Grün statt Beton – Infoabend zum Flächenfraß von Aldi und Rewe in Schkeuditz

Jeden Tag verschwinden mehr als vier Hektar Natur in Sachsen unter Asphalt und Beton. Das entspricht jeden Tag einer Fläche so groß wie sechs Fußballfelder. Der ausufernde Flächenfraß vernichtet unsere Felder, Wiesen und Wälder. Zuletzt haben die Pläne von Aldi und Rewe in Schkeuditz, mit deutlich größeren Verkaufsflächen der Merseburger Straße eine Frischluftschneise zu bebauen, bei der Bevölkerung für Aufsehen und Verunsicherung geführt.

Es bleiben Narben in unserer Natur und unserer einmaligen Kulturlandschaft. So verliert Sachsen nach und nach sein einzigartiges Gesicht. Als GRÜNE wollen wir diese Betonflut eindämmen. Nur so schaffen wir es, dass neben der Entwicklung für die Stadt Schkeuditz auch unsere Natur und gewachsene Kulturlandschaft eine Chance hat.

Mit Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion und Oliver Gossel, Stadtrat der Stadt Schkeuditz, wollen wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren, wie man den Flächenfraß in Schkeuditz und in der Region eindämmen kann.

Infoabend in den Kolonnaden am Rathaus Schkeuditz, 15. Januar 2019, 18:00 Uhr

Sie sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei.

In dieser Woche war ich in Nordsachsen unterwegs, um mich vor Ort über verschiedene Projekte und Einrichtungen zu informieren.

Den Anfang machte das Kinderhaus Rackwitz, wo ich das Programm „Kinder stärken“ kennenlernte. Das vom europäischen Sozialfonds (EFS) finanzierte Projekt soll Kita-Kinder durch intensivere Begleitung in ihrer Entwicklung stärken, bei der Überwindung individueller Lern- und Leistungsbeeinträchtigungen unterstützen und so ihre Bildungschancen erhöhen. Dafür wurde in der Kita Rackwitz die Sozialarbeiterin Luisa Gertig zusätzlich eingestellt. Sie kann ganz individuell auf jedes Kind eingehen und persönliche Förderangebote machen. In Sachsen profitieren insgesamt ca. 150 Kitas von diesem Projekt, in Nordsachsen ist Rackwitz der einzige Ort. Ich war beeindruckt mit welchem Engagement Luisa Gertig in der Kita mit Kindern, Eltern, aber auch mit der Vereinslandschaft in Rackwitz zusammenarbeitet. Seit Beginn des Projekts im März 2016 haben die Kinder mehr individuelle Zuwendung erfahren und das spüren die Erzieherinnen bei ihrer täglichen Arbeit. Ich hoffe, dass nach Auslaufen des EU-finanzierten Projekts 2020 diese wichtige Arbeit im Kinderhaus Rackwitz langfristig fortgeführt werden kann.

Im Torgauer Stadtteil Nordwest habe ich mich zu einer Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung, des Jugendteams, Anwohnern und einem Streetworker getroffen, um über Problemlagen und Lösungsmöglichkeiten zu sprechen. Der Stadtteil ist seit Jahren durch Multikulturalität geprägt. Heute wohnen neben alteingesessenen Torgauern viele Migranten und Migrantinnen aus der Slowakei, die vor allem in der geflügelverarbeitenden Industrie in der Region tätig sind. In jüngster Zeit kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen den Bewohnern des Stadtteils. Streetworker Pascal Iberl und Thomas Kalbitz, der kommunale Integrationskoordinator des Landkreises, hoben u.a. die Sprachbarriere als großes Hindernis für ein besseres Miteinander hervor. Leider sind bestehende Deutsch-Sprachkurse nicht für EU-Ausländer geöffnet. Stefanie Kasubke, ehemalige Quartiersmanagerin von Torgau Nordwest und heute für das DRK tätig, sieht auch die Stellenbefristung, neben einem generellen Mangel an Fachkräften für Sozialarbeit in Sachsen, als Problem für eine erfolgreiche Sozialarbeit im Viertel.

Beim anschließenden Stadtteilrundgang mit Sozialarbeiter Iberl und Vertreterinnen des Jugendteams konnte ich mich davon überzeugen, dass es neben den Herausforderungen auch eine ganze Menge Engagement in Torgau Nordwest gibt. Neben der vielschichtigen Problemlage habe ich Torgau Nordwest auch als einen Stadtteil mit Potential kennengelernt.

In Torgau habe ich außerdem die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof besucht. Als Disziplinierungsanstalt wurden in Torgau zwischen 1964 und 1989 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zur „Anbahnung eines Umerziehungsprozesses“ eingewiesen, ohne Straftaten begangen zu haben und ohne richterliche Veranlassung. Beim Rundgang durch die Ausstellung wurde die systematische Beschädigung jugendlicher Seelen spürbar. Mensch sein und Mensch bleiben zählte nichts. Die Gedenkstätte Torgau ist deutschlandweit die einzige Gedenkstätte für Heimerziehung und heute Anlaufstelle für Opfer aus dem gesamten Bundesgebiet. An die Zeit und die Erfahrungen der Opfer zu erinnern, aufarbeiten und vermitteln, ist Aufgabe der Gedenkstättenarbeit. Diese muss weiter unterstützt und gestärkt werden. Gabriele Beyler, Vorsitzende der Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V. arbeitet seit Jahren dafür die Aufklärungs- und Bildungsarbeit mit Zeitzeugen weiterzuentwickeln. Ich danke ihr und dem wissenschaftlichen Referent der Einrichtung, Ingolf Notzke für das interessante Gespräch und ihr Engagement für die Gedenkstätte.

 

 

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Null Abfall, null Verschwendung: Grünes Förderprogramm Zero Waste soll helfen, Sachsen Schritt für Schritt müllfrei zu machen
Zschocke: Wir wollen, dass immer weniger Abfälle in der Umwelt landen, verbrannt oder teuer deponiert werden müssen
Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag will jährlich 750.000 Euro für den Anschub innovativer Projekte und Geschäftsmodelle mit dem Ziel der Abfallvermeidung bereitstellen. Das sieht ein Änderungsantrag der Fraktion zum Doppelhaushalt 2019/2020 vor.
„Immer mehr Menschen wollen unnötige Verpackungen und Abfälle im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich vermeiden. Es gibt jede Menge kreative Ideen und gut ausgebildete Leute in Sachsen“, freut sich Volkmar Zschocke, abfallpolitischer Sprecher der Fraktion. „Neben den Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt sich eine vielfältige Szene im Bereich von Mehrwegsystemen, Reparaturzentren, Secondhand-Netzwerken oder Cradle-to-Cradle-Gruppen. Klein- und mittelständische Unternehmen beschäftigen sich zunehmend mit Abfallvermeidung, produktbezogenem Umweltschutz und der Frage, wie vorhandene Produkte zu vollständig kreislauffähigen Produkten weiterentwickelt werden können. Unser Förderprogramm soll helfen, diese Ideen großflächig auszurollen und marktfähig zu machen.“
„Mit dem Programm wollen wir neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Mehrwegnutzung, Produkt-Sharing oder Wiederverwendung fördern. Auch für neue Technologien und Verfahren zur Abfallvermeidung, für die Entwicklung kreislauffähiger Werkstoffe oder recyclinggerechter Konstruktions- und Bauweisen sind Anschubfinanzierungen notwendig“, erläutert der Abgeordnete. „Das Programm soll zudem auch bei der Patentierung, Zertifizierung und Markteinführung von Recyclingprodukten oder bei der Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen unterstützen.“
„Sachsen hat das Potenzial, zu einem Zero-Waste-Pionier zu werden. Ziel ist, Abfall von vornherein zu vermeiden und die genutzten Materialien so einzusetzen, das sie immer wieder verwendet werden können. Damit landen weniger Abfälle in der Umwelt, müssen nicht mehr verbrannt oder teuer deponiert werden. Das Förderprogramm ist ein Beitrag, Sachsen Schritt für Schritt müllfrei zu machen“, erklärt Zschocke.

 

Günther: Sachsen ist mit einem Anteil des Ökolandbaus von nur 6,4 Prozent eines der Schlusslichter unter den deutschen Flächenländern. Das verlangt weitere Anstrengungen der Politik.
 
Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag will die Umstellung auf den ökologischen Landbau in Sachsen weiter vorantreiben. Dafür sieht sie die Einrichtung eines ‚Kompetenzzentrums Ökolandbau‘ vor. Die GRÜNE-Fraktion veranschlagt dafür Kosten von 2,5 Mio. Euro im Jahr.
Für die Förderung der Umstellung von Betrieben beantragt die Fraktion zudem 8 Mio. Euro im Jahr statt − wie von der Staatsregierung vorgesehen − 7,8 Mio. Euro.
„In dem von uns geforderten Kompetenzzentrum soll Beratung und Weiterbildung zum Ökolandbau im Klimawandel oder auch zu Pestizidreduktion und -verzicht für konventionell und ökologisch wirtschaftende Landwirtinnen und Landwirten angeboten werden. Dieses Kompetenzzentrum mit hohem Praxisbezug zum ökologischen Landbau ermöglicht einen nachhaltigen Austausch zwischen den Akteuren aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung und unterstützt damit die Entwicklung einer umweltverträglichen und ökologischen Landwirtschaft in Sachsen.“
„Der ökologische Landbau ermöglicht eine klima- und bodenschonende Landwirtschaft“, erklärt Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender und agrarpolitischer Sprecher der Fraktion, sein Engagement. „Sachsen ist mit einem Anteil des Ökolandbaus von nur 6,4 Prozent eines der Schlusslichter unter den deutschen Flächenländern. Das verlangt weitere Anstrengungen der Politik.“
„Der ökologische Landbau mit vielfältigen Fruchtfolgen, guten Bodenstrukturen und einem aktiven Bodenleben ist nicht nur eine besonders nachhaltige Form der Landbewirtschaftung, sondern auch gegen Extremwetterereignisse gut gerüstet. In Zeiten des Klimawandels mit Starkregenereignissen sind vor allem Hecken als wichtige Strukturelemente in der Landschaft unerlässlich, da sie den Boden vor Erosionen wirksam schützen.“

 

….Gemeinsam für eine umweltfreundliche Heimat

 

….CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bringen zusammen vier Anträge zum Haushalt ein

 

 

…Dresden. Die Fraktionen von CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben sich im Verfahren zum Sächsischen Doppelhaushalt auf vier gemeinsame Anträge geeinigt. Dabei geht es zum einen um die Förderung von Lastenrädern. Drei weitere Anträge wurden in einem Paket geeint: So wird die Arbeit der Naturschutzstationen stärker finanziell unterstützt, eine Projektstelle für das Netzwerk Umweltbildung eingerichtet und eine neue Initiative unter dem Titel „Sachsen blüht“ zum Schutz der Schmetterlinge ins Leben gerufen.

 

Dazu sagt der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Georg-Ludwig von Breitenbuch: „Wir haben gemeinsam beschlossen, die Arbeit der Naturschutzstationen zu unterstützen und die Förderung um 350.000 Euro auf 1,85 Mio. Euro pro Jahr zu erhöhen. Damit wird auch in Umsetzung des Koalitionsvertrages von CDU und SPD der Verpflichtung zur Entwicklung und Umsetzung „eines Konzeptes für die Zukunft der Sächsischen Naturschutzstationen“ Rechnung getragen. Gleichzeitig wollen wir damit dem Wunsch verschiedener Landräte nach einer weiteren Verbesserung der finanziellen Ausstattung der Naturschutzstationen nachkommen.“

 

„Weiterhin werden die Regierungsfraktionen mit der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einem gemeinsamen Antrag über 100.000 Euro pro Jahr für das Schmetterlingsprojekt „Puppenstuben gesucht“ mit der Initiative „Sachsen blüht“ stellen. Damit wird die Anlage von Blühflächen unterstützt, indem gebietsheimisches Saat- und Pflanzgut zur Verfügung gestellt wird. Ziel ist es Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und sonstige nützliche Insekten zu schaffen und zu verbessern.“

 

Die SPD-Umweltpolitikerin Simone Lang sagt: „Es ist gut, dass sich die SPD, CDU und Grüne auf Änderungsanträge zum Doppelhaushalt einigen konnten. Mit der Förderung von Lastenfahrrädern unterstützen wir ein innovatives und umweltfreundliches Verkehrsmittel – gerade in den Ballungsräumen. Es ist wichtig, Alternativen zum motorisierten Verkehr zu fördern und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen.“

 

„Die Naturschutzstationen sind schon in der gesamten Legislatur ein wichtiges Anliegen für die Koalition. Das hat sich schon im letzten Doppelhaushalt gezeigt, in dem wir 1,5 Millionen Euro pro Jahr für ein flächendeckendes Netz und damit die praktische Umweltarbeit vor Ort bereitgestellt haben. Zusammen mit den Grünen haben wir dann 2017 mit einem gemeinsamen Antrag den inhaltlichen Rahmen für die Stationen gesetzt. Es ist folgerichtig, dass CDU, SPD und Grüne im Haushalt für 2019 und 2020 insgesamt noch einmal 700.000 Euro drauflegen, um diese wichtige Arbeit zu stärken. Ab 2019 stehen dafür nun 1,85 Millionen Euro jährlich bereit.“

 

Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Franziska Schubert, sagt: „Im Bereich Naturschutz und Umweltbildung konnte ein schönes gemeinsames Paket geeint werden. So kann die Erfolgsgeschichte der Naturschutzstationen nun fortgeschrieben und verbessert werden. Die bisherige Unterstützung der Naturschutzstationen wird nicht nur verstetigt, sondern nun deutlich gestärkt. Die Einrichtung einer Personalstelle für die Koordination und Vernetzung der Umweltbildungsakteure ist in der Praxis ein Quantensprung für die Umweltbildung in Sachsen. Die meist ehrenamtlich tätigen Aktiven in der Umweltbildung fordern seit Jahren eine solche Koordinationsstelle.“

 

„Im Verbund haben die Änderungsanträge eine erhebliche Hebelwirkung für Naturschutz und Umweltbildung in Sachsen. Für den Erhalt der Artenvielfalt in Sachsen hat es sich gelohnt, diese ungewöhnliche politische Allianz in den

Haushaltsverhandlungen einzugehen. Die unkomplizierte Förderung für gebietsheimisches Saatgut für mehrjährige Blühflächen über dir Initiative ‚Sachsen blüht‘ ist ein Erfolg für den Naturschutz in Sachsen. Mehr blühende Flächen in Sachsen sind ein sichtbarer Baustein, das Artensterben zu stoppen.“

 

„Mit der Förderung von Lastenräder wird erstmals auch für Unternehmen ein Anreiz geschaffen, auf klimafreundliche Verkehrsmittel beim Transport zu setzen. Wir ermöglichen mit diesem Antrag auch die Förderung von entsprechenden Verleihsystemen. Nun ist die Staatsregierung gefordert, die Förderung mit einem unbürokratischen Antragsverfahren sicherzustellen, damit auch tatsächlich eine solche Infrastruktur aufgebaut wird und die Gelder für diese Aufgabe verwendet werden können.“

 

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Christian Fischer, Pressesprecher, CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden

0151 58466134 | Mobil, 0351 493-5610  | Telefon, 0351 493-5444  | Telefax

 

Marc Dietzschkau, Stellvertretender Pressesprecher, SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden

Telefon: 0351/493 5718, Mobil: 0179/5337675

 

Andreas Jahnel-Bastet, Pressesprecher

Tel. 0351-493 48 11, mobil 0174-238 76 39

GRÜNER Klimakongress – Setzt sich Sachsens Ministerpräsident bei den Laufzeiten für Kraftwerke und Braunkohletagebaue durch, dann sind auch die Klimaziele für das Jahr 2030 nicht zu erreichen

(2018-333) Enormes Interesse beim 12. Sächsische Klimakongress der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag am Samstag, den 01.12., in Dresden: Mehr als 300 Besucherinnen und Besuchern folgten den Vorträgen und diskutierten in verschiedenen Foren.

Wolfram Günther, Vorsitzender der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erinnerte zur Eröffnung des Kongresses daran, dass Deutschland die Klimaziele für das Jahr 2020 absehbar nicht erreiche und so mit Klimaschulden zur internationalen Klimakonferenz nach Katowice fahre.

Günther warf Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen Boykott der Kohlekommission vor. „Setzen sich die Ideen des Ministerpräsidenten und seiner Kollegen in den anderen Kohleländern zu den Laufzeiten der Kraftwerke und Braunkohletagebaue durch, dann wird Deutschland auch die Klimaziele des Jahres 2030 nicht erreichen können.“
„Internationale Institutionen und Verträge werden also nicht nur von Populisten aller Couleur in Frage gestellt. Auch die CDU/SPD-Regierung in Sachsen reiht sich dabei ein.“
Es passe leider wie die sprichwörtliche ‚Faust aufs Auge‘, dass Wirtschaftsminister Martin Dulig mit dem versprochenen neuen Schub für die erneuerbaren Energien in Sachsen in vier Jahren nicht vorangekommen sei.

„Wir sind die erste Generation, die die Klimakrise richtig spürt, und die letzte, die sie noch verändern kann“, appellierte Günther. „Unsere Generation hat die Klimafrage in der Hand. Wir können uns entscheiden. Unsere Entscheidungen haben Konsequenzen.“
„Appelle, die allein an uns als Verbraucherinnen und Verbraucher und unsere Moral gerichtet sind, sind nicht der entscheidende Hebel, um hinreichend umzusteuern. Denn die Klimakrise ist eine politische Frage. Und politische Probleme brauchen politische Lösungen.“

Saubere Luft, gesundes Essen, ein gemäßigtes Klima, eine intakte Umwelt und Natur – wenn all das politische Priorität erhält, folgen daraus Handlungen.“
„Kraftwerke und Kohlegruben zu schließen heißt, dass Menschen neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze brauchen“, erläuterte der GRÜNE-Fraktionsvorsitzende.

„Wir brauchen bessere Bus- und Bahnverbindungen, damit weniger Auto gefahren wird.“
„Wer will, dass weltweit Wälder erhalten bleiben, muss dafür streiten, dass tropische Länder einen besseren Zugang zum europäischen Markt bekommen, und das jenseits von Soja.“
„Für uns GRÜNE gilt der Grundsatz: Wir denken global und handeln zugleich lokal – ganz konkret vor Ort“, schloss Günther.

Prof. Harald Lesch, Astrophysiker, Naturphilosoph und Wissenschaftsjournalist, warnte in seinem Vortrag ‚Mögliche Welten in 30 Jahren‘ vor der Heißzeit, die einsetzen wird, wenn die Treibhausemissionen nicht endlich deutlich gesenkt werden würden. Dann wären weite Gebiete um den Äquator unbewohnbar, was entsprechende Migrationsbewegungen auslösen würde.
Aber das Jahr 2018 habe auch uns in Deutschland einen Vorgeschmack gegeben, wie sich der Klimawandel auswirken kann. Mit negativen Folgen für die Landwirtschaft, ja für unser ganzes Leben und auch für unsere Gesundheit. Und was würde eigentlich passieren, wenn es nicht wie in diesem Jahr in Kalifornien großflächig brennt, sondern in Brandenburg?

Lesch empfahl eine möglichst schnellen Umstieg auf erneuerbare Energien und funktionierende öffentliche Verkehrsnetze. Ansonsten sehe er schwarz.
Der Professor der Ludwig-Maximilians-Universität München konnte wegen Glatteis nicht anreisen und hielt seinen Vortrag per Skype.

In den acht anschließenden Foren des Klimakongresses ging es um ‚Gesellschaftliches Klima – Entscheidungen von allen für alle‘, ‚Wie sieht Sachsen 2030 mit drastisch reduzierten Emissionen aus?‘, ‚Zukunftsbild Landschaft – Strukturreichtum, Blütenvielfalt, Artenvielfalt‘, ‚Fahrradstädte der Zukunft – Realität und Utopie‘, ‚Ist das exzellent oder kann das weg? Visionen für eine nachhaltige Uni‘, ‚Vision Zero Waste Sachsen 2025‘, ‚Wie gehen Digitalisierung und Klimaschutz zusammen?‘.

>> Eröffnungsrede Wolfram Günther und Skype-Vortrag von Prof. Harald Lesch:
www.facebook.com/GrueneFraktionSachsen/videos/936229576574052/

>> Das Programm des 12. Sächsischen Klimakongresses 2018 ‚VISIONEN − Zukunft ist gestaltbar‘ :
www.gruene-fraktion-sachsen.de/fileadmin/user_upload/Bilder_Galerie/Klimakongress_2018_12._Ausgabe/klimakongress-2018-flyer.pdf

 
… Zschocke: Aus den alarmierenden Ergebnissen des Sachsen-Monitors und den Gefahren politischer Radikalisierung müssen auch für die Jugendarbeit die notwendigen Schlüsse gezogen werden
 
 
Dresden. Die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN will mit einer Jugendoffensive für Sachsen im Gesamtumfang von 14 Mio. Euro der jahrelangen Entpolitisierung und dem Rückzugs der Jugendarbeit aus der Fläche entgegentreten.
„Unser Ziel ist es, bei jungen Menschen durch mehr demokratische Bildung das Verantwortungsbewusstsein, den Gerechtigkeitssinn, die Toleranz für abweichende Meinungen und die Gewaltfreiheit zu stärken“, erklärt Volkmar Zschocke, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. „Aus den alarmierenden Ergebnissen des Sachsen-Monitors und den Gefahren politischer Radikalisierung müssen auch für die Jugendarbeit die notwendigen Schlüsse gezogen werden.“
Für die Umsetzung der Jugendoffensive setzt die Fraktion auf die bewährten und verlässlichen Partner in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in den Kultur- und Sportvereinen.
„Wir wollen den Rückzug der offenen Kinder- und Jugendarbeit verhindern. Der Ausbau der Schulsozialarbeit reicht allein nicht aus. Um junge Menschen zu erreichen, sind auch außerschulische, regional gut erreichbare offene Angebote der Kinder- und Jugendarbeit notwendig“, erläutert der Abgeordnete. „Der Freistaat muss die Kommunen hier mit zusätzliche Mitteln unterstützen. Darum wollen wir die Jugendpauschale auf 15 Euro erhöhen. Dafür beantragen wir jährlich 4 Millionen Euro zusätzlich. zur Verfügung.“
„Zudem wollen wir Flexibles Jugendmanagement sachsenweit etablieren und dafür 1,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen.“
„Das ModeIl-Projekt ‚Jugend bewegt Kommune‘ soll endlich in ganz Sachsen Wirkung entfalten. Mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 450.000 Euro jährlich kann ein Netzwerk zur Erprobung jugendgerechter Dialog- und Beteiligungsformate etabliert werden. Dabei arbeiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam vor Ort daran, ein gutes Aufwachsen und bessere Lebensbedingungen für junge Menschen zu ermöglichen.“
Zudem will die Fraktion die Arbeit der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung weiter finanzieren. Dafür sind weitere 360.000 Euro jährlich nötig.
„Politische Bildung wird dann erfolgreicher, wenn es gelingt Kinder und Jugendliche über soziale Medien zu erreichen“, unterstreicht Zschocke. Für die Erprobung neuer Ansätze der aufsuchenden Online-Arbeit fordert die Fraktion jährlich 200.000 Euro.
„Wir wollen kommunale Präventionsprogramme zur Verhinderung von Radikalisierung mit 500.000 jährlich zusätzlich unterstützen“, erklärt der Abgeordnete. „Extremismusprävention über allgemeine Aussteigerprogramme oder durch eine Aussteigerhotline ist nicht ausreichend. Dafür braucht es eine zielgruppenorientierte Prävention z.B. mit aufsuchender Jugendsozialarbeit in den Kommunen.“
„Wirksame Jugendarbeit steht und fällt mit ausreichend qualifizierten Fachkräften“ betont der Abgeordnete. „Gerade im ländlichen Raum wird es zunehmend schwieriger, geeignete Fachkräfte für die Kinder und Jugendarbeit zu gewinnen. Die tarifgerechte Vergütung ist ein zentraler Beitrag gegen die Abwanderung der Fachkräfte aus dem ländlichen Raum oder in attraktivere Arbeitsfelder.“
„Unsere Forderung nach einem Fachkräftemonitoring für die Berufe der sozialen Arbeit, einer verlässlichen mehrjährigen Finanzierung, flexiblerer Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten, berufsbegleitender Anpassungsqualifizierungen sowie Anerkennungsverfahren für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die noch nicht über die erforderlichen Abschlüsse verfügen, hat an Aktualität nichts verloren.“
 
Hintergrund:
>> GRÜNER Antrag ‚Soziale Arbeit braucht qualifizierte Fachkräfte, mehr Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen – Fachkräfte-Offensive für Sachsen jetzt starten!‘ (Drs 6/11466) mit Stellungnahme der Staatsregierung:
http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=11466&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined
 
>> Wortprotokoll der Anhörung zum Antrag vom 11.04.2018:
 

 

… Maicher: Wir GRÜNEN werden bei den Haushaltsberatungen im Landtag die Aufstockung der Mittel für die Gedenkstättenarbeit fordern
 … Dresden. Im Oktober hat die Landtagsabgeordnete Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, im Rahmen ihrer Initiative zur Erinnerungskultur in Sachsen das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) und den Gedenkort Fort Zinna in Torgau besucht.
Nach der Besichtigung der Ausstellung im Schloss Hartenfels und des Memorials vor der Justizvollzugsanstalt Torgau stellt Maicher fest: „Das DIZ Torgau leistet einen überaus wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Militärjustiz im Nationalsozialismus, der sowjetischen Speziallager und des politischen Strafvollzuges in der DDR. Es gibt Aufschluss über die Opfergeschichten, die sich in hoher Zahl während der verschiedenen Systeme in Torgau ereignet haben, und die menschenverachtende Rechtspraxis im Nationalsozialismus sowie die politische Repression in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR.“
 
„Im Gespräch mit dem Leiter des DIZ Wolfgang Oleschinski und der Gedenkstättenpädagogin Elisabeth Kohlhaas wurde deutlich, dass die historisch-politische Bildungsarbeit des DIZ nicht nur für die Stadt Torgau und für Sachsen von Bedeutung ist, sondern eine europäische Tragweite hat“, so die Abgeordnete. „Umso wichtiger ist daher die Erneuerung der Ausstellung, insbesondere die Vertiefung der Verbrechen der Wehrmachtjustiz und das Herausarbeiten des europäischen Kontextes. Mit der Modernisierung der Ausstellung muss auch die Bildungsarbeit vor Ort ausgebaut werden.“
 
„Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Möglichkeiten der Gedenkstätte, die sich in Trägerschaft der Stiftung Sächsische Gedenkstätten befindet, dauerhaft erweitert werden, beispielsweise um einer verstärkten Nachfrage von Schulklassen nachzukommen und neue Vermittlungsmethoden umzusetzen. Im aktuell im Landtag beratenen Entwurf für den Haushalt für die Jahre 2019 und 2020 werden wir GRÜNEN die Aufstockung der Mittel für die Gedenkstättenarbeit, insbesondere für das Personal, fordern“, erklärt Maicher.
 
Hintergrund des Besuchs:
Die Gedenkstättenarbeit ins Sachsen steht vor Herausforderungen wie der Entwicklung von Lernorten für historisch-politische Bildung, der verstärkten Einbindung bürgerschaftlichen Engagements und dem gesellschaftlichen Generationswechsel. Um die zeitgemäße Aufgabenerfüllung und die Weiterentwicklung von Orten, Themen und Formen des Gedenkens bestmöglich zu unterstützen, ist die Stiftung Sächsische Gedenkstätten als zentrales Förderinstrument auf eine fachlich begründete Konzeption angewiesen. Die Stiftung im Verantwortungsbereich von Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange ist jedoch diesbezüglich seit 2009 keinen Schritt weiter gekommen. Deshalb setzte sich die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bereits im vergangenen Jahr mit einem Antrag (Drs. 6/9610) dafür ein, dass die Stiftung den notwendigen Prozess wieder in Gang bringt. Inzwischen haben die Fraktionen von CDU und SPD das Anliegen in einem eigenen Antrag aufgegriffen.
Um auch die Anforderungen der Einrichtungen und Initiativen vor Ort an die künftige Förderung der Gedenkstättenarbeit in die Debatte aufzunehmen, besucht Claudia Maicher verschiedene Orte des Erinnerns und kommt mit Mitarbeitern und Engagierten ins Gespräch.
>> Antrag „Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur in Sachsen weiterentwickeln“ (Drs 6/9610):
 
>> Alle Informationen zur Gedenkstätten-Initiative der GRÜNEN Landtagsfraktion: https://www.gruene-fraktion-sachsen.de/themen/kultur-interkultur/gedenkstaettenarbeit