Das gab es im Landkreis Nordsachsen noch nie – Vier Parteien küren einen Bürgermeister-Kandidaten. SPD, Linke, Grüne und FDP werden Tobias Meier im Wahlkampf unterstützen.

Am 25.2. 2014 trafen sich SPD, Linke, FDP und wir Grüne, um im Tauchaer Bowlingdcshungel einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 7. Juni in Taucha zu nominieren.  Es war spannend. In geheimer Abstimmung wählte Jede Partei nach ihrer Satzung den Kandidaten. Bei uns Grünen, wählte die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes. Deshalb  nahmen Grüne aus ganz Nordsachsen an der Veranstaltung teil. Es wurde sehr intensiv noch einmal das Für und Wider der gemeinsamen Kandidatur abgewogen. Denn auch aus den eigenen Reihen, stand ein Bewerber für das Kandidatenamt zur Verfügung. Mit sehr großer Mehrheit entschienden wir Grünen uns, das Bündnis zu wagen.
Alle vier Parteien verkündeten nacheinander ihr Wahlergebnis.  Jede hatten sich mehrheitlich Tobias Meier entschieden.

Tobias Meier Bürgermeisterkandidat für Taucha

Tobias Meier Bürgermeisterkandidat für Taucha

Der 36-jährige Kandidat dankte für das Vertrauen, nannte den Tag einen bedeutenden für die Stadt. … „Mit Herz und Liebe brennen wir alle für Taucha, und das müssen wir jetzt auch nach außen tragen und jeden Tauchaer ansprechen“, schwor Meier schon mal auf den Wahlkampf ein.
Glückwünsche und moralische Unterstützung erhielt Meier vom ehemaligen Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich, der sich gleichfalls am 7. Juni zu einer anderen Wahl stellt. Er will Landrat in Nordsachsen werden. Wir Grünen möchten dafür auch ein Parteien-Bündnis schmieden. Die Linken sind schon im Boot. Mit weiteren möglichen Bündnispartnern wird noch verhandelt.
Unser Landesvorstandssprecher Jürgen Kasek hat die Bündnisbesiegelung in Taucha vor Ort verfolgt und gratulierte Tobias Meier und sprach zu allen Anwesenden: … „Dass sich dieses Bündnis zusammenfindet, ist ein starkes Signal.“ Barbara Scheller, die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes, bezieht die Unterstützung auf die bisher gemachten guten Erfahrungen bei der Zusammenarbeit im Tauchaer Stadtrat in der Frakktion FDP / Grüne.“Wir wollen den Bürgermeistersitz nicht der CDU überlassen“, meinte die 56-Jährige.

Der Gang zur Urne :              Stefan -Felix Winkler

Der Gang zur Urne : Stefan -Felix Winkler

Zur möglichen Kandidatur von Peter Hettlich als gemeinsamem Kandidat von Linken, Grünen und SPD traf sich gestern der Kreisvorstand Nordsachsen von Bündnis 909/Die Grünen in Taucha.

Die Kreissprecher Barbara Scheller und Jens Rühling nehmen zur aktuellen Lage wie folgt Stellung:

„Wir freuen uns, dass Peter Hettlich am Wochenende seine Bereitschaft erklärt hat, als gemeinsamer Kandidat von Linken, Grünen und der SPD für das Amt des Landrats zu kandidieren. Schon auf der Mitgliederversammlung am 6. Januar hatten unsere Mitglieder ihre grundsätzliche Zustimmung für Gespräche mit der Linken und der SPD im Hinblick auf eine gemeinsame Kandidatur gegeben.

Wir sehen viele inhaltliche Gemeinsamkeiten mit der Linken, würden uns aber auch freuen, wenn die SPD nach Abschluss ihrer internen Abstimmungen das Bündnis unterstützt. Wir stehen aber auch zu einem Zweierbündnis mit der Linken, denn Demokratie lebt vom Angebot mehrerer Kandidatinnen und Kandidaten und einem fairen Wettstreit.

Wir uns sicher, mit Peter Hettlich einen erfahrenen, kompetenten und ernsthaften Bewerber für das Amt des Landrats gefunden zu haben und freuen uns auf konstruktive und spannende Gespräche in den kommenden Wochen.“

Deshalb werben wir Grünen  dafür, dass es einen gemeinsamen überparteilichen Kandidaten gibt, der die Mehrheiten im Kreistag repräsentiert. Damit wird es eine echte Alternative für die Wahl zum Landrat geben.

Die Bilanz der Entwicklung des Landkreises Nordsachsen ist geprägt von der Abhängigkeit des Landkreises von der Sächsischen Landespolitik.
25 Jahre CDU-Politik hat einen Landkreis zusammengeführt, der sich von unten nie gebildet hätte. Der Landkreis hängt am Tropf der Staatsregierung. Das Duo Kupfer & Czupalla hat sich für Kai Emanuel entschieden und dessen Empfehlung als Landratskandidat durch den CDU-Vorstand  vorgeschlagen. Wenn die CDU- Basis den Vorschlag des Vorstandes bestätigt, wird dieser ein Garant dafür sein, dass sich der Politikstil der CDU nicht ändert. Im Landkreis möchte die CDU die Politik des Herrn Czupalla unter anderem Namen fortsetzen.

böll mügeln q6.01.2015 19.00 Uhr – 20.30 Uhr Saal Erdgeschoss Schloss Ruhetal, Schlosstr. 17, Mügeln

Stiftung Weiterdenken lädt ein:
Britta Schelleberg berichtet über ihr Buch: “ Mügeln: Die Entwicklung rassistischer Hegemonien und die Ausbreitung der Neonazis“ zu den Vorfällen 2007 beim Stadtfest – mit Monika Lazar, MdB der Grünen

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Der 9.11. ist ein Schicksalstag für die Deutschen. Es ist der Tag der Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918, der Tag, an dem Hitler und Ludendorff in Bayern dass erste Mal versuchten, durch einen Putsch die Macht an sich zu reißen, der Tag der Reichprogromnacht 1938, als die wahnsinnige Ideologie des Nationalsozialismus die Deutschen schon fest im Griff hatte, und es ist der Tag des Mauerfalls 1989. In diesem Jahr feiern wir das 25. Jubliläum und können berechtigt stolz darauf sein, dass damals alles friedlich verlief. Die verlegten Stolpersteine als Erinnerung an ermordete Juden treten in den Hintergrund.

Denn welches Volk will nicht stolz auf sich sein?

Im Ausland wurde ich darauf angespochen – was seid ihr Deutschen für ein Volk, dermaßen zerrissen in der eigenen Geschichte.So viel Heldenmut, kluge, weltweit umjubelte Köpfe wie Goethe oder Beethoven und so viel Feigheit, Niedertracht, Gewalt, Kleinbürgertum und Angst.

An die Zeit der Nationalsozialisten will niemand erinnert werden. Zu viel Scham und Schuld, zu viele traumatische Erinnerungen, zu viel Angst vor neuen Repressalien durch KGB und Stasi.

Doch es gab auch im Nationalsozialismus Zivilcourage. Da wurden jüdische Menschen und polnische Zwangsarbeiter gerettet. Niemand sprach darüber. Doch von dieser Zivilcourage zu erfahren, ist wichtig für uns als deutsches Volk. Wir müssen die wichtigen Fragen stellen an die, die noch da sind.

Uta Schmidt (Grüne Stadträtin in Oschatz)

Nehmen wir uns diese verschwiegenen Helden zum Vorbild und lassen endlich den Teil des verhängnisvollen ´deutschen´ Denkens und Handelns, der uns so prägt und über Generationen verfolgt, sein

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Lassen wir die neuen Fremden, die Asylbewerber in unseren Orten, als Menschen hier ankommen. Wenigstes freundlich sein, diese Zivilcourage sollte in jedem von uns stecken.

Dr. Britta Schellenberg: ´Mügeln: Die Entwicklung rassistischer Hegemonien und die Ausbreitung der Neonazis´

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Die Schrift, die letzte Woche im Döbelner Treibhaus e.V. vorgestellt wurde und eine genaue Aufklärung der rassistischen Ereignisse vor 7 Jahren beim Stadtfest beinhaltet, kann jetzt ausgeliehen werden.

Der Kreisverband Bündnis 90 / die Grünen stellte je 3 Exemplare der Bibliothek Mügeln, Herrn Naumann, der Buchhandlung Varius und der Kirchgemeinde Mügeln zur Verfügung. Die Buchhandlung Varius nimmt auch Bestellungen zum käuflichen Erwerb entgegen. Außerdem kann man sie in Oschatz im E-Werk bei Rico Weise ausleihen.

Das Buch trägt dazu bei, Zivilcourage zu entwickeln – indem es am Beispiel Mügeln aufklärt, wie Vertuschung, Verharmlosung und Diffamierung den demokratischen Handlungsspielraum verkleinern.

Am Freitag fondest um 19 Uhr die Kreisvorstandssitzung im Oschatzer E-Werk statt.

Themen:

Auswertung Landtagswahlkampf und künftige Arbeit in der Region.

Delegiertentreffen für die Landesdelegierten der LDK am Samstag in Leipzig.

Wir sagen „Danke!“ an alle Wählerinnen und Wähler, die uns bei der Landtagswahl ihr Vertrauen geschenkt haben. Ihre Stimme ist unser Auftrag, in den kommenden fünf Jahren weiter für mehr Klimaschutz, für eine wirkliche Energiewende, für mehr Bildungsgerechtigkeit und für weitere Zukunftschancen Sachsens im Landtag zu kämpfen.

Denn es ist möglich – mit Ihrer Unterstützung.

Über 120 Besucher sehen Rechtsrock-Dokumentation „BLUT MUSS FLIEßEN“ in Eilenburg und Oschatz – ein Bericht

In den späten Nachmittagsstunden fanden am 21. Januar 2014 zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg ins Jugendhaus VI, um die Rechtsrock-Dokumentation „BLUT MUSS FLIEßEN“ mit Filmaufnahmen von Rechtsrock-Konzerten in Sachsen, Deutschland und Europa zu sehen, die der Journalist Thomas Kuban über Jahre hinweg unter hohem persönlichen Risiko undercover gedreht hatte. Auch bei der anschließenden Filmvorführung in der Alten Schaltwarte des Oschatzer E-Werks war der Saal trotz des Wintereinbruchs gefüllt.

Im Anschluss an beide Filmvorführungen konnten die 120 Gäste den anwesenden Filmemacher Peter Ohlendorf zum Hintergrund der Entstehung des Films und zu den Schwierigkeiten, ihn der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, befragen. Miro Jennerjahn gab Auskunft über die Entwicklung rechtsextremer Propaganda und Gewalt im Freistaat Sachsen unter besonderer Berücksichtigung seiner Erfahrungen im NSU-Untersuchungsausschuss. Für das Wurzener Netzwerk für Demokratische Kultur saß zudem Stephan Meister mit auf dem Podium und konnte von seinen Erfahrungen im Engagement gegen Rechtsextremismus im ländlichen Raum Sachsens berichten. Seiner Aussage nach fanden im Jahr 2012 in Landkreis Nordsachsen fast an jedem zweiten Wochenende Rechtsrock-Konzerte statt.

Im Mittelpunkt beider Diskussionen stand die Frage, welche Möglichkeiten die Menschen vor Ort haben, um rechte Hasspropaganda und Nazi-Aktivismus entgegenzutreten. Die Zuschauerinnen und Zuschauer sprachen dem Journalisten Thomas Kuban und dem Filmemacher Peter Ohlendorf an beiden Orten ihren Respekt für das couragierte Filmprojekt aus. Auf Überraschung und Unverständnis stieß der Bericht Ohlendorfs über die jahrelang vergebliche Suche nach Kinoverleihen und Fernseh-Programmverantwortlichen, die jedoch einer Ausstrahlung des Films ablehnend gegenüber standen. Seit der Uraufführung im Rahmen der Berlinale 2012 tourt der Filmemacher mit der Dokumentation durch Deutschland und zeigt sie in Kooperation mit lokalen Partnern, wobei er immer wieder auf großes Publikumsinteresse stößt.

Die beiden Veranstaltungen bildeten den Auftakt einer zweiten Veranstaltungsreihe des Landtagsabgeordneten Miro Jennerjahn und des Filmemachers Peter Ohlendorf durch sächsische Städte, nachdem sie den Film anfang 2013 bereits in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Bautzen, Wurzen, Meißen und Döbeln auf die Leinwand gebracht hatten. Für Februar ist in Sachsen eine Reihe weiterer Aufführungen mit anschließenden Diskussionen geplant.
Hintergrund:
Gerade junge Menschen werden mit Musik an die rechtsextreme Szene herangeführt und dort radikalisiert, Nazimusik und Nazikonzerte sorgen für Zusammenhalt unter Rechtsextremen. Daher wäre es falsch, Nazimusik leichtfertig als Jugendkultur neben anderen abzutun, aus denen die Betroffenen mit zunehmenden Alter ‚herauswachsen‘. Darüber hinaus hat sich dieser Bereich auch zu einem blühenden Geschäft entwickelt: Allein in Sachsen wird der Umsatz der Musik- und Merchandisingversandhandel auf ca. 3,5 Mio € im Jahr geschätzt. Der Verfassungsschutz schätzt zudem, dass bei sächsischen Konzerten im Jahr 2011 80.000-100.000 € eingenommen wurden.

Der Journalist Thomas Kuban und der Filmemacher Peter Ohlendorf haben mit hohem Risiko in ihrem Film ‚Blut muss Fließen‘ mit versteckter Kamera gefilmt, was bei Nazikonzerten in Sachsen, Deutschland und im Ausland hinter verschlossenen Türen geschieht. Die Bilder dokumentieren Hass, Gewaltphantasien und Nazipropaganda als zentrale Merkmale der rechten Szene.

In einem Leserbrief fasst Volkmar Hoßbach den erfolgreichen Kampf der Gröppendorfer Bürger gegen eine 100 000er Junghennen aufzuchtanlage zusammen. Der Artikel macht Mut Missstände aufzuzeigen und sich als Bürger für die Beseitigung dieser Stark zu machen. Es ist immer sinnvoll sich frühzeitig mit geplanten Vorhaben auseinanderzusetzen, um noch den Bürgerwillen einfliesen zu lassen. Wir Grünen stehen grundsätzlich für die besere Beteiligung von Bürgern bei Bauvorhaben.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Erfolgreicher Protest soll Mut machen

Zum Beitrag „Protest beendet – Plakate weg“ vom 7. September 2013:

Als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Gröppendorf möchte ich zu diesem Artikel einige Anmerkungen machen. Die Entfernung der Plakate war für uns nur eine formale Sache. Wesentlicher ist, dass es ein kleines Dorf geschafft hat, die Errichtung einer Massentierhaltungsanlage in unmittelbarer Ortsnähe mit all den negativen Folgen zu verhindern.
Wir konnten damit das vielleicht schönste Stück intakter Natur mit Blick zum Collm in Gröppendorf erhalten. Und es gibt wenige Beispiele in Deutschland, wo es betroffenen Bürgern gelungen ist, sich erfolgreich den Profitinteressen weltweit agierender Konzerne entgegen zu stellen.
Nach zwei Jahren unermüdlichen Kampfes ist man sensibel für das Thema Massentierhaltung geworden.
Wir sollten in Gröppendorf ein Plakat stehen lassen „Tierfabriken machen krank“.
Denn diese Aussage wird immer aktueller. Die furchtbaren Lebensbedingungen der Tiere in der Massentierhaltung erfordern zwangsläufig einen hohen Einsatz von Antibiotika, der wiederum zu einem immer stärkeren Auftreten multiresistenter Keime führt. Diese Keime, die unsere
Gesundheit zunehmend gefährden, finden wir dann in der Umwelt und in unseren Nahrungsmitteln. Das sollten wir nicht vergessen und immer wieder darauf aufmerksam machen.
Wir möchten mit unserer erfolgreichen Protestbewegung anderen Mut machen, dass es sich in unserem Land noch lohnt, sich einzumischen und Dinge beim Namen zu nennen. Sehr wichtig ist es, auf fachlich fundierter Basis sachlich zu argumentieren, die betroffenen Menschen einzubeziehen, Ihnen Mut zu machen und die Probleme in breiter Öffentlichkeit konsequent darzustellen. Wir haben im Gemeinderat Wermsdorf immer wieder unsere Proteste vorgetragen, wir haben es geschafft, dass das Fernsehen des MDR berichtet hat, wir können uns bei der OAZ bedanken, die unsere Aktionen begleitet hat und bei den vielen, die uns zur Seite gestanden haben. Unserer ganz besonderer Dank gilt der Vorsitzenden des Ortschaftsrates in der Gemeinde Wermsdorf, Frau Barbara Scheller, die von Anfang an immer für uns da war.
Volker Hoßbach, Sprecher der
Bürgerinitiative Gröppendorf