürgermeister Liebschützberg

Ort:  Wirtshaus zur Einkehr im OT  Wellerswalde  von  Liebschützberg   Merkwitzer Str. 17

 

…..Die EU-Abgeordnete der GRÜNEN Maria Heubuch lädt gemeinsam mit den Kreisverbänden von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN der Regionen West -u. Mittelsachsen, am 25.10.2018 um 19.30 Uhr in das Schloss Wurzen, Amtshof 2, zu einer Veranstaltung mit einem höchst brisanten Thema ein: dem Landgrabbing.

Ein entfesselter, spekulativer Bodenmarkt, Aufkäufe ganzer landwirtschaftlicher Betriebe durch Kapitalanleger und eine verzerrende Strukturpolitik stellen in vielen Regionen Europas eine vielfältige, solide und nachhaltige bäuerliche Landwirtschaftsstruktur in Frage.

Die Landwirtschaft verliert ihre Bäuerinnen und Bauern. Und die Bäuerinnen und Bauern verlieren das Land, auf dem sie wirtschaften. Moderne Landjäger, oft Kapitalgesellschaften, kaufen – in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – Land und wetten auf die zukünftige Teuerung von Lebensmitteln und Rohstoffen. Land ist zunehmend Anlage- und Spekulationsobjekt geworden.

Wer als Bauer überleben will, muss heute fast überall weiter wachsen. Wer neu in die Landwirtschaft einsteigen will, hat kaum noch eine Chance, wenn er das Land nicht von den Eltern erbt. Agrarindustrielle Erzeugung in immer größeren landwirtschaftlichen Strukturen bedroht die Artenvielfalt, das Grundwasser, unsere ländlichen sozialen Strukturen und die Qualität der Lebensmittel in Europa und Afrika.

Maria Heubuch wird anhand der Beispiele aus der Praxis, über die der Landwirt Dirk Meinsberg berichtet, die Strategien dahinter und entstehende Konsequenzen erläutern. Willi Lehnert von der Ökonauten e.G. erklärt ein Modell, welches diesem Prozess entgegen wirkt.

Ort: Schloss Wurzen Amtshof 2 04808 Wurzen                                                                    

Termin: 25.10.2018 19.30 Uhr Ende gegen 21.00 Uhr

Moderation: Malte Reupert,Sprecher KV Nordsachsen Bündnis 90 / Die Grünen

Referenten:
Maria Heubuch, MdEP der Grünen Entwicklungs- und Agrarpolitik in der EU
Willi Lehnert MSc. Öko-Agrarmanagement Ökonauten eG
Dirk Meinsberg, Landwirt aus Nordhausen/ Thüringen

die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag lädt alle Interessierten herzlich zum Werkstattgespräch „Digitale Gesellschaft“ ein.

Ort: Hotel National, Ritterstraße 16, 04849 Bad Düben

Zeit: Montag, 01.10.2018, 17:00 bis 19:30 Uhr

Die Welt wird smart. Ob in der Arbeitswelt, in Bildung, Kultur und Gemeinwesen, bei der medizinischen Versorgung, beim Einkaufen, im Verkehr oder bei der Energieversorgung – der digitale Wandel ist in aller Munde. Doch was bedeutet das für unser alltägliches Leben? Welche Veränderungen entstehen durch Vernetzung und Automatisierung, durch die Erfassung von Daten und die algorithmische Berechnung von allem und jedem? Welche Verbesserungen und welche Risiken birgt Digitalisierung? In welcher digitalen Gesellschaft wollen wir leben? Und was kann Politik tun, damit die Bürgerinnen und Bürger den Wandel mitgestalten können?

Um diese Fragen geht es in unserem offenen Werkstattgespräch. Wir wollen mit Ihnen über Ihre Erwartungen und Erfahrungen zur Digitalisierung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ins Gespräch kommen, Kontakte knüpfen und diskutieren, welche Strategien zur Gestaltung der Digitalisierung in Sachsen geeignet sind.

Zu Beginn stellen Axel Mitzka und Gabi Horster vom Verein Naturpark Dübener Heide e.V. das Projekt „Regiocrowd“ als gutes Beispiel dafür vor, wie die Chancen der Digitalisierung für eine Stärkung der lokalen Beteiligung und nachhaltigen Entwicklung genutzt werden können. Anschließend wollen wir in einer offenen Diskussion weitere Handlungsfelder der Digitalisierung, insbesondere im Ländlichen Raum vertiefen.

Moderation: Dr. Claudia Maicher (MdL), netzpolitische Sprecherin der Fraktion

 

Gesprächspartner sind u.a.:

– Katrin Chevallier, Jugendhaus Poly, Bad Düben

– Axel Mitzka und Gabi Horster, Verein Naturpark Dübener Heide e.V.

– Janet Liebich, „Netzwerk bürgerschaftliches Engagement“, Diakonie Delitzsch/Eilenburg

– Frank Hahn, Referent Regionale Standortpolitik, IHK zu Leipzig

++++ Annahme von Althandys bei dieser Veranstaltung – Referent Rocco  Buchta ist der Projektleiter der Renaturierungsaktion an der Unteren Havel, wohin 1,60 € pro Handy über den NABU gehen ! ++++

Das Tafelsilber Nordsachsens – Biosphärenreservatsschutz an der Alten Elbe Mockritz und Döbern ?

Die Elbe ist einer der letzten naturnahen Flüsse ein Deutschland.

In allen Anrainerbundesländern gibt entlang des Flusses Elbe den Biosphärenreservatsschutz. Nur Sachsen hat sich bisher daran nicht beteiligt.

Wir möchten ein Kleinod der Elbelandschaft mit den Altarmen um Möckritz / Döbern kennen lernen.

Außerdem soll mit Rocco Buchta aus Brandenburg und den Anwohnern über die Erfahrungen vom Leben an einer naturnahen, vom Tourismus erschlossenen Flusslandschaft diskutieren werden.

Wie haben sich die Orte in solchen Gebieten entwickelt? Welche Kompromisse sind mit und für die Landwirtschaft nötig? Worauf ist bei der Entwicklung eines sanften Tourismus im Gebiet zu achten? Welche Chancen entstehen dadurch? Was bringt es den Einwohnern der Region? Welche Einschränkungen werden damit kommen?

Alle Freunde,Anwohner und Nutzer der der Elblandschaft sind herzlich eingeladen, mit uns zu diskutieren.
Die Veranstaltung findet, außer bei Starkregen, im Freien statt. Wir bitten deshalb um angepasste Kleidung.

Es können an diesem Abend alte Handy mit Zubehör abgegeben werden. Diese werden einer Aktion des NaBu zugeführt, wodurch dieser 1,60 € pro Handy erhält. Damit wird die Renaturierung der Unteren Havel unterstützt – ein Projekt, das Referent Rocco Buchta begleitet.

Termin: 19. September 2018, 18.00 Uhr

Treffpunkt: Gasthof Döbern Zur Alten Elbe 4 04889 Elsnig OT Döbern

Podiumsgäste:

Nicole Sieck, Landschaftspflegeverband Torgau – Oschatz e.V., Projekt­koordinatorin Netzstelle Natura 2000

Rocco Buchta, Institutsleiter NABU Institut für Fluss- und Auenökologie

Moderation: Wolfram Günther Mitglied des sächs. Landtages für Bündnis 90 / Die Grünen

 

 

…..  und die Althandysammelaktion von Grünen und E-Werk geht weiter.

Damit tuen Sie etwas Gutes:

  • für die Renaturierung der unteren Havel ,die mit 1,60 € pro Handy unterstützt wird. (siehe Aufruf)
  •  für die Wiederverwertung der Rohstoffe, die sich in diesen Handys befinden
  •   weil diese seltenen Rohstoffe z.T. unter großen gesundheitlichen Gefahren oder durch Kinderarbeit abgebaut werden
  • weil wir – und Sie –  die Umwelt nicht noch mehr belasten wollen.

Das Grünenbüro als Sammelstelle ist dienstags von 7.30 – 11.30 Uhr und  donnerstags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. (Sie können gern in der Stuttmann-Ausstellung auch ein Runde schmunzeln.)
In der Woche vom 10.-15.09.2018 ist das Büro nicht besetzt.

Die Mitarbeiter des E-Werks nehmen ebenfalls die Handys entgegen.  Mo – Fr. von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr – Klingeln oder über den Hof (Körnerstr.)

Die Untere Havel ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Der NaBu will in einem groß angelgten Projekt den ausgebauten Fluss renaturieren und neue Naturparadiese schaffen. In gut einem Jahrzehnt soll die Untere Havel wieder ein lebendiger Fluss sein.

Dazu werden vom NaBu Althandys gesammelt. Im Abgeordnetenbüro von Bündnis 90 / Die Grünen, Lichtstr. 1, im Vorderhaus des E-Werks Oschatz ist ab den Sommerferien eine Sammelstelle eingerichtet. Pro Handy bekommt der NaBu dabei 1,60 €. Dabei arbeitet er mit der Telefonica Deutschland zusammen. Der neue Entsorgungspartner von Telefónica in Deutschland, die AfB gemeinnützige GmbH (Arbeit für Menschen mit Behinderung), verkauft die wiederaufbereiteten Geräte nur in Europa. Nicht mehr funktionsfähige Geräte werden zum Recycling an die Umicore AG & Co. KG gegeben. Umicore unterhält die ökologischsten Schmelzanlagen in ganz Europa und ist ISO 9001, 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert.

Die Handys können dort zu den Öffnungszeiten oder bei den Mitarbeitern des E-Werks abgegeben werden.

Außerdem regen nach wie vor zu den Öffnungszeiten des Abgeordnetenbüros von Claudia Maicher, Wolfram Günther und Monika Lazar die Karikaturen von Klaus Stuttmann zum Schmunzeln an.  Di von 7.30 Uhr – 11.30 Uhr, Do von 14.00 – 17.00 Uhr.