Am 11.11.2019 um 17.00 Uhr bieten die Stadträte der Grünen im Büro, Lichtstr. 1,  eine Sprechstunde zu den Themen des Stadtrates am 14.11.2019 an.
Oschatzer, die sich dafür oder auch für die Arbeit der Grünen interessieren bzw. andere Anliegen haben, sind dazu herzlich eingeladen.

Alle 2 Jahre werden im Landkreis Nordsachsen 3 Wirtschaftspreise der hier ansässigen Lokalzeitungen Delitzsch – Eilenburger LVZ, Oschatzer Allgemeine Zeitung und Torgauer Zeitung verliehen. Den Preis der Oschatzer Allgemeinen Zeitung verlieh Redaktionsleiter Hagen Rösner an David Pfennig von der Baunativ GmbH & Co. KG in Oschatz, einem regionalen und unabhängigen Online- u. Direkthandel für Produkterund um gesundes Bauen.

Die Familie Pfennig sind nicht nur Grüne der ersten Stunde, sondern sie leben auch, was sie politisch vertreten – insofern ist die Firma Baunativ GmbH & Co. KG eine folgerichtige Entwicklung.

Als Maurermeister und Energieberater hat David Pfennig das nötige Hintergrundwissen und weiß um die Notwendigkeit und die Art und Weise, wie man natürliche und umweltfreundliche Baustoffe nutzt und einsetzt. Die Wünsche von seinen Bauherren und sein Wunsch, dem gesunden Bauen mehr Möglichkeiten zum Einsatz zu geben haben ihn dazu gebracht, diese Sparte in seiner Firma Pfennig-Bau zu entwickeln und seit 2006 auf eigene Füße zu stellen.

Heute werden Produkte zur Luft – und Winddichtung, Dämmstoffe, in allen Varianten für den Einsatz am Bau, weitere Baustoffe und Putze, Kunststofflichtschächte, Befestigungstechnik, Naturfarben, Bodenbeläge für innen und außen und Zäune im Onlinehandel vertrieben. Seit 2019 können diese auch im Firmensitz in der Lichtstr. 1 in Oschatz direkt gekauft werden.

Mit einer steigenden Zahl von über 10 Mitarbeitern – vom Industriekaufmann über den Baubiologen, den Informatiker, der e-commerce- Azubine bis zum Lageristenauszubildenenden aus Eritrea u.a. werden die Bestellungen seit Oktober 2019 in einer neuen Vertriebshalle und Büro in dem Industriedenkmalareal ´Filze´ abgewickelt. Natürlich kann man hier auch Ideen anschauen, direkt einkaufen und so sein Heim mit gesunden Baustoffen errichten oder verschönern – inclusive Beratung durch die erfahrenen Fachleute.


Insgesamt sind im Firmenverbund 47 Mitarbeiter aus 9 Nationen beschäftigt, von denen sich David Pfennig wünscht, dass sie zufrieden sind und sich selber auch weiter entwickeln  – im Sinne der Nachhaltigkeit.

Wir, der Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen Nordsachsen, freuen uns mit David und gratulieren ihm von Herzen.
Besonders dankbar sind wir, dass er trotz der immensen Belastung als Geschäftsführer von 2 Firmen und der knappen Zeit für die Familie seine Mandate als Stadt-u. Kreisrat nicht nur ernst nimmt, sondern auch Visionen entwickelt und die dafür notwendigen Schritte anschiebt.

Wir wünschen ihm, der Familie, den Firmen und allen seinen Plänen alles Gute!

Informationen zur Preisverleihung: LVZ Leipzig / Delitzsch- Eilenburg / Oschatz

https://www.lvz.de/Region/Taucha/Wirtschaftspreis-geht-an-drei-Unternehmen-aus-Nordsachsen

Kommentar :  Jeder ist seines Klimas Schmied
Klimawandel oder Klimaschwindel?
…Physiker und Skeptiker debattieren / Plädoyers für nachhaltigere Lebensweise / Kritik an „politischer Konzeptlosigkeit“

…Oschatz/Potsdam. Alle Welt diskutiert zur Zeit, vor allem im Netz, die Frage, ob der Klimawandel menschengemacht ist. Die Oschatzer Dialoge im soziokulturellen Zentrum E-Werk holten die Frage am Dienstagabend in die analoge Welt. Es diskutierten ein Physiker, ein Skeptiker und eine Hand voll Interessierter.

Anton Plietzsch (29) promoviert am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Er traf auf den Oschatzer Thomas Göcke, der sich selbst als „Naturmensch“ bezeichnet. Der passionierte Wanderer war lange Lokführer, vertrat deren Interessen als Gewerkschafter, ist derzeit arbeitssuchend. Während Plietzsch den messbaren Einfluss des Menschen auf das Klima untersucht, vertritt Göcke die Ansicht, dass die Veränderungen naturgegeben sind und der Einfluss des Menschen verschwindend gering.

Für ihn sei dagegen beängstigend, wie sich Menschen in der Klimadebatte gegenseitig beeinflussen und beeinflussen lassen. Er sprach von gezielter Manipulation durch Medien und Wissenschaftler und warb dafür, selbstbewusster zu leben, um die Auswirkungen des eigenen Tuns auf Umwelt und Klima zu mindern.

Anton Plietzsch hielt dem entgegen, dass die Temperaturen und der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre in den zurückliegenden 150 Jahren so stark angestiegen seien wie in den zurückliegenden Jahrhunderten nicht. Göcke sieht darin die Vorboten einer neuen Warmzeit, die es, genau wie Eiszeiten, auf dem Planeten schon gegeben habe, ehe der Mensch Einfluss nahm. „Wissenschaftler, die dahingehend forschen und andere Vertreter ihres Berufsstandes widerlegen, finden im öffentlichen Diskurs kaum statt. Kritiker werden ausgespart und klein gehalten“, so Göcke.

Plietzsch hielt dem entgegen, dass ein Blick in die Biografien besagter Skeptiker offenbare, dass es sich meist um fachfremde Menschen handle, oder jene, die nur auf einem Teilgebiet forschen, die das Klima behandeln. Er nehme sich da selbst auch nicht aus. Dass jeder nur durch die Brille „seines“ Fachgebiets auf die Details der Klimaveränderungen schaue, sei ein Grund für die kontroverse Debatte.

Einigkeit herrschte zwischen Göcke und Plietzsch beim Blick auf die Maßnahmen gegen klimatische Veränderungen. Das beschlossene Klimapaket des Bundes sei unzureichend, bekräftigte Plietzsch, beispielhaft sei die geringe Bepreisung des CO2-Ausstoßes: „Zehn Euro pro Tonne ergeben, auf den Spritverbrauch umgerechnet, drei Cent mehr pro Liter. Das liegt innerhalb der regulären Preisschwankungen und erzielt keinesfalls den gewünschten Lenkungseffekt hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln“.

Thomas Göcke attestierte den Beschlüssen soziale Ungerechtigkeit. Es bestrafe Geringverdiener und Menschen im ländlichen Raum, bevorteile durch die erhöhte Pendlerpauschale aber Autofahrer. „Ich habe keinen Führerschein und bin dadurch Mensch zweiter Klasse auf dem Arbeitsmarkt. Drei von vier Stellen, auf die ich mich bewerbe, verlangen Fahrerlaubnis und eigenes Auto.“

Gäste, die sich an der Diskussion beteiligten, waren der Lampertswalder Markus Gnaudschun, seines Zeichens Pfarrer, sowie der Oschatzer Unternehmer und Grünen-Stadtrat David Pfennig. Gnaudschun kritisierte, dass die Debatte nicht immer offen geführt werde und gab damit indirekt Göcke recht. „Kann ich alles glauben, was ich lese oder haben jene Recht, die das Gegenteil belegen?“. Hinzu käme, das statt Sachlichkeit zunehmend Angst und Hysterie den Diskurs lenkten.

David Pfennig klagte die Konzeptlosigkeit der Politik an. „Es werden überwiegend Hau-Ruck-Aktionen beschlossen, langfristig angelegte Entscheidungen sind rar. Es gibt visionäre Ideen, für die wir das Know-How haben, aber umgesetzt wird es nicht“. Anton Plietzsch führte als Gründe dafür rechtliche Schranken, fehlende Lobby und mangelnde Wirtschaftlichkeit der Umsetzung an.

Als letzter berichtete Schüler Aaron (13) von Gleichaltrigen, die stets das neueste Handy haben, Essen in den Müll werfen und Lehrern, die am helllichten Tag im Klassenraum das Licht anlassen. „Sowas müssen wir zuerst ändern“, griff er Göckes Anregung auf. Weiter auf Kommentar

……info@gruene-oschatz.de oder oschatz@gruene-tdo.info…..
Arbeitsgruppe gegründet/Bürgerbeteiligung gefordert/Kritik zu Stop-Schildern an neuem Radweg/Leser gefragt

Oschatz. Der Alltag für Radfahrer in Oschatz soll verbessert werden. Um das neben touristischen Touren auch den herkömmlichen Radlern im Stadtgebiet zu garantieren, hat die Stadt eine Arbeitsgruppe „Fahrradfreundliches Oschatz“ gegründet. Zur jüngsten Sitzung votierte der Stadtrat einstimmig dafür.

In der Gruppe sollen neben Verwaltungs- und Behördenmitarbeitern und später einem Vertreter der Oschatzer Freizeitstätten GmbH (zur Vermarktung) auch Stadträte – aus jeder Fraktion einer – mitwirken. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar bat die Vorsitzenden, jeweils einen aus ihren Reihen zu benennen. Stadtrat David Pfennig (Grüne) ging das nicht weit genug. Er regte an, auch weitere Vertreter aus den Reihen der radfahrenden Einwohner zu involvieren – in welcher Form das geschehe, darüber müsse man sich noch abstimmen. „Wir haben Bürgerbeteiligung bei diesem Thema eingefordert, jetzt sollte diese auch mit umgesetzt werden“, sagte er.

Die Grünen und die Freien Wähler hatten bereits im Frühjahr angeregt, das Radwegekonzept zu überarbeiten. Hilfe erhofften sie sich dabei, wie auch die Verwaltung, von der Technischen Universität Dresden. Im Rahmen einer Studienarbeit hatte einer der Studenten Verbesserungen für Oschatz vorgeschlagen. Diese wurden für gut befunden, aber nicht umgesetzt. Weil sich an den Rahmenbedingungen seit der letzten Untersuchung im Jahr 2017 in Oschatz nichts verändert habe, lehnte die Universität eine weitere Unterstützung in dieser Form ab. Deshalb wurde auf die Gründung einer Arbeitsgruppe als Alternative zurückgegriffen.

Für David Pfennig ist es wichtig, den Blick bei diesem Thema zu weiten. „Wir hatten bisher vor allem touristische Nutzung auf dem Schirm. Der Alltagsradler ist aber genau so wichtig. Selbst jene, die oft und gern mit dem Rad in der Stadt unterwegs sind, kennen nur die Strecken, die sie selbst regelmäßig fahren. Es ist also gut möglich, dass wir manchen problematischen Bereich gar nicht selbst auf dem Schirm haben“, meinte er. Für ihn gelte es, als Grundlage für die Arbeit der neuen Gruppe, die Stellen zu sammeln, an denen Nachholbedarf herrscht.

Beim Sammeln von verbesserungswürdigen Bereichen in Oschatz und Umgebung gehe es ihm vor allem darum, zu schauen, wo man schon mit geringem Aufwand und ohne große Planungen, die sich zeitlich hinziehen, etwas bewirken kann, etwa im Bereich Beschilderung. Er selbst legte bereits Beispiele vor, etwa die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer entgegen der Autofahrtrichtung in der Innenstadt an der ein oder anderen Stelle. Ferner liege ihm eine Verbesserung für Radler entlang der Bahnhofstraße nach wie vor sehr stark am Herzen. Weiterhin führte er den Dresdener Berg und die Friedensstraße an, für die es jeweils nur in eine Richtung Radwege gebe. Verbesserungswürdig sei auch die Situation rund um den Kirchplatz, sowie an Promenade, hier besonders den Abzweig an der Klosterkirche in Richtung Altmarkt und Brüderstraße, wo es keine Anbindung gibt.

Ein negatives Beispiel, das erst jüngst zu Tage getreten ist, trugen Einwohner bereits an die Verwaltung heran. „In meiner Bürgersprechstunde gab es jetzt jede Menge Nutzer des fertiggestellten und frei gegebenen Mulde-Elbe-Radweges, die angesichts der neu aufgestellten Stopp-Schilder mit dem Kopf schütteln. Hier ist uns ein Fehler unterlaufen, die Schilder werden in den kommenden Tagen entfernt“, räumte das Stadtoberhaupt ein.

Wo herrscht Nachholbedarf in punkto fahrradfreundliches Oschatz? Schreiben Sie uns an oschatz.redaktion@lvz.de

Trotz glühender Hitze versammelten sich am 26. August 2019, 6 Tage vor der Landtagswahl in Sachsen, interessierte Menschen, vor allem junge, auf dem Marktplatz in Schkeuditz, um sich über das Thema Energiewende in Sachsen zu informieren.

Anna Kaleri, grüne Direktkandidatin in Nordsachsen 1, organisierte eine „Straßen-Uni“ und sorgte mit der Einladung verschiedener Experten in den Bereichen der Energiebranche und Energiepolitik für die notwendige fachliche Expertise.

Zu ihren Gästen zählten Dr. Gerd Lippold, Diplomphysiker und energiepolitischer Sprecher für Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, Prof. Dr.-Ing. Uwe Jung, der in der Kraftwerkstechnik und Energiewirtschaft tätig ist sowie Dr. Christoph Gerhards, der als Diplomphysiker in der Entwicklung von Energiekonzepten arbeitet.

Trotz der Komplexität der Frage einer funktionierenden, sozial verträglichen Energiewende, wurden detaillierte Fragen zur technischen Realisierbarkeit sowie der ökonomischen Gestaltungsmöglichkeiten gestellt und diskutiert.

Den Einstieg in die Veranstaltung bildete die Frage über die Zukunft des sächsischen Kohlekraftwerks Lippendorf und die damit verbundene, übergreifende Frage nach der Effizienz von Kohleverstromung.

Da klimaschädliche Emissionen in Deutschland aktuell nicht nach realen Kosten bepreist sind, war auch die Befürwortung einer Bepreisung beziehungsweise Besteuerung des klimaschädlichen Gases CO2 Gegenstand der Diskussion. Hierbei wurde ein Einstiegs-Preis von 40 Euro für jede ausgestoßene Tonne CO2 diskutiert, wie er etwa in einem Sofortprogramm von Bündnis 90/Die Grünen auf Bundesebene vorgeschlagen wird.

Trotz aller Ideen, die auf nationaler Ebene zu realisieren wären, wurde die europäische Dimension nicht ausgespart und die Möglichkeit eines funktionierenden, branchenübergreifenden europäischen Emissionshandels diskutiert.

Die Gäste erklärten, welche vergangenen industrie- und energiepolitischen Entscheidungen der Bundes-, aber auch Landespolitik eine schnelle und vor allem funktionierende Energiewende hemmten. Hierbei wurden klare Versäumnisse der Politik der Bundesrepublik hervorgehoben, wie etwa die fatale Benachteiligung von Pumpspeicherkraftwerken und anderen Speicherlösungen durch die heutigen Regelungen zu Umlagen und Entgelten.

Gleichzeitig wurde aber auch die Notwendigkeit von Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs betont, die in der Vergangenheit zugunsten des Straßenverkehrs vernachlässigt wurden.

Eine interessierte Frage aus dem Publikum hinsichtlich der Zukunft von Gaskraftwerken wurde dahingehend beantwortet, dass Gaskraftwerke sicher keine Zukunftstechnologie sind, jedoch eine emissionsarme Brücke in das System mit 100% Erneuerbaren Energien bilden können. Das heute fossile Gas kann Schritt für Schritt dekarbonisiert werden, indem es durch Wasserstoff und andere Gase auf Basis erneuerbarer Energien ersetzt wird. Die heutige Gasinfrastruktur lässt sich auch dann noch in großen Teilen nutzen.

Auch das Thema der Elektromobilität war, trotz voranschreitender Zeit und hoher Außentemperaturen, Gegenstand des Interesses der Menschen.

Aufgrund des Verbrauchs an konflikträchtigen Ressourcen ist hier noch viel Innovation und transparente, faire Beschaffung notwendig sowie eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie für Rohstoffkreisläufe.

Während die industriepolitische Dimension der E-Mobilität in Sachsen von großer Bedeutung ist, macht die entschlossene Unterstützung der Markteinführung in Sachsen aus klimapolitischen Erwägungen erst Sinn, wenn auch der Strommix in Sachsen auf einem verbindlichen Kohleausstiegspfad dekarbonisiert wird.

Am 31. August 2019, 14.00 – 20.00 Uhr findet auf dem Rossplatz Delitzsch das Wahlkampfabschluss-Fest „Wähle mit Herz“ statt. Freuen Sie sich auf DJ Enrico Zermann (Antifaltenrock), Theater mit Clown Herr Balzer (Berlin), Mitmachaktionen, Life Musik mit der Band Stilbruch und 17.30 Uhr Townhall-Gespräch mit Robert Habeck (Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Katja Meier und Wolfram Günther (Spitzenkandidierende der sächsischen Grünen).

Es moderiert die Direktkandidatin für Nordsachsen 1, Anna Kaleri (bürgerl. Anna Schneider).

Am Dienstag trafen sich in Schenkenberg bei Delitzsch Menschen, die sich für Dorfentwicklung von unten interessieren.
Die grüne Direktkandidatin für Nordsachsen 1, Anna Kaleri, lud ein zu einem Abend unter dem Motto „Unser Dorf ganz lebenswert“.
Gesprächspartner*innen waren der um Dorfentwicklung verdiente Pfarrer Matthias Taatz und die anwesenden Bürgerinnen und Bürger.
Es gab angeregten Austausch zu den Fragen, was einen Ort lebenswert macht und hält (sehr oft wurde Ruhe genaant und nachbarschaftliche Verbindung) und was wir selbst dazu beitragen können. Einen Ansatz bietet der Online Kurs „Unser Dorf – wir bleiben hier“. Der kostenlose, auf 6 Wochen ausgerichtete Onlinekurs (DorfMOOC) wurde von der Fachstelle Zweite Lebenshälte der evangelischen Landeskirche Kurhessen erstellt. Ein verglichbares Angebot ist an der Volkshochschule Bautzen in Entwicklung.
Sind für Seniorinnen und Senioren z.B. Einkaufsmöglichkeiten vor Ort wichtig, so wurde im Gespräch auch betont, dass Zuzug junger Familien durch ortsnahe Kindergärten und Arbeit in regionaler Wertschöpfung unterstützt wird.
Es wurden Projekte vorgestellt wie die Baumelbank in Eifa, die Dorfschmiede Freienseen und das nachhaltig entwickelte Dorf Nebelschütz.
Als Schenkenberger Projekte wurde die Pfarrscheune als Ort der Kultur und Kristallisationspunkt für Regionalentwicklung sowie der geplante Dorfladen eingebracht.
Aus grüner Perspektive freut sich Anna Kaleri besonders über die Idee, einen Wald anzulegen und möchte gerne den ersten gepflanzten Baum begießen.

Am letzten Freitagabend fand der erste grüne Stammtisch in Torgau von Bündnis90/Die Grünen statt. Zu Gast war die neue sächsische grüne Europaabgeordnete Anna Cavazzini.

Sie berichtete über ihre ersten Erfahrungen in Brüssel und Straßburg. Das größte Thema war in den ersten Monaten nach der Europawahl die Wahl des/der neuen Kommissionspräsident*in vom Europaparlament auf Vorschlag des Europäischen Rates – der Staats-und Regierungschefs der EU. Eigentlich war es dem EU-Parlament wichtig und dies sagten eigentlich alle EP-Kandidat*innen vor der Wahl, dass Kommissionspräsident*in nur ein/e Spitzenkandidat*in bei der Europawahl werden sollte.

Leider gelang es dem Europaparlament nach der Europawahl aber nicht, sich auf eine/n Kandidat*in für den Kommissionspräsidentenposten zu einigen, da jede europäische Parteienfamilie an ihrer/m Spitzenkandidatin/en festhalten wollte. Daraufhin schlug der Europäische Rat Ursula von der Leyen für diesen Posten vor. Damit kam es zu einem interinstitutionellen Konflikt zwischen Rat und Parlament, da Frau von der Leyen ja keine Spitzenkandidatin bei der Europawahl war.

Diese Schwächung des Europaparlaments sowie die Tatsache, dass von der Leyen keinerlei konkrete Zugeständnisse zu grünen Ideen machte, war das Motiv, warum die grüne Europafraktion gegen von der Leyen stimmte, berichtete Frau Cavazzini.

Nach ihrem Bericht aus dem Europaparlament wurde bei dem Stammtisch auch über die politische Stimmung in Torgau vor der Landtagswahl gesprochen.

Der Austausch von den wenigen, schon lange in Torgau tätigen Grünen, neu Hinzugekommenen und einfach nur an grüner Politik Interessierten soll zukünftig in Form weiterer grüner Stammtische in Torgau stattfinden, um sich mit prominenten Gästen über aktuelle Politik auszutauschen.

Wer Interesse hat, in den Verteiler des grünen Stammtisches in Torgau aufgenommen zu werden, schickt einfach eine Email an info@gruene-tdo.info.

 Holger Haugk, Torgau

Quelle Foto:  Christian Kunze
Garten-Party mit dem Grünen-Chef: Robert Habeck liest und pflanzt Baum
Schriftsteller spricht in Oschatz über emotionalisierte Debatten, soziale Medien, Sprachverrohung und Populismus

Oschatz. Grüne Tradition im E-Werk: Im Herbst 2001 pflanzte die damalige Umweltministerin Renate Künast eine Linde, am Donnerstagabend pflanzte Robert Habeck einen Zierapfel. Der Bundesvorsitzende der Grünen las auf Einladung des soziokulturellen Zentrums und des Grünen-Kreisverbandes aus seinem jüngsten Buch „Wer wir sein könnten – Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht“ – und gut 70 Menschen kamen, um zuzuhören.

Offene und vielfältige Sprache brauche es, so der Autor, um „aggressiven, rohen und brutalen“ Tönen im Diskurs etwas entgegen zu setzen. Mit dem Erstarken rassistischer und extremistischer Positionen sei die von der Kanzlerin beschworene Alternativlosigkeit vorbei – und zwar für jene, die dem Rechtsruck etwas entgegensetzen wollen, so Habeck.

Eine der Hauptursachen für die Verrohung der Diskussionskultur sieht Habeck in den sozialen Medien. „Wir nutzen diese inzwischen alltäglich, so wie wir Straßen nutzen, um von A nach B zu kommen. Dabei vergessen wir allerdings, dass es sich bei Facebook, Instagram, Twitter und Co. nicht um Infrastruktur handelt, sondern um profitorientierte Unternehmen. Und diese handeln mit unseren Daten.“

Wichtigste Währung im Netz, so der 49-Jährige, seien Emotionen. „Jedes Gefühl, das im digitalen Raum transportiert wird, erfährt Reaktionen. Und negative Emotionen lösen die stärksten Reaktionen aus.“ Wie Emotionen aus der Realität in das Virtuelle und von dort wieder auf Straßen und Plätze der Republik schwappen, könne man seit den Ereignissen in Folge der Tötung des Deutsch-Kubaners Daniel H. in Chemnitz vergangenen Sommer sehen. Die verbalen Entgleisungen einiger Politiker infolge dessen hätten ihn motiviert, das Buch zu schreiben, so der Grünen-Chef.

„Sprache ist die eigentliche Handlung der Politik“, schreibt Habeck in seinem Buch. Im Gespräch mit den Oschatzern knüpfte er dort an und sprach einerseits von „Fehlern“, unbeabsichtigten Äußerungen also, die über das Ziel hinaus schießen und damit unerwünscht Aufmerksamkeit erregen und andererseits von Worten, die bewusst formuliert sind, um Aufmerksamkeit zu erzeugen – und Tabus zu streifen oder gar brechen. Als bewusste Provokation seiner eigenen Partei nannte er die Formulierung „Frankenstein-Pflanzen“ für die Anwendung gentechnisch veränderten Saatgutes, seitens der AfD gehöre „Messer-Migration“ zu den bekanntesten Wendungen.

Polarisieren, Spalten, die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschieben – damit gelänge es rechtsgerichteten Kräften in Deutschland, Europa und weltweit, nicht nur Stimmung zu erzeugen, sondern auch Wähler zu mobilisieren. Das Internet mit seinen Plattformen habe hier die Möglichkeit eines kommerzialisierten Wettbewerbs geschaffen. Statt sich auf Diskurs einzulassen, könne man sich auch daraus zurück ziehen und ihn ignorieren.

Habeck warb jedoch dafür, die Debatte nicht den Populisten zu überlassen und Dialoge dort zu führen, wo sie noch gemäßigter stattfinden: im direkten Gespräch, von Angesicht zu Angesicht. „Demokratie braucht den Dialog. Er bricht Vorurteile auf. Konsens sei nur durch Streit und Widerspruch möglich. Diktaturen und von ihnen geführte Staaten, Extremisten und Rassisten bevorzugen ein geschlossenes Weltbild. Deshalb sind Humor und Satire wirksam gegen sie, denn sie können über sich selbst nicht lachen“, ermutigte Habeck diese Mittel zu wählen.

Veränderungen, die sich immer schneller vollziehen und damit einhergehende Krisen schaffen Verunsicherung. Dies sei Nährboden für Extremismus, Hass und Hetze gegen andere, ebenso fehlende Aufmerksamkeit oder Anerkennung von Lebensleistung. „Diese Lücken füllen Parteien wie die AfD. Sie negieren den Wandel, besinnen sich auf das, was war und wollen keine Veränderung. Außerdem bieten sie scheinbar einfache Lösungen für komplexe Probleme.“ Dieser Anti-Haltung sollte man sich nicht anschließen, sondern zuversichtlich sein, lautete Habecks abschließender Rat.

https://www.lvz.de/Region/Oschatz/2#anchor

Verhungert und vergast: Krankenmorde an Hubertusburger Patienten
Fast tausend Betroffene während des Naziregimes / Öffentliches Gedenken fehlt

Wermsdorf. Ein dunkles Kapitel der Wermsdorfer Krankenhausgeschichte wurde am Montagabend aufgeschlagen: Auf Einladung des nordsächsischen Grünen-Kreisverbandes sprachen Dr. Boris Böhm von der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein und Psychiatrie-Chefarzt Dr. Peter Grampp über die Morde an psychisch kranken oder geistig behinderten Menschen im Rahmen der NS-Aktion T4. Die Abkürzung bezeichnete die Dienststelle, die die Krankenmorde organisierte.

Über 70 Besucher verfolgten die Vorträge in der Ergotherapie des Fachkrankenhauses. Dabei konnten beide Referenten mit genauer Recherche punkten, denn Meldebögen, Patientenkarteikarten oder medizinische Akten sind zum Teil noch vollständig erhalten. Anhand derer lässt sich nachvollziehen, dass 1940/41 fast eintausend Patienten von Hubertusburg in Tötungsanstalten verlegt und dort umgebracht worden. „Es geht oft die Legende um, dass den Patienten nichts passiert ist, die seien alle nur ’woandershin’ gebracht worden“, gab Boris Böhm eine lange benutzte Auffassung wieder. „Die Menschen kamen aber nicht irgendwohin, sondern in die Gaskammern nach Pirna-Sonnenstein oder Brandenburg an der Havel.“

Mit Beginn der Naziherrschaft habe die Aggression gegenüber Kranken und geistig Behinderten deutlich zugenommen, so Böhm. Für diese Entwicklung sei schon zuvor der Weg bereitet worden, erinnerte Peter Grampp. Schon im 19. Jahrhundert sei die Diskussion über Verhinderung minderwertigen Lebens geführt worden. Und auch wenn bis 1940 keine systematische pharmakologische Tötung und keine Vergasung stattgefunden habe, sei die Hubertusburg „überhaupt nicht ausgenommen von den Krankenmorden“, so Grampp. Vielmehr habe zuvor ein „stilles Sterben“ eingesetzt – schlichtweg durch den Entzug von Nahrung. So habe man allein während des Ersten Weltkrieges 70 bis 80 Prozent der Hubertusburger Patienten schonungslos verhungern lassen. In anderen Heil- und Pflegeanstalten sei das ähnlich gewesen. „Immer wenn die Zeiten schlechter wurden, finden wir eine Übersterblichkeit in der Psychiatrie“, machte er deutlich.

Boris Böhm und seine Mitstreiter stießen bei ihren Recherchen auf einen weiteren schrecklichen Fakt der Krankenhausgeschichte: „Wir wissen von mindestens 120 Männern, die in Hubertusburg und Oschatz zwangssterilisiert worden.“ Bei keinem dieser Fälle auf der Grundlage des Gesetzes zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ habe es ein Einverständnis der Betroffenen gegeben, verweist Peter Grampp auf Akten jener Jahre.

Zwar habe es unter den Ärzten im Wermsdorfer Krankenhaus keine begeisterten Anhänger des Nazi-Systems gegeben, öffentlichen Widerstand aber auch nicht, fasste Grampp zusammen. So habe der damalige Psychiatrie-Chefarzt Weicksel versucht, Anordnungen wie die Rationierung der Lebensmittel für Patienten lange auszusitzen. „1935 führte dann der sächsische Innenminister ein Gespräch mit dem Chefarzt und danach nimmt die Sterblichkeit in der Hubertusburg zu“, weiß Grampp aus alten Akten. Weicksel habe außerdem Krankheit vorgeschützt und versucht, sich in den Ruhestand versetzen zu lassen. Doch Grampp ist überzeugt: „Die Ärzte wussten sehr genau, was passiert.“ Als 1940 die Psychiatrie geräumt wurde, habe auch die Bevölkerung das Verschwinden der Patienten wahrgenommen.

Allein in Pirna-Sonnenstein wurden von Juni 1940 bis August 1941 mindestens 13 720 Männer, Frauen und Kinder ermordet. Die Patienten wurden zum Duschen geschickt und stattdessen durch eingeleitetes Gas getötet, beschrieb Boris Böhm. Anschließend kamen die Leichen in Verbrennungsöfen. Für die T4-Aktion zur „Vernichtung unwerten Lebens“ hatten die Nazis zuvor auch Hubertusburg als Standort im Visier, erklärte Böhm. „Das sollte eine Euthanasieanstalt für Mitteldeutschland werden.“ Aber die Nutzung für das Militär sowie als Lager für Bessarabiendeutsche durchkreuzten diese Pläne. „Trotzdem war die Hubertusburg in starkem Maß von Euthanasie betroffen“, machte er deutlich.

Ein öffentliches Gedenken daran fehle bisher. „Ich finde es absolut bedauerlich, dass Besucher von der Krankenhausgeschichte nichts mitbekommen, sondern nur etwas von der Hubertusburg als Jagdschloss erfahren“, sagte er. Peter Grampp verwies darauf, dass es immerhin in den Klinikfluren von Patienten gestaltete Fliesen gebe, die symbolisch an die ermordeten Kranken erinnern sollen.

„Das ist kein einfaches Thema, aber wir müssen das irgendwann anpacken“, meinte Barbara Scheller, Direktkandidatin der Bündnisgrünen für die bevorstehende Landtagswahl. Sie dankte beiden Rednern für die guten Informationen. Womöglich sei gerade jetzt die richtige Zeit, sich damit zu beschäftigen. „Heute, da viele recht laut rufen, dass manche besser sind als andere.“ Weiter auf Kommentar