…..Die EU-Abgeordnete der GRÜNEN Maria Heubuch lädt gemeinsam mit den Kreisverbänden von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN der Regionen West -u. Mittelsachsen, am 25.10.2018 um 19.30 Uhr in das Schloss Wurzen, Amtshof 2, zu einer Veranstaltung mit einem höchst brisanten Thema ein: dem Landgrabbing.

Ein entfesselter, spekulativer Bodenmarkt, Aufkäufe ganzer landwirtschaftlicher Betriebe durch Kapitalanleger und eine verzerrende Strukturpolitik stellen in vielen Regionen Europas eine vielfältige, solide und nachhaltige bäuerliche Landwirtschaftsstruktur in Frage.

Die Landwirtschaft verliert ihre Bäuerinnen und Bauern. Und die Bäuerinnen und Bauern verlieren das Land, auf dem sie wirtschaften. Moderne Landjäger, oft Kapitalgesellschaften, kaufen – in der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – Land und wetten auf die zukünftige Teuerung von Lebensmitteln und Rohstoffen. Land ist zunehmend Anlage- und Spekulationsobjekt geworden.

Wer als Bauer überleben will, muss heute fast überall weiter wachsen. Wer neu in die Landwirtschaft einsteigen will, hat kaum noch eine Chance, wenn er das Land nicht von den Eltern erbt. Agrarindustrielle Erzeugung in immer größeren landwirtschaftlichen Strukturen bedroht die Artenvielfalt, das Grundwasser, unsere ländlichen sozialen Strukturen und die Qualität der Lebensmittel in Europa und Afrika.

Maria Heubuch wird anhand der Beispiele aus der Praxis, über die der Landwirt Dirk Meinsberg berichtet, die Strategien dahinter und entstehende Konsequenzen erläutern. Willi Lehnert von der Ökonauten e.G. erklärt ein Modell, welches diesem Prozess entgegen wirkt.

Ort: Schloss Wurzen Amtshof 2 04808 Wurzen                                                                    

Termin: 25.10.2018 19.30 Uhr Ende gegen 21.00 Uhr

Moderation: Malte Reupert,Sprecher KV Nordsachsen Bündnis 90 / Die Grünen

Referenten:
Maria Heubuch, MdEP der Grünen Entwicklungs- und Agrarpolitik in der EU
Willi Lehnert MSc. Öko-Agrarmanagement Ökonauten eG
Dirk Meinsberg, Landwirt aus Nordhausen/ Thüringen

….Redaktion: Nina Lippmann

…. Liebe MitstreiterInnen, liebe Freundinnen und Freunde,

der NSU-Prozess ist zu Ende und die Urteile wurden gefällt, doch umfassende Aufklärung sieht anders aus. Auch nach über 438 Verhandlungstagen, zahlreichen Untersuchungsausschüssen auf Bundes- und Landesebene sowie etlichen akribischen Recherchen durch Presse und Zivilgesellschaft sind längst nicht alle Fragen geklärt. Vor allem die Rolle des Verfassungsschutzes und die Frage nach dem Unterstützernetzwerk bleiben weiterhin im Dunklen. Die Tatsache, dass der Verfassungsschutz in Hessen Akten über Jahrzehnte hinweg verschlossen hält, ist ein anhaltender Skandal.

Auch Ende August bei den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz hat der Rechtsstaat versagt. Ich war selbst vor Ort und habe mit Schrecken die aufgeheizte, wütende Stimmung unmittelbar erlebt und anschließend meine Erlebnisse in einem Bericht niedergeschrieben. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es den gewaltbereiten, hasserfüllten Neonazis um ein würdiges Gedenken an den toten jungen Mann oder um das Leid seiner Angehörigen ging. Ganz offenkundig sollte sein Tod für rechte Propaganda missbraucht werden und erschütternd ist, dass viele Menschen aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft sich davon ansprechen ließen. Diese Probleme müssen in den Fokus. Dazu sollten sich unser Bundesinnenminister und der sächsische Ministerpräsident in aller Klarheit antirassistisch äußern, statt mit semantischen Disputen über den Begriff der „Hetzjagd“ die Angriffe auf Menschen zu verharmlosen. Die Opferberatungsstellen berichten, dass nach den rechten Ausschreitungen in Chemnitz rassistische Gewalttaten deutlich zugenommen haben. Statt jedoch alle Menschen in Deutschland zu schützen, wie es seine Aufgabe ist, sorgte sich Bundesinnenminister Seehofer darum, dass Herrn Maaßen so weich wie möglich fällt – und das auch noch, nachdem dieser mit unbewiesenen Behauptungen eine öffentliche Diskussion über vermeintliche linke Fake-News anzettelte und damit Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremen goss. Die gerade erfolgte Festnahme von mutmaßlichen Rechtsterroristen der Gruppe „Revolution Chemnitz“ ist alarmierend und zeigt, dass auch fast sieben Jahre nach Selbstenttarnung des NSU-Trios die Gefahr des Rechtsterrorismus nicht gebannt ist und nicht erkannt wird.

Bei den Ausschreitungen in Chemnitz konnte man auch wieder beobachten, welch großes Mobilisierungspotential rechtsextreme Hooligans haben. Bereits HoGeSa 2014 und der Angriff auf Leipzig-Connewitz 2016 haben gezeigt, wie gefährlich die Mischszene aus Neonazis, Hooligans und Kampfsportlern ist. In den letzten Jahren konnte man einen Trend zur Professionalisierung der Hooliganstrukturen erkennen. Insbesondere der Kampfsport spielt hier eine immer größere Rolle, davor darf die Bundesregierung nicht weiter die Augen verschließen: Fördermaßnahmen zur Rechtsextremismusprävention im Kampfsport wären ein guter Anfang.

Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht. In den Tagen nach den rassistischen Ausschreitungen formierte sich ein starkes Bündnis aus Zivilgesellschaft, Kunst und Politik und zeigte mit dem Konzert „Wir sind mehr“ und Demonstrationen unter dem Motto „Herz statt Hetze“, dass Demokratie und Menschlichkeit in Chemnitz ein Zuhause haben und die Rechten immer noch eine Minderheit sind. In diesem Sinne hoffnungsvoll wünsche ich Ihnen und euch einen schönen Start in einen goldenen Herbst.

Herzliche Grüße

Monika Lazar

https://www.monika-lazar.de/fileadmin/user_upload/newsletter/NL2018/Newsletter_03_2018.html

DER BERICHT  Meine Eindrücke von Chemnitz am 27.08.2018

Veranstaltungsbericht, 07.09.2018

Persönlicher Brief von Monika Lazar an ihre KollegInnen in der Politik

Liebe KollegInnen,

es ist zwar schon sehr viel in der Presse über die Ereignisse der letzten Tage in Chemnitz geschrieben worden. Da ich am Montag selber vor Ort war, möchte ich euch meine subjektiven Eindrücke schildern.

Vorbemerkung 1: Was am Sonntag sich in der Chemnitzer Innenstadt ereignet hat, setze ich als bekannt voraus.

Vorbemerkung 2: Da ich aus Sachsen komme und schon viele Anti-Nazi-Demos seit Anfang der 90er Jahre erlebt habe, habe ich schon einige Szenarien erlebt, bin nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen und recht „abgehärtet“, was die politischen Verhältnisse in Sachsen betrifft.

Was am Montag geschah:

In der Nacht von Sonntag auf Montag bekam ich mit, dass es eine Mobilisierung von Leipzig nach Chemnitz für Montag Nachmittag gibt. Ich entschloss mich, mit nach Chemnitz zu fahren.
Das Bündnis  „Leipzig nimmt Platz“, das auch über zwei Jahre die Protestaktionen gegen Legida maßgeblich organisiert hat, rief auf, gemeinsam mit dem Zug nach Chemnitz zu fahren. Ich fuhr mit der Gruppe mit, es waren viele, vor allem, aber nicht ausschließlich junge Leute.  Der Zug war voll, die Stimmung entspannt.

Als wir am Hbf Chemnitz 17.30 Uhr eintrafen, begleitete uns die Polizei bis zu unserem Kundgebungsort in der Innenstadt,  nicht allzuweit entfernt,  ca 15 min Fußmarsch. Unsere Gruppe war ungefähr 300 Leute groß.
Als wir im kleinen Stadthallenpark, unserem Versammlungsort, ca 18 Uhr eintrafen, empfingen uns die bisher Anwesenden mit großem Hallo. Es waren auch noch Leute aus Dresden gekommen und Menschen aus Chemnitz ebenso, von jung bis älter, auch einige MigrantInnen.

Es gab eine kurze Ansprache, ansonsten  verteilten wir uns im Gelände mit Sicht auf die gegenüberliegende Straßenseite mit dem „Nischel“, also dem Karl-Marx-Monument.
Dort sammelten sich die Leute, die dem Aufruf des rechten Bündnisses „Pro Chemnitz“ gefolgt waren. Da es schon am Sonntag eine starke Mobilisierung aus dem Hooliganspektrum gab (u.a. Kaotic vom örtlichen CFC) war klar, dass auch heute dieses Spektrum vertreten sein wird. Das bestätigte sich, vor allem kamen heftige Hooligans aus verschiedenen Regionen der Republik.

Beide Kundgebungen standen sich gegenüber,  dazwischen nur eine vierspurige Straße des Innenstadtrings, wo sich die Journalisten aufhielten. Am Anfang konnte man gut beobachten, wie diese Kundgebung immer größer wurde. In der Presse war später zu lesen, wir waren ca 1500, die ca 6000.

Nun zur Polizei: Aus meinen bisherigen Demoerfahrungen  hatte ich mit starker Polizeipräsenz gerechnet, ergänzt durch berittene Einheiten und Hundestaffel. Aber weder das war zu sehen, noch gab es eine Trennung bzw. Sicherung der beiden Seiten mit Gittern oder Polizeiwagen.
Es waren auch viel zu wenig Polizisten zu sehen, später wurde die Zahl von ca 600 genannt.
Ich dachte mir, was hat denn die Polizei heute für ein Einsatzkonzept und befürchtete, dass die wenigen Polizisten es gar nicht schaffen können.
Beide Seiten standen sich ca. zwei Stunden gegenüber, die Stimmung bei uns war gut, drüben wurde es immer voller und aggressiver. Selbst Hitlergrüße konnte nicht sofort verfolgt werden, weil zu wenige Polizisten da waren. Es gab nicht mal eine durchgehende Linie von Polizisten zum Schutz. Ich dachte mir, wenn eine kleine Gruppe jetzt einfach  losstürmt, werden zuerst die Polizisten überrannt,  dann die Journalisten und in wenigen Schritten sind wir dran, kein sehr schönes Gefühl.

Kurz vor 20 Uhr kam auf einmal Bewegung in die Gruppe uns gegenüber,  man nahm Aufstellung zur Demo um den Innenstadtring. Innerhalb weniger Sekunden flogen volle Glasflaschen und Böller in unsere Gruppe. Wir bekamen einen Schreck, zum Glück entstand bei uns keine Panik und wir zogen uns etwas zurück,  so dass man uns nicht mehr bewerfen konnte. Wir hatten großes Glück,  denn diese Situation hätte ganz anders ausgehen können.

Nun dachte ich, nach diesen gewalttätigen Vorkommnissen wird die Polizei die Demo untersagen, weil die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist, aber weit gefehlt. Es wurde die komplette Demostrecke abgelaufen.  Das konnten wir nun nicht mehr sehen, da wir uns nun wieder hinten standen. Die TeilnehmerInnen unserer Kundgebung konnten beruhigt werden, es gab einige Redebeiträge und es wurden spontan Lieder gesungen.

Mittlerweile war es ca 20.30 Uhr und es wurde dunkel. Ich dachte, wie kommen wir denn nun wieder von hier weg. Bei uns gab es keinerlei Polizei,  es liefen wohl die meisten bei der rechten Demo mit. Was man später mitbekommen hat, war das ja schon riskant genug und die Polizisten viel zu wenige bei den Aggressionen. Uns wurde zugesichert,  dass unsere Abreise vom Versammlungsort mit Polizei begleitet wird. Aber nichts geschah. Die Einheimischen machten sich auf gut Glück auf den Heimweg. Die Leute aus Leipzig und Dresden, die zum Zug mussten, mussten aber den Weg zum Hbf bewältigen. Wir bekamen mit, dass die Demo zu Ende war und kurz danach, dass die rechte Kundgebung beendet wurde. Da dachte ich wieder, nun wird die Polizei doch für eine Trennung beider Seiten sorgen. Aber auch das klappte nicht. Wir Zugreisenden machten uns schließlich ohne Polizeibegleitung auf den Weg. Wir sahen, wie immer mehr rechte Kleingruppen, auch von Hooligans,  sich im Dunkeln verteilte. Wir hatten nun mittlerweile echt Angst, dass wir von denen als „leichtes Ziel“ gefunden werden. Irgendwann bekamen wir einige Polizisten an die Seite, die uns begleiteten. Aber auf dem kurzen Weg zum Hbf. mussten wir mehrfach anhalten, weil uns rechte Kleingruppen angreifen wollten. Die Polizei hatte die Lage wieder mal nicht im Griff.

Zum Glück erreichten wir dann den Hbf. und der Zug,  der eigentlich schon hätte losfahren sollen, wartete auf uns. Wir freuten uns, in den Zug einsteigen zu können und konnten uns erstmal entspannen, als er los fuhr, es waren zum Glück keine Rechten mit im Zug. Auch an den Unterwegsbahnhöfen und am Hbf Leipzig warteten keine Rechten auf uns (das gab es alles schon).
Als ich spät abends endlich Zuhause war, war ich so froh, dass wir das alles wohlbehalten überstanden hatten. Der Schreck saß tief und auch am nächsten Tag war ich mental noch sehr angegriffen.

Resümee:

Mein Eindruck an dem Abend war, dass unsere Sicherheit mehrmals nicht gewährleistet war und vom Gewaltmonopol des Staates konnte man an diesem Abend auch nicht immer ausgehen. Es hätte nicht viel gefehlt, und auch am Montag wären Menschen durch Chemnitz gejagt worden oder es hätte noch viel mehr Verletzte gegeben. Die wenigen eingesetzten Polizisten waren weitgehend überlastet. Der Innenminister hat später zugegeben, dass man nicht mit so vielen Teilnehmern auf beiden Seiten gerechnet hat. Eine komplette Fehleinschätzung!  Selbst der sächsische Verfassungsschutz hat vorher gewarnt, von wo überall her gewaltbereite Gruppen anreisen werden. Man hat im Innenministerium wohl immer noch nicht mitbekommen,  wie schnell heutzutage über das Netz mobilisiert werden kann. Der sächsische Innenminister hat sich nur aus dem Lagezentrum der Polizei Chemnitz ein Bild gemacht und war wohl nicht mal am Ort des Geschehens.

Auch für die anwesenden Journalisten war es hart an dem Abend, denn sie waren oft ungeschützt mitten und wörtlich in der Schusslinie.

Der sächsische Ministerpräsident, die Staatsregierung und auch die sächsische CDU müssen sich nun wirklich überlegen, wie sie nach diesen Vorfällen weiter agieren wollen. Ich hoffe, sie treffen mal richtige Entscheidungen und erkennen endlich,  wo die Probleme liegen und wen es zu unterstützen gilt. Einige Monate haben sie noch, ansonsten habe ich für die Landtagswahl schwere Befürchtungen.

Wie weiter:

Nach solchen Erfolgen der rechten Szene wird immer gleich weiter mobilisiert, wie am Donnerstag zum „Sachsengespräch“ des sächsischen Staatsregierung oder am Samstag von der AfD. Da wird es auch Gegenprotest geben. Am Montag wird es ein kostenloses Konzert am „Nischel“ geben, wo u.a. Die Toten Hosen,  Feine Sahne Fischfilet, Kraftklub u.a. Bands auftreten.
Unsere Landtagsfraktion bearbeitet das alles super, dafür, dass wir die kleinste Fraktion sind, klappt das alles echt gut.

Ich bin in den letzten Tagen von vielen Grünen, auch aus der Bundestagsfraktion,  gefragt worden, wie man uns unterstützen kann. Dafür danke ich sehr. Wir haben in einem Jahr in Sachsen Landtagswahlen und können Unterstützung in den nächsten Monaten gut gebrauchen. Alles was jetzt kurzfristig ist, da bitte ich darum, das mit dem Kreisverband und vor allem zur Koordination mit der Landesgeschäftsstelle in Dresden abzustimmen. Und sich inhaltlich etwas mit unserer Landtagsfraktion abzustimmen kann auch nicht schaden.

Besten Dank für die Solidarität der letzten Tage, das tat gut, denn besonders am Montag war es bei der Aggression echt nicht einfach. Bei vielen Bildern aus den Medien war ich froh,  dass ich sie erst nachher gesehen habe.

Wir halten weiter durch, denn auch bei all den unschönen Ereignissen darf man nicht vergessen,  dass es viele engagierte Personen und Gruppen gibt, die sich schon lange und auch weiterhin für unsere Demokratie und für Mitmenschlichkeit, auch in Sachsen,  tagtäglich engagieren. Die gilt es zu stärken. Denn wir sind #DasandereSachsen!

Viele Grüße aus Sachsen.
Monika Lazar

Eigentlich machen wir das schon immer – mit den Bürgerinnen und Bürgern reden. Wir bieten Veranstaltungen an, Treffen uns mit Vereinen, laden zu Ausstellungen ein. Wir unterhalten ein Abgeordnetenbüro, in dem Bürger Fragen stellen und Anliegen vortragen können.

So auch am 5.10.2018, als Monika Lazar, Mitglied des Bundestages für Bündnis 90 / Die Grünen aus Leipzig erst die Ehrenamtlichen der Tafel traf, dann die Ausstellung im Abgeordnetenbüro mit so genannter Art Brut oder auch Outsider Art eröffnete und am Abend Vertreter der Sportvereine der Region eingeladen hatte.

Gut 15 Ehrenamtliche der Tafel waren zu einer Kaffeerunde mit Monika Lazar gekommen. Es ging um vermisste Würdigung des Ehrenamtes, um die zunehmenden Probleme, Lebensmittel gesponsort zu kommen, um die Selbstverständlichkeit bis zur Undankbarkeit, mit der einige Tafelkunden die Lebensmittel entgegen nehmen. Viele der Ehrenamtlichen, die die Lebensmittel, u.a. im Erzgebirge, abholen, einlagern, sortieren, abgeben, arbeiten nebenbei noch. Sie tun es aus dem Bewusstsein heraus, dass die Lebensmittel zu schade zum Wegschmeißen sind und jeder in die Situation eines Bedürftigen geraten kann. Das betonte auch noch mal Frau Knittel, die eine Kochgruppe für Kinder anleitet und den Kindern und manchmal auch den Eltern zeigt, wie schön es ist, gemeinsam zu kochen und zu essen. Viele der Bedürftigen, die dafür eine Bescheinigung vorlegen müssen, sind Alleinerziehende, Aufstocker, Rentner.

Und dann gibt es noch die, die meckern, wenn es wieder Quark gibt, weil die Lieferung sehr groß war. Monika Lazar wollte ihren Besuch auch als Dankeschön an die Freiwilligen verstanden wissen.

Im Abgeordnetenbüro der Grünen im E-Werk warteten schon die Künstler vom Durchblick e.V. Sie hatten sich auf den Weg gemacht, um ihre Bilder selbst vorzustellen – Christine Stumpe, Thomas Bolte, Manh Tranh und Marcel Pissoke. Alle vier eint, dass sie in ihren Bildern ein Stück Selbstverwirklichung finden. Sie würden auch gern in einer richtigen, größeren Galerie ausstellen, aber dafür fehlt schlichtweg das Geld. In ihrem Haus in Leipzig in der Mainzer Str. 7 kann man noch viel mehr Werke ihrer Kunst bewundern.

Sie sind dankbar für die Möglichkeiten, die der Verein dort bietet. Und vor allem – sie finden dort eine Familie, man kennt sich, hilft sich, achtet aufeinander.

Für 18.00 Uhr waren die Sportler zu einem kleinen Imbiss eingeladen. Wir sind dankbar, dass sie ihre Freizeit opferten – immerhin sind die Vorstände der Sportvereine schon im Ehrenamt doppelt belastet, kommen oft gar nicht mehr zum eigentlichen Sport treiben. Neben Vertretern des Tennisvereins, des Sportvereins und des Turnvereins Oschatz hat auch ein Vertreter vom SG Döllnitztal Mügeln die Gelegenheit zum Gespräch genutzt.

Auch hier ging es um die Würdigung des Ehrenamtes, die immer weiter gestiegenen zeitlichen Belastungen, um die ebenso unbegreiflichen Regeln der Bürokratie, an der mancher mit Fachwissen schon scheitert, an der Verantwortung, die man rein rechtlich dann auf sich lädt – und wodurch sich kaum mehr Freiwilllige finden lassen.

Es gab einige Anregungen aus der Praxis. So wurde die Bitte um Vereinfachung des Steuerrechts und insgesamt der Bürokratie geäußert, z. B. auch um zustehende Fördermittel abrufen zu können. Und es kam die Frage, von wann denn das aktuelle Vereinsrecht eigentlich stammt. Es gäbe einiges zu modernisieren. Als Beispiel nannte man kleine Teile in Satzungen, die als falsch kritisiert worden waren – um diese zu ändern, bedarf es einer Mitgliederversammlung, ein zusätzlicher organisatorischer Aufwand für die Vereine. Eine Vereinfachung wäre z.B. eine rechtssichere Mustersatzung für alle (Sport)vereine, die dann aber auch für Jahre Gültigkeit hat.

Es wurde auch die Idee diskutiert, Sportlehrer zu Pflichtstunden als Übungsleiter in Sportvereinen zu verpflichten. Sie sind in der Lage, die frühen Nachmittagsstunden abzusichern, wenn die Kinder trainiert werden. Das ist für alle im Beruf nicht möglich. Auch deshalb ist es immer schwieriger, Übungsleiter für alle Altersgruppen zu gewinnen.

Für Monika Lazar war es wieder ein spannender Tag in Nordsachsen, nah an den Wünschen und Problemen verschiedener Menschen. Wir können alle dankbar sein, dass sich immer noch genügend Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren. Dies müssen wir würdigen, wertschätzen und die Ausübung der Arbeit erleichtern.

– OAZ -Beitrag v. Katharina Storck am 9.10.2018…  Ausstellungseröffnung „Vom Anderssein der Anderen“ im Büro der Grünen im E-Werk

Von Katharina Stork

Oschatz. Drucke, Aquarelle und Zeichnungen reihen sich an einer weißen Leiste aneinander, nur gehalten von runden Magneten. Bunt oder düster heben sie sich ab von der nüchternen Büroatmosphäre im Büro der Grünen im Oschatzer E-Werk. Fünf Künstler des Leipziger Vereins Durchblick e.V. stellen hier seit Freitagnachmittag ihre Werke aus, mit dem Titel der Ausstellung können sie sich nur bedingt identifizieren: „Vom Anderssein der Anderen – Bilder psychisch kranker Menschen“. Uta Schmidt, Mitarbeiterin im Regionalbüro, wollte mit dem Titel bewusst in die Offensive gehen.

„Wir machen Kunst, sonst nichts. Es gibt ja auch keine Kunst von Menschen mit Bauchspeicheldrüsenerkrankungen“, sagt Jens Otto Didier, Mitglied der Kunstgruppe, mit Nachdruck. Wenn er seinem Verein ein bestimmtes Etikett verpassen müsste, dann wohl das der Outsider Art, denn die meisten sind nicht-akademische Künstler. „Das Wichtigste für die Gruppe ist jedoch der Inklusionsgedanke und der Anspruch, Kunst zu machen“, so Didier.

Keiner muss sagen, an welcher Krankheit er leidet oder ob er überhaupt eine hat. Die Künstler tauschen sich während der Entstehung neuer Werke auch oft darüber aus oder versuchen Blockaden mit gemeinsamen Bildern zu lösen. Monika Lazar, Bundestagsabgeordnete für das Bündnis 90/Die Grünen hat die Einladung zur Ausstellungseröffnung ausgesprochen und zeigt sich nicht nur begeistert vom künstlerischen Schaffen, sondern auch beeindruckt vom Grundstück des Vereins in Leipzig, der die Kunstwerkstätten beherbergt. Nach ihrem dortigen Besuch formte sich der Wunsch, dem Verein im Oschatzer Büro die Ausstellung zu ermöglichen.

Gerne würde der Verein auch auf Messen oder in größeren Galerien ausstellen, aber die Mieten sind nicht zu stemmen. Malerin Christine Stumpe zeigt offen ihren Stolz darüber, dass sie Mitglied der Künstlergruppe ist und vor allem über das Bild „Picknick Notenspur“, das sie nach der musikalischen Radtour durch Leipzig erstellte. Telemann, Gluck, Mendelssohn, all diese Komponisten klingen geradezu in den hellen Farben mit und verdeutlichen ihr bewegendes Erlebnis auf visueller und auditiver Ebene. Die Bilder kann man im Verein sogar käuflich erwerben, wie Monika Lazar schon festgestellt hat: Ein Unikat des Vereins zog als Geschenk in das neue Büro einer Kollegin.

online-Variante:   http://www.lvz.de/Region/Oschatz/Outsider-Art-im-Buero-der-Oschatzer-Gruenen


die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag lädt alle Interessierten herzlich zum Werkstattgespräch „Digitale Gesellschaft“ ein.

Ort: Hotel National, Ritterstraße 16, 04849 Bad Düben

Zeit: Montag, 01.10.2018, 17:00 bis 19:30 Uhr

Die Welt wird smart. Ob in der Arbeitswelt, in Bildung, Kultur und Gemeinwesen, bei der medizinischen Versorgung, beim Einkaufen, im Verkehr oder bei der Energieversorgung – der digitale Wandel ist in aller Munde. Doch was bedeutet das für unser alltägliches Leben? Welche Veränderungen entstehen durch Vernetzung und Automatisierung, durch die Erfassung von Daten und die algorithmische Berechnung von allem und jedem? Welche Verbesserungen und welche Risiken birgt Digitalisierung? In welcher digitalen Gesellschaft wollen wir leben? Und was kann Politik tun, damit die Bürgerinnen und Bürger den Wandel mitgestalten können?

Um diese Fragen geht es in unserem offenen Werkstattgespräch. Wir wollen mit Ihnen über Ihre Erwartungen und Erfahrungen zur Digitalisierung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ins Gespräch kommen, Kontakte knüpfen und diskutieren, welche Strategien zur Gestaltung der Digitalisierung in Sachsen geeignet sind.

Zu Beginn stellen Axel Mitzka und Gabi Horster vom Verein Naturpark Dübener Heide e.V. das Projekt „Regiocrowd“ als gutes Beispiel dafür vor, wie die Chancen der Digitalisierung für eine Stärkung der lokalen Beteiligung und nachhaltigen Entwicklung genutzt werden können. Anschließend wollen wir in einer offenen Diskussion weitere Handlungsfelder der Digitalisierung, insbesondere im Ländlichen Raum vertiefen.

Moderation: Dr. Claudia Maicher (MdL), netzpolitische Sprecherin der Fraktion

 

Gesprächspartner sind u.a.:

– Katrin Chevallier, Jugendhaus Poly, Bad Düben

– Axel Mitzka und Gabi Horster, Verein Naturpark Dübener Heide e.V.

– Janet Liebich, „Netzwerk bürgerschaftliches Engagement“, Diakonie Delitzsch/Eilenburg

– Frank Hahn, Referent Regionale Standortpolitik, IHK zu Leipzig

Das Tafelsilber Nordsachsen – und die Naturschutzarbeit der Landesregierung

FFH, SPA Naturschutzgebiet – womit haben die Döberner und andere Anwohner der Elberegion, Landwirte, Angelfreunde und Naturschützer nicht alles zu kämpfen.Der Landtagsabgeordnete Wolfram Günther als Moderator, Nicole Sieck vom Landschaftspflegeverband Torgau–Oschatz und Rocco Buchta vom Institutsleiter des NABU Institut für Fluss- und Auenökologie in Brandenburg stellten sich einer mitunter sehr erregten Diskussion, bei der es um den Sinn von weiteren Schutzausweisungen, aber auch um den Umgang mit dem Bürger vor Ort ging.

So konnte Herr Buchta berichten, dass in Brandenburg seit den Anfängen in den 90er Jahren bei Schutzausweisungen das Ziel war, vorher einen Konsens zwischen den Anwohnerinnen und Anwohnern, Kommunen, Landwirten, weiteren Nutzerinnen und Nutzern sowie vor Ort ansässigen Behörden zu finden, ehe großräumige Naturparks oder Biosphärenreservate als Begegnungsräume mit der Natur festgelegt wurden. Das sei ein langwieriger Prozess, erfordere viel Engagement – auch ehrenamtliches. Aber es erfordere auch den Willen für diesen Weg von Seiten der Landesregierungen.

In Sachsen sind solche Prozesse mitunter anders wahrgenommen worden. Veranstaltungsteilnehmer beklagten sich über das Überstülpen von Reglementierungen. Gemeint waren damit wohl in erster Linie die Naturschutz- und Wasserbehörden vor Ort, die geltendes, von Seiten der Landesregierung festgelegtes Recht durchzusetzen hatten. Eine Information oder Einbindung in solche Prozesse wurde vermisst, der Frust ist hörbar groß. Vorschläge, weitere Naturflächen zu schützen, werden somit mitunter als weitere Bevormundung empfunden.

Sachsen erfüllte die EU-Vorgaben für Schutzgebiete zu FFH- und SPA-Gebieten lange Zeit nicht. Da eine Klage seitens der EU wegen der Nichtumsetzung europäischen Rechts drohte, wurden von der Staatsregierung viele dieser Gebiete kurzfristig ausgewiesen. Eine Einbeziehung der Bevölkerung war dabei nicht vorgesehen. Die Umweltämter der Landkreise haben nun die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die schützenswerten, erholsamen, Naturerlebnisse bietenden Refugien auch entsprechend genutzt oder eben nicht genutzt werden.

Wolfram Günther hatte zu Beginn der Veranstaltung bereits einen Ausbau der Elbe als Wasserstraße, wie er noch immer von Seiten der regierenden Parteien in Land und Bund kommuniziert wird, als nicht nachhaltig und schädlich bezeichnet. Schiffstransporte seien auf der Elbe aufgrund des generell geringen Tiefgangs nur einlagig möglich. Zunehmende Niedrigwasserphasen täten ihr übriges.
Die Transporte gehen an den Elbanliegergemeinden vorbei – ohne Wertschöpfung für die Region. Außerdem sei durch die geringe industrielle Dichte die Nachfrage von hiesigen Firmen dafür sehr gering.

Trotz allem stieg das Personal in der sächsischen Schifffahrtsbehörde vom Jahr 2010 von 92 auf 108 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2018. Die Ausgaben für Gehälter stiegen dabei um gut 1 Mio. Euro, wie aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage durch Wolfram Günther vom Mai dieses Jahres hervorging.

Die Ausweisung eines Gebietes zum Naturpark oder der Anschluss des sächsischen Elbegebietes an das Biosphärenschutzgebiet der anderen Bundesländer wäre ein langer diskussionsreicher, kleinteiliger Prozess, der durch engagierte Leute, auch vor Ort, moderiert werden könne. Aber dazu brauche es eine politische Weichenstellung, so Günther.

…..  und die Althandysammelaktion von Grünen und E-Werk geht weiter.

Damit tuen Sie etwas Gutes:

  • für die Renaturierung der unteren Havel ,die mit 1,60 € pro Handy unterstützt wird. (siehe Aufruf)
  •  für die Wiederverwertung der Rohstoffe, die sich in diesen Handys befinden
  •   weil diese seltenen Rohstoffe z.T. unter großen gesundheitlichen Gefahren oder durch Kinderarbeit abgebaut werden
  • weil wir – und Sie –  die Umwelt nicht noch mehr belasten wollen.

Das Grünenbüro als Sammelstelle ist dienstags von 7.30 – 11.30 Uhr und  donnerstags von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. (Sie können gern in der Stuttmann-Ausstellung auch ein Runde schmunzeln.)
In der Woche vom 10.-15.09.2018 ist das Büro nicht besetzt.

Die Mitarbeiter des E-Werks nehmen ebenfalls die Handys entgegen.  Mo – Fr. von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr – Klingeln oder über den Hof (Körnerstr.)

Zu den jüngsten Vorkommnissen in Chemnitz erklären Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, und Monika Lazar, sächsische Abgeordnete und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus:
 
Die Bilder aus Chemnitz sind beschämend und eines Rechtsstaates schlicht unwürdig. Spätestens nach den Vorkommnissen am Vorabend hätte man eindringlich gewarnt sein müssen. Warum der rechte Mob dennoch erneut durch Chemnitz toben und Jagd auf vermeintlich Nicht-Deutsche, Gegendemonstranten und Journalisten machen konnte, muss zwingend aufgeklärt werden.
 
Nichts rechtfertigt Selbstjustiz und Menschenjagd auf den Straßen, auch nicht die schreckliche Bluttat in Chemnitz. Wir trauern um Daniel H. und sind in Gedanken bei den Hinterbliebenen. Wir haben volles Vertrauen in den Rechtsstaat, dass die Umstände der Tat detailliert aufgeklärt werden.
 
Die Vorkommnisse in Chemnitz sorgen weltweit für Schlagzeilen. Dass sich der zuständige Bundesinnenminister dazu seit Tagen nicht äußert, ist skandalös und bezeichnend zugleich. Wer monatelang rechtsirrig über eine angebliche "Herrschaft des Unrechts" schwadroniert, schafft den ideologischen Nährboden für Aufrufe zur Selbstjustiz. Horst Seehofer muss sich die Frage gefallen lassen, ob das Amt für ihn noch das richtige ist. Wer sein unprofessionelles und unglückliches Agieren seit Monaten verfolgt, fragt sich, ob es das je war.
 
Die Bilder aus Chemnitz wecken schlimme Erinnerungen: Pogromstimmung und rechtsextreme Aufmärsche führten vor 25 Jahren zu der rassistischen Mordserie von Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen.
 
Die Zeit des Wegduckens vor rechten Brandstiftern und Strukturen muss ein für alle Mal vorbei sein - in Sachsen und auch überall sonst. Die wehrhafte Demokratie muss jetzt entschlossen handeln. Der Rechtsstaat ist in der Pflicht, mit ausreichend Polizisten vor Ort präsent zu sein, entschlossen zu handeln und keinen Zweifel daran zu lassen, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt.

Das Foto gehört zum  insolventen Biomassekraftwerk Delitzsch, auf dessen Gelände eine riesiger Kraftwerksschlackhaufen lagert – eines von vielen, seit Anfangder 90-er Jahre ungeklärten Delitzscher Müllproblemen – siehe auch www.pro-demokratie.com

Zschocke: Wurden die Spezialisten der Analytischen Taskforce (ATF) aus Leipzig eingesetzt, um die Freisetzung gesundheitsgefährdende Stoffe zu messen?….

Dresden. Der Brand in der Delitzscher Recyclinganlage reiht sich ein in eine Reihe großer Brände und einige kleinere Brandereignisse in Müll- und Recyclinganlagen in Sachsen. In den letzten Jahren hat es dort im Schnitt ein- bis zweimal pro Monat gebrannt. In jedem zweiten Fall wurde keine Ursache ermittelt. Das geht aus den Antworten von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf zwei kleine Anfragen des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) aus den Jahren 2015 und 2017 hervor.

„Umweltminister Schmidt muss die Unternehmen beim Bau von sicheren, eingehausten Lagern mit automatischer Anlagenüberwachung beraten und finanziell unterstützen“, fordert Zschocke, abfallpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Es gibt technische Möglichkeiten, z.B. mit Sensoren, die Wärmenester identifizieren um Brandherde im Keim zu ersticken.“

„Welche Schadstoffe haben die Luft verpestet? Wurden die Spezialisten der Analytischen Taskforce (ATF) aus Leipzig eingesetzt, um die Freisetzung gesundheitsgefährdende Stoffe zu messen?“, will der Abgeordnete vom Minister wissen und hat zum aktuellen Brand in Delitzsch eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Denn Abfallbrände setzen regelmäßig einen Cocktail gesundheitsgefährdender Stoffe frei. Bisher wurde aber die Task Force auch bei tagelangen Bränden in sächsischen Müllbetrieben nie angefordert.

Dabei wurde bereits im Abfall-Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtages (Abschlussbericht aus dem Jahr 2014) deutlich, dass die Feuerwehren nicht in der Lage sind, Messgeräte in eine Schadstoffwolke hineinzubringen und das Schadstoffe bei Bränden aufgrund ihrer Komplexität nicht eindeutig ermittelt werden können. Das sei Aufgabe der Analytischen Task Force.

„Wie gefährlich war der Brand in Delitzsch? Was war die Ursache? Und was kann daraus für die Zukunft abgeleitet werden?“, lauten weitere Fragen Zschockes.

Zudem will er durch eine weitere Anfrage in Erfahrung bringen, ob die Zahl der Brände in Sachsen endlich zurückgegangen ist. „Mich interessiert auch, ob endlich alle Ursachen ermittelt werden und bessere Vermeidungsmaßnahmen ergriffen wurden. Diese Brandserie muss endlich gestoppt werden.“

>> Antwort von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) ‚Brände in Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen und Deponien seit März 2014‘ (Drs 6/2413):

http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=2413&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

>> Antwort von Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (GRÜNE) ‚Brände in Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen und Deponien seit August 2015‘ (Drs 6/10110):

http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=10110&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined

Hintergrund (Wortlaut der eingereichten Anfragen):

 

Kleine Anfrage  des Abgeordneten Volkmar Zschocke    Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Thema: Gesundheitsgefahren durch Müllbrand bei Brennstoffwerk

der Kreiswerke Delitzsch am 30.7.2018

Auf dem Gelände der Recyclingfirma sind Plastik-Abfälle in Brand geraten. Mehrere

Feuerwehren aus Leipzig und Delitzsch waren im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde

nach LVZ-Informationen verletzt. Die Bevölkerung in Delitzsch und im Leipziger Norden

sollte auf Grund der massiven Rauchentwicklung die Türen und Fenster geschlossen

halten, da Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen werden konnte. In der Anlage werden

nach Betreiberangaben hauptsächlich hochkalorische Brennstoffe (Heizwerte > 22000

J/g) für Zementwerke hergestellt. Hier werden neben textilhaltigen Abfällen vor allem

hochkalorische Kunststofffraktionen aus verschiedenen Vorbehandlungsanlagen

eingesetzt.

Fragen an die Staatsregierung:

  1. Was war die Ursache des Brandes und welche Konsequenzen wurden von Betreiberin

und Behörden daraus gezogen?

  1. Gab es Probleme beim Löscheinsatz (zu wenig Löschwasser, schlechter Zugang zum

Brandherd usw.)?

  1. Was genau hat gebrannt (bitte Abfallschlüssel auflisten)?
  2. Wurde die Analytische Taskforce (ATF-CRN) angefordert und wenn nein warum nicht?
  3. Welche Schadstoffe wurden in welcher Konzentration gemessen und welche Gefahr

ging von ihnen aus?

 

Dresden, den 31. Juli 2018

2.  Kleine Anfrage des Abgeordneten Volkmar Zschocke Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Thema: Brände in Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen und Deponien seit Juli 2017

Fragen an die Staatsregierung:

  1. Welche Brände von Abfallbehandlungs- und Recyclinganlagen bzw. offenen oder

eingehausten Abfalllagern und Deponien sind der Staatsregierung seit Juli 2017

bekannt geworden (Bitte Angabe des Ortes, der Zeit, der Firma, Brandereignis,

Schadenshöhe und Ursache)?

  1. Welche Erkenntnisse über Brandstiftung und mangelnden Brandschutz liegen der

Staatsregierung bei den seit Juli 2017 bekannt gewordenen Bränden vor?

  1. Bei welchen Anlagen wurden im Rahmen der Überwachung seit Juli 2017 Verstöße

gegen bestehende Brandschutzvorschriften unabhängig von Brandereignissen

festgestellt (Bitte Angabe des Ortes, der Zeit, der Firma, Mangel bzw. Verstoß)?

  1. Welche konkreten Maßnahmen wurden jeweils im Zusammenhang mit den Bränden

bzw. unabhängig von Brandereignissen von Behörden bzw. Gutachtern angeordnet

(bitte Angabe des Ortes, Datum der Forderung und der Umsetzung)?

  1. Bei welchen Bränden wurde die ATF aus Leipzig hinzugezogen?

Newsletter 02/2018

zu Themen und Aktivitäten von Monika Lazar – Redaktion: Nina Lippmann

Liebe MitstreiterInnen, liebe Freundinnen und Freunde,

die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist – wenn auch inzwischen leider ohne die deutsche Mannschaft – in vollem Gange und berührt nicht nur aufgrund der direkten Nachbarschaft des Bundestages zur Fanmeile die Politik in Berlin. Insbesondere die Menschenrechtslage im Gastgeberland Russland war Gegenstand verschiedener parlamentarischer Initiativen der grünen Bundestagsfraktion. Parallel zum WM-Eröffnungsspiel debattierte der Bundestag über „Fußball-WM und Menschenrechte“ (siehe Rubrik „Aktuelles aus dem Bundestag“).

Die Frage, ob zu einer vielfältigen Sportlandschaft auch eSport gehört, war der Schwerpunkt unseres Bund-Länder-Treffens Sportpolitik am 18. Mai. Hans Jagnow, Präsident des 2017 gegründeten eSport Bundes Deutschland (ESBD), war als externer Experte zu Gast und stellte sich den Fragen der zahlreich anwesenden SportpolitikerInnen. Die kontroverse Diskussion umfasste neben der Grundsatzfrage „Ist eSport Sport?“ auch Themen wie Gewaltspiele, Jugendschutz- und Suchtprävention oder Konkurrenz zu bzw. Chancen für bestehende Vereine. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung, welche sich gut in die Vorbereitung auf das Fachgespräch eSport am 11. Juni einreihte. Unstrittig ist, dass Leichtathletik und Schwimmen Sportarten sind, deren Europameisterschaften zeitglich mit fünf anderen Sportarten diesen August in Berlin und Glasgow stattfinden.

Genauso unerfreulich, aber ungleich ernster als das schlechte Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind die andauernden Versuche von Mitgliedern der AfD-Bundestagsfraktion, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Zuletzt schwadronierte Alexander Gauland vom „Systemwechsel“, verglich die AfD mit dem Neuen Forum und Angela Merkel mit Erich Honecker und gewährte damit Einblicke in eine finstere Parallelwelt der Verschwörungstheorien. Den Gipfel des Unerträglichen bildete jedoch Anfang Juni seine ungeheure Relativierung des Nationalsozialismus mit der Äußerung, Hitler und die Nazis seien nur ein „Vogelschiss“ in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Wer so redet, verhöhnt die Opfer des Holocaust und verharmlost den Völkermord und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in deutschem Namen begangen wurden. Es ist offensichtlich, dass die AfD damit anschlussfähig sein will nach ganz rechts außen: zu völkisch-nationalistischem Denken und den Rechtsextremen und Holocaust-Leugnern unserer Zeit.

Die maximale Provokation gepaart mit dem Gestus der verfolgten Unschuld zeigt aber auch einmal mehr, wie die AfD systematisch versucht, rechtsextremes Gedankengut zu enttabuisieren und damit in der Mitte der Gesellschaft Anschluss zu finden. Diese Enttabuisierung darf nicht Normalität werden. Mit großer Freude habe ich daher an dem Friedensfest in Ostritz Ende April teilgenommen und die große Anti-AfD-Demos in Berlin unterstützt. Dieser Protest aus der Mitte der Gesellschaft macht unmissverständlich klar, dass die AfD eben nicht für die Mehrheit der Bevölkerung spricht, sondern nur eine engherzige, wütende Minderheit repräsentiert.

Die Regierungskrise scheint nach den wahnwitzigen Machtspielen der letzten Wochen nun zumindest vertagt zu sein, sodass die parlamentarische Sommerpause uns eine Verschnaufpause verspricht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch eine erholsame, bunte und sportliche Sommerzeit!

Herzliche Grüße

Monika Lazar

Hinweis: Wer den Newsletter nicht mehr erhalten möchte, schreibe eine Mail mit dem Betreff ‚abbestellen‘ an monika.lazar@bundestag.de. Bitte beachten Sie/beachte, dass Sie/Du damit aus technischen Gründen keinerlei weitere Info-Rundmails von Monika Lazar erhalten würden/würdest.

Strategien gegen Rechtsextremismus

Veranstaltungen

Bund-Länder-Treffen gegen Rechtsextremismus am 14. Mai: „Demokratieforschung mit zivilgesellschaftlichen Mitteln“

Was kommt nach dem Verfassungsschutz? Diese Frage tauchte im Zuge der NSU-Untersuchungsausschüsse in den Parlamenten immer wieder auf. Die Ämter für Verfassungsschutz arbeiten weiter, erhalten sogar mehr Mittel als zuvor. Aber seit 2016 gibt es mit dem „Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft – Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit“ (IDZ) eine Organisation, die aufzeigt, wie Demokratieforschung besser funktionieren sollte: öffentlich, menschenrechtsorientiert und mit zivilgesellschaftlicher Expertise… [lesen]

Parlamentarische Inititativen

Antrag „Rechtsextremismus umfassend bekämpfen“

Rassistische, rechtspopulistische und rechtsextreme Kräfte verbreiten Hass und Hetze. Die zu beobachtende Enthemmung bei Worten und Taten gibt Anlass zu größter Sorge. Hetze und Gewalt muss mit allen geeigneten rechtsstaatlichen und gesellschaftspolitischen Mitteln entgegengetreten werden. Demokratie ist in Gefahr, wenn Hass und Hetze auf Gleichgültigkeit oder sogar Akzeptanz stoßen. Menschenfeindliches Gedankengut ist nicht nur ein Problem der „rechten Ränder“, sondern sickert in die Gesellschaft ein. Lautstark bedienen populistische Kräfte in unserem Land rassistische, antisemitische, völkische, homophobe und sexistische Deutungsmuster…. [lesen]

Sportpolitik

Veranstaltungen

Fachgespräch am 11. Juni: „eSport in Deutschland – Next Level ‚Anerkennung‘?“

In einem gut besuchten Fachgespräch haben Abgeordnete der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen am 11. Juni über das Phänomen eSport diskutiert. Das Motto war: „Next Level: Anerkennung?“ Neben den aktuellen Fragen einer Anerkennung als Sportart innerhalb des organisierten Sports in Deutschland und den Kriterien einer steuerrechtlichen Anerkennung von eSport-Initiativen als gemeinnützige Vereine standen Entwicklungsmöglichkeiten, Probleme sowie praktische Erfahrungen von bereits bestehenden Vereinen und Initiativen im Vordergrund des dreistündigen Meinungsaustausches…. [lesen]

Parlamentarische Inititativen

Haushaltsantrag zur Athletenförderung

Seit einiger Zeit gibt es das Bestreben von AthletenInnen, sich selbstständig und unabhängig vom organisierten Sport zu vertreten. Dies führte im Oktober 2017 dazu, dass deutsche Spitzensportler den Verein „Athleten Deutschland e.V.“ gründeten. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zwischen AthletenInnen und Institutionen zu verbessern und die Interessenvertretung der AthletenInnen zu professionalisieren… [lesen] [Zum Haushaltsantrag]

Aktuelles aus dem Bundestag

Asylpolitik

Bundestagsgremien beschäftigen sich mit BAMF-Skandal

Die Aufarbeitung der Affäre um die zu Unrecht bewilligten Asylanträge in der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) war in den vergangenen Wochen das dominierende Thema im Innenausschuss. Im Rahmen von drei Sondersitzungen standen die Hauptverantwortlichen, darunter Horst Seehofer, Jutta Cordt, Frank-Jürgen Weise und Thomas de Maizière Rede und Antwort. Auch wenn noch nicht alle Fragen beantwortet sind, geht die Aufklärung voran… [lesen]

Fußball-WM 2018

Debatte zum Antrag „Fußball-WM 2018- Menschenrechtsverletzer ins Abseits“ am 14. Juni

Mit der Vergabe an Russland und Katar finden die beiden kommenden Fußball-Weltmeisterschaften in undemokratischen und autoritären Staaten mit katastrophaler Menschenrechtsbilanz statt. Die FIFA läuft Gefahr, Fußball so zum Propagandainstrument der jeweiligen Regime zu degradieren. Während sich die Machthaber vor der Weltgemeinschaft inszenieren, bleiben die Gesellschaften auf der Strecke. Daher fordern wir in unserem Antrag die Bundesregierung dazu auf, ihre Aufmerksamkeit auf die Situation außerhalb der Stadien lenken und die Zivilgesellschaft in ihren Bemühungen um eine freie, friedliche, stabile und gerechte Entwicklung Russlands unterstützen… [Antrag lesen]

Ausgewählte eigene Reden

Rede vom 14. Juni 2018 zum Antrag „Fußball-WM 2018 – Menschenrechtsverletzer ins Abseits“… [lesen]

Sachsen – Neues aus dem Wahlkreis

Veranstaltungsbericht

Preisverleihung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Dresden am 15. Mai 2018

Am 15. Mai 2018 wurden in der JohannStadthalle in Dresden dreizehn Preisträgerprojekte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2017 vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) für ihr beispielhaftes zivilgesellschaftliches Engagement gewürdigt. Als Beiratsmitglied des Bündnisses war ich auch in diesem Jahr als Laudatorin mit dabei und habe mich über die vielen Preisträger aus verschiedenen Regionen Sachsens sehr gefreut. [lesen]

Im Wahlkreis unterwegs

Auf Tour in Sachsen vom 28. Mai bis 1. Juni

In der Woche vom 28.05. – 01.06.2018 war ich in mehreren Regionen Sachsens unterwegs, um Vereine und Initiativen zu besuchen. Es ging mir dabei darum, zu erfahren, wo der Schuh in Vereinen drückt, um Politik so realitätsnah wie nur möglich zu gestalten… [lesen] [Zur Bildergalerie]