Nistkästen
2021 – Es ist Zeit für Nistkästen!

“Zum Jahresende 2020 hatte meine Familie die Idee, Nistkästen in unserem Garten aufzustellen,” berichtet unser Bundestagsdirektkandidat Denis Korn.

“Natürlich sollten die Nistkästen nachhaltig und umweltbewusst gefertigt werden,” umreist Denis Korn seine Idee.
“Also ließ ich mich von den Fachleuten in meiner Casebau-Werkstatt in Naundorf beraten. Es stellte sich heraus, dass Mehrschichtholz robuster und langlebiger ist als Vollholz. Die ersten Prototypen fertigten wir vor Ort passgenau mit einer CNC-Fräse und versahen diese mit einer extra Öffnung für die Reinigung. Inzwischen können wir in der Naundorfer Werkstatt Nistkästen für Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Rotkehlchen und Spatzen anfertigen.” 

Aktion zum Vogelschutz

Mit dem Projekt #AKTIONNISTKASTEN möchte Denis Korn aktiv einen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Gerade in Zeiten, in denen die ursprünglichen Lebensräume von Vögeln durch massive Eingriffe in die Natur zerstört werden, braucht es die Unterstützung von uns allen.

Jeder Einzelne kann den heimischen Vogelarten mit einem Nistkasten helfen und ihnen ein sicheres Zuhause geben. Das hat vielfältige Vorteile: Vögel können effektiv gegen Schädlinge im eigenen Garten vorgehen, das eigene Flurstück wird lebendiger, blüht auf und man kann das Nisten der Vögel sowie die ersten Flugversuche des Nachwuchses beobachten. Das bietet vor allem Familien mit Kindern die Gelegenheit, Natur hautnah vor der eigenen Haustür zu beobachten und kennenzulernen.

Infos zum Mitmachen und noch viel mehr:  #AKTIONNISTKASTEN

Einigung zum sächsischen Bildungsticket

und die gedämpften Töne des Landrates Emanuel

 

Dazu erklärt Barbara Scheller, Kreissprecherin der Bündnisgrünen in Nordsachsen:

„Wir sind froh, dass sich auch der Landkreis Nordsachsen mit dem Freistaat über die zukünftige Gestaltung des ÖPNV einigen konnte, und ab dem kommenden Schuljahr 2021/2022 ein Bildungsticket für maximal 15 EUR/ Monat zusätzlich angeboten werden soll.“

„Das ganzjährige und verbundweite Angebot für unsere sächsischen Schülerinnen und Schüler ist ein wunderbarer Erfolg für eine umweltfreundliche und kostengünstige Mobilität.“

„Wir brauchen aber auch eine flexible Gestaltung über die Verbundgrenzen hinaus.  Das gemachte Versprechen muss schnell eingelöst werden, so dass auch die Schülerinnen und Schüler von Oschatz nach Riesa unmittelbar davon profitieren können.“

„Nunmehr müssen wir den ÖPNV attraktiver und flexibler in der Taktung und Erreichbarkeit weiter gestalten. Dafür braucht es auch ein zukunftsweisendes Bild. Es braucht keine Warnung, kein herum fabulieren und alte Gräben aufreißen. Allen Beteiligten ist doch jetzt bewusst, dass es eine Möglichkeit ist, die Verbund- und Tarifgrenzen für ein sachsenweites attraktives ÖPNV-Angebot zu gestalten.

„Dem Landrat Emanuel sollte auch bewusst sein, dass der sächsische Koalitionsvertrag keine einsame Entscheidung von Einzelpersonen war. Wir Bündnisgrüne stehen auf Landes- und kommunaler Ebene zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV.“

 

Zahlen und Fakten zum Bildungsticket:

  • Das Ticket soll  höchstes 180 Euro pro Kalenderjahrahr, also 15 Euro pro Monat, kosten. Damit liegt der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt pro Kind und Tag unter einem Euro.
  • Aktuell kostet ein Schülerticket in Nordsachsen 65,10 Euro im Monat.
  • “Mit der damit einhergehenden Steigerung der Attraktivität des ÖPNV wird ein zentrales BÜNDNISGRÜNES Anliegen aus dem sächsischen Koalitionsvertrages  umgesetzt.” betont der Gerhard Liebscher, MdL (Grüne Fraktion Sachsen)

 

es beginnt mit dir

Unser Kreisverband konnte im letzten Jahr ein Mitgliederzuwachs von über 18 Prozent verzeichnen. „Wir liegen da voll im Trend der sächsischen Bündnisgrünen“, freut sich Kreissprecher und Bundestagsdirektkandidat Denis Korn und fügt hinzu: „Ich bin optimistisch, dass sich diese Entwicklung auch im Wahljahr fortsetzen wird. Wir wollen mit vielfältigen Veranstaltungen im gesamten Landkreis Nordsachsen zeigen, dass wir Bündnisgrüne die Kompetenz haben, die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme unserer Zeit zu erkennen, anzupacken und zu lösen.“ 

Mit einer digitalen Veranstaltung sind wir am 7. Januar inhaltlich gut ins neue Jahr gestartet. Dieses Format möchten wir monatlich fortsetzen. Am 3. Februar findet unser nächstes Onlinemeeting statt. 

Klickt euch rein! 

Interesse an GRÜN? Möchtest du dich einbringen, inhaltlich mitdiskutieren, mitarbeiten und mit uns gemeinsam die Zukunft gestalten, dann schau vorbei. 

Du kannst auch GRÜN beim Wachsen helfen. Werde jetzt Mitglied!

Erstmalig existiert in Nordsachsen ein eigenes Wahlkampfbüro eines Direktkandidaten für den Bundestag. Der Unternehmer Denis Korn betreibt eine Anlaufstelle in Oschatz für alle, die sich für grüne Ideen und Politik interessieren. Zur Zeit wird in der Sporerstraße 7 pandemiebedingt vorrangig online gearbeitet. An den vergangenen zwei verlängerten, verkaufsoffenen  Oschatzer Samstagen im Dezember beteiligte sich Denis Korn am Lichterspektakel in der Altstadt. Als Unternehmer, der auch im Bereich der Veranstaltungstechnik aktiv ist, war das natürlich Ehrensache. Er hat es sich auch nicht nehmen lassen, als  grüner Weihnachtsmann verkleidet Besucher der Oschatzer Innenstadt mit Abstand zu begrüßen. Es entstand so manches Handybild mit dem bärtigen Mann in grün, den viele Besucher an der Stimme erkannten. Denis Korn hat es Spaß gemacht, aber “es war schon recht mollig warm mit Maske und Bart bei diesem fast frühlingshaftem Wetter”, sagt Denis Korn schmunzelnd.

Es hat richtig spaß gemacht Denis Korn an diesen beiden Adventswahlkampftagen zu begleiten, freut sich Barbara Scheller.

Hier finden Sie das Büro.

E-Mail: denis@korn.de

Tel. +49 3435 6599858

Mehr über Denis Korn erfahren Sie hier.

Denis Korn wünscht Ihnen eine besinnliche Adventszeit. Bleiben Sie Gesund.

 

…. Liebe grüne und grün-nahe Freundinnen und Freunde in Torgau,
zunächst wünsche ich Euch allen ein gutes, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr 2020! Sodann wollen wir in diesem neuen Jahr gleich loslegen mit einem grünen Stammtisch, an dem wir einerseits nochmals rückblicken wollen, wie es dazu kam, dass wir Grüne nun in Sachsen an der Landesregierung beteiligt sind und anderseits darüber reden wollen, was wir im neuen Jahr für wichtig erachten, als Grüne in Torgau anzugehen (z.B. Elbe Day am 25.4., wie weiter mit der polnischen Städtepartnerschaft usw.).
Aber auch die Bundespolitik soll nicht zu kurz kommen. Dazu haben wir einen prominenten Stammtischgast: Unsere grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar wird uns über die neusten Ereignisse in Berlin auf den aktuellen Stand bringen.
Der Stammtisch findet am 22.1.2020 ab 19.00 Uhr im “Ratskeller Steakhouse Nilot”, Markt 1 in Torgau statt.
Ich hoffe, viele von Euch an dem Tag zu sehen und bitte um kurze Bestätigung der Teilnahme, wenn Ihr vorbeikommt, damit  realitisch ein Tisch für genug Personen reserviert werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
mmmmmmmm
Euer Holger Haugk

Mit einer ergreifenden Rede von Robert Habeck wurde am Freitag in Bielefeld die 44. Bundesdelegiertenkonferenz eröffnet. Unser Kreisverband hatte mich als Delegierter gewählt und stolz darauf, fuhr ich nach Bielefeld, so wie 800 Andere aus allen Landesverbänden.

Neben den Bundesvorstandswahlen, standen die Themen Wohnen, Klima und Wirtschaft auf der langen Tagesordnung über insgesamt 22 Stunden Debatte in der Kongresshalle Bielefeld.

Mit dem Antrag Wohnen haben wir nun eine progressive Antwort auf die steigenden Probleme aller Mieter, insbesondere in den Ballungszentren. Hier einige Beispiele aus dem Beschlusstext:

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Den Vormittag des legendären 9. November habe ich in #Schmannewitz verbracht. Morgenandacht in der Kirche … Mir fallen die unterschiedlichen Kanzeln auf. Ich Frage nach. …”Die zweite Empore auf der Nordseite war ursprünglich nicht vorhanden. Sie stammt aus einer Kirche von Cröbern bei Leipzig, die der Braunkohle zum Opfer fiel.” Irgendwie ist das passend zum Gedenktag …. Die Empore in schwarz-weiß zum Gedenken an Willkür. Doch wir gedenken an diesem Tag noch an viel Schlimmeres…. 1939 ….eine Zeit, die ich glücklicher Weise nur aus Erzählungen meines Vaters kenne. Jedes Opfer von Willkür und Gewalt ist ein Opfer zu viel. Zu diesem Satz stehe ich. Besonders rassistischem und rechtem Gedankengut werde ich auch weiterhin entgegen treten. Auch der Versuch des Sozialismus ist aus meiner Sicht gescheitert. …. Auf der Rückfahrt von Schmannewitz ditzen wir zu viert im Auto. Umleitungsbedingt fahren wir durch den Ort Schwarzer Kater. Ich erwähne, dass in den achtziger Jahren hier ein Atomkraftwerk gebaut werden sollte. Er gsb damals Widerstand auf Kirchenkreisen und von Umweltschützern. Ich war damals nicht dabei. Mit drei kleinen Kinder zu Hause hatte ich einfach Angst eingesperrt zu werden. Pfarrer Uli Korbel und einige meiner Freunde, die heute #Grün (e) sind waren damals ganz aktiv….Am Nachmittag schaue ich im Oschatzer Stadion vorbei. Fussball der Herren Oschatz gegen Merkwitz. Demba Mbye schießt ein Tor. Nach dem Spiel wird rundum abgeklatscht und Demba, wie alle anderen Torschützen, gefeiert. Ich freue mich. Ich habe das Gefühl, die Integration ist gelungen. Der FSV Oschatz hat hier gute Arbeit geleistet.


Am 11.11.2019 um 17.00 Uhr bieten die Stadträte der Grünen im Büro, Lichtstr. 1,  eine Sprechstunde zu den Themen des Stadtrates am 14.11.2019 an.
Oschatzer, die sich dafür oder auch für die Arbeit der Grünen interessieren bzw. andere Anliegen haben, sind dazu herzlich eingeladen.

……info@gruene-oschatz.de oder oschatz@gruene-tdo.info…..
Arbeitsgruppe gegründet/Bürgerbeteiligung gefordert/Kritik zu Stop-Schildern an neuem Radweg/Leser gefragt

Oschatz. Der Alltag für Radfahrer in Oschatz soll verbessert werden. Um das neben touristischen Touren auch den herkömmlichen Radlern im Stadtgebiet zu garantieren, hat die Stadt eine Arbeitsgruppe „Fahrradfreundliches Oschatz“ gegründet. Zur jüngsten Sitzung votierte der Stadtrat einstimmig dafür.

In der Gruppe sollen neben Verwaltungs- und Behördenmitarbeitern und später einem Vertreter der Oschatzer Freizeitstätten GmbH (zur Vermarktung) auch Stadträte – aus jeder Fraktion einer – mitwirken. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar bat die Vorsitzenden, jeweils einen aus ihren Reihen zu benennen. Stadtrat David Pfennig (Grüne) ging das nicht weit genug. Er regte an, auch weitere Vertreter aus den Reihen der radfahrenden Einwohner zu involvieren – in welcher Form das geschehe, darüber müsse man sich noch abstimmen. „Wir haben Bürgerbeteiligung bei diesem Thema eingefordert, jetzt sollte diese auch mit umgesetzt werden“, sagte er.

Die Grünen und die Freien Wähler hatten bereits im Frühjahr angeregt, das Radwegekonzept zu überarbeiten. Hilfe erhofften sie sich dabei, wie auch die Verwaltung, von der Technischen Universität Dresden. Im Rahmen einer Studienarbeit hatte einer der Studenten Verbesserungen für Oschatz vorgeschlagen. Diese wurden für gut befunden, aber nicht umgesetzt. Weil sich an den Rahmenbedingungen seit der letzten Untersuchung im Jahr 2017 in Oschatz nichts verändert habe, lehnte die Universität eine weitere Unterstützung in dieser Form ab. Deshalb wurde auf die Gründung einer Arbeitsgruppe als Alternative zurückgegriffen.

Für David Pfennig ist es wichtig, den Blick bei diesem Thema zu weiten. „Wir hatten bisher vor allem touristische Nutzung auf dem Schirm. Der Alltagsradler ist aber genau so wichtig. Selbst jene, die oft und gern mit dem Rad in der Stadt unterwegs sind, kennen nur die Strecken, die sie selbst regelmäßig fahren. Es ist also gut möglich, dass wir manchen problematischen Bereich gar nicht selbst auf dem Schirm haben“, meinte er. Für ihn gelte es, als Grundlage für die Arbeit der neuen Gruppe, die Stellen zu sammeln, an denen Nachholbedarf herrscht.

Beim Sammeln von verbesserungswürdigen Bereichen in Oschatz und Umgebung gehe es ihm vor allem darum, zu schauen, wo man schon mit geringem Aufwand und ohne große Planungen, die sich zeitlich hinziehen, etwas bewirken kann, etwa im Bereich Beschilderung. Er selbst legte bereits Beispiele vor, etwa die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Autofahrtrichtung in der Innenstadt an der ein oder anderen Stelle. Ferner liege ihm eine Verbesserung für Radler entlang der Bahnhofstraße nach wie vor sehr stark am Herzen. Weiterhin führte er den Dresdener Berg und die Friedensstraße an, für die es jeweils nur in eine Richtung Radwege gebe. Verbesserungswürdig sei auch die Situation rund um den Kirchplatz, sowie an Promenade, hier besonders den Abzweig an der Klosterkirche in Richtung Altmarkt und Brüderstraße, wo es keine Anbindung gibt.

Ein negatives Beispiel, das erst jüngst zu Tage getreten ist, trugen Einwohner bereits an die Verwaltung heran. „In meiner Bürgersprechstunde gab es jetzt jede Menge Nutzer des fertiggestellten und frei gegebenen Mulde-Elbe-Radweges, die angesichts der neu aufgestellten Stopp-Schilder mit dem Kopf schütteln. Hier ist uns ein Fehler unterlaufen, die Schilder werden in den kommenden Tagen entfernt“, räumte das Stadtoberhaupt ein.

Wo herrscht Nachholbedarf in punkto fahrradfreundliches Oschatz? Schreiben Sie uns an oschatz.redaktion@lvz.de

Verhungert und vergast: Krankenmorde an Hubertusburger Patienten
Fast tausend Betroffene während des Naziregimes / Öffentliches Gedenken fehlt

Wermsdorf. Ein dunkles Kapitel der Wermsdorfer Krankenhausgeschichte wurde am Montagabend aufgeschlagen: Auf Einladung des nordsächsischen Grünen-Kreisverbandes sprachen Dr. Boris Böhm von der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und Psychiatrie-Chefarzt Dr. Peter Grampp über die Morde an psychisch kranken oder geistig behinderten Menschen im Rahmen der NS-Aktion T4. Die Abkürzung bezeichnete die Dienststelle, die die Krankenmorde organisierte.

Über 70 Besucher verfolgten die Vorträge in der Ergotherapie des Fachkrankenhauses. Dabei konnten beide Referenten mit genauer Recherche punkten, denn Meldebögen, Patientenkarteikarten oder medizinische Akten sind zum Teil noch vollständig erhalten. Anhand derer lässt sich nachvollziehen, dass 1940/41 fast eintausend Patienten von Hubertusburg in Tötungsanstalten verlegt und dort umgebracht worden. „Es geht oft die Legende um, dass den Patienten nichts passiert ist, die seien alle nur ’woandershin’ gebracht worden“, gab Boris Böhm eine lange benutzte Auffassung wieder. „Die Menschen kamen aber nicht irgendwohin, sondern in die Gaskammern nach Pirna-Sonnenstein oder Brandenburg an der Havel.“

Mit Beginn der Naziherrschaft habe die Aggression gegenüber Kranken und geistig Behinderten deutlich zugenommen, so Böhm. Für diese Entwicklung sei schon zuvor der Weg bereitet worden, erinnerte Peter Grampp. Schon im 19. Jahrhundert sei die Diskussion über Verhinderung minderwertigen Lebens geführt worden. Und auch wenn bis 1940 keine systematische pharmakologische Tötung und keine Vergasung stattgefunden habe, sei die Hubertusburg „überhaupt nicht ausgenommen von den Krankenmorden“, so Grampp. Vielmehr habe zuvor ein „stilles Sterben“ eingesetzt – schlichtweg durch den Entzug von Nahrung. So habe man allein während des Ersten Weltkrieges 70 bis 80 Prozent der Hubertusburger Patienten schonungslos verhungern lassen. In anderen Heil- und Pflegeanstalten sei das ähnlich gewesen. „Immer wenn die Zeiten schlechter wurden, finden wir eine Übersterblichkeit in der Psychiatrie“, machte er deutlich.

Boris Böhm und seine Mitstreiter stießen bei ihren Recherchen auf einen weiteren schrecklichen Fakt der Krankenhausgeschichte: „Wir wissen von mindestens 120 Männern, die in Hubertusburg und Oschatz zwangssterilisiert worden.“ Bei keinem dieser Fälle auf der Grundlage des Gesetzes zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ habe es ein Einverständnis der Betroffenen gegeben, verweist Peter Grampp auf Akten jener Jahre.

Zwar habe es unter den Ärzten im Wermsdorfer Krankenhaus keine begeisterten Anhänger des Nazi-Systems gegeben, öffentlichen Widerstand aber auch nicht, fasste Grampp zusammen. So habe der damalige Psychiatrie-Chefarzt Weicksel versucht, Anordnungen wie die Rationierung der Lebensmittel für Patienten lange auszusitzen. „1935 führte dann der sächsische Innenminister ein Gespräch mit dem Chefarzt und danach nimmt die Sterblichkeit in der Hubertusburg zu“, weiß Grampp aus alten Akten. Weicksel habe außerdem Krankheit vorgeschützt und versucht, sich in den Ruhestand versetzen zu lassen. Doch Grampp ist überzeugt: „Die Ärzte wussten sehr genau, was passiert.“ Als 1940 die Psychiatrie geräumt wurde, habe auch die Bevölkerung das Verschwinden der Patienten wahrgenommen.

Allein in Pirna-Sonnenstein wurden von Juni 1940 bis August 1941 mindestens 13 720 Männer, Frauen und Kinder ermordet. Die Patienten wurden zum Duschen geschickt und stattdessen durch eingeleitetes Gas getötet, beschrieb Boris Böhm. Anschließend kamen die Leichen in Verbrennungsöfen. Für die T4-Aktion zur „Vernichtung unwerten Lebens“ hatten die Nazis zuvor auch Hubertusburg als Standort im Visier, erklärte Böhm. „Das sollte eine Euthanasieanstalt für Mitteldeutschland werden.“ Aber die Nutzung für das Militär sowie als Lager für Bessarabiendeutsche durchkreuzten diese Pläne. „Trotzdem war die Hubertusburg in starkem Maß von Euthanasie betroffen“, machte er deutlich.

Ein öffentliches Gedenken daran fehle bisher. „Ich finde es absolut bedauerlich, dass Besucher von der Krankenhausgeschichte nichts mitbekommen, sondern nur etwas von der Hubertusburg als Jagdschloss erfahren“, sagte er. Peter Grampp verwies darauf, dass es immerhin in den Klinikfluren von Patienten gestaltete Fliesen gebe, die symbolisch an die ermordeten Kranken erinnern sollen.

„Das ist kein einfaches Thema, aber wir müssen das irgendwann anpacken“, meinte Barbara Scheller, Direktkandidatin der Bündnisgrünen für die bevorstehende Landtagswahl. Sie dankte beiden Rednern für die guten Informationen. Womöglich sei gerade jetzt die richtige Zeit, sich damit zu beschäftigen. „Heute, da viele recht laut rufen, dass manche besser sind als andere.“ Weiter auf Kommentar