Am 14. April sprach Claudia Maicher, Kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Landtagsfraktion, in Torgau mit dem Vorsitzenden des Kunst- und Kulturvereins „Johann Kentmann“, Jens Redmann, mit Uwe Narkunat, dem Vorstand des soziokulturellen Vereins Kulturelles Aktionsprojekt Torgau, kurz KAP und anderen.

Beide Vereine engagieren sich vor Ort seit mehr als 20 Jahren, können auf eine Vielzahl von kulturellen Angeboten und soziokulturellen Aktivitäten in und um Torgau verweisen und wirken mit ihrer Arbeit weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Den Erfolgen gegenüber stehen nicht nur das jährliche Ringen um finanzielle Mittel, um Möglichkeiten zur Erwirtschaftung eigener Mittel und um die Unterstützung durch Sponsoren.

Beide Vereine werben auch kontinuierlich um neue Mitglieder und ehrenamtliche HelferInnen. Die Herausforderung, neue UnterstützerInnen zu gewinnen, ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten mit dem Maß der Mobilität Jugendlicher und junger Erwachsener gestiegen.

So wird die Vielfältigkeit der Kulturarbeit im ländlichen Raum nur durch die sinnvolle Förderung kleiner Projekte und Träger gestärkt werden können. Dies ist eine der wesentlichen Herausforderungen der laufenden Novellierung des Kulturraumgesetzes.

Zur gemeinsamen Evaluierung möchte Claudia Maicher mit Vereinen, wie in Torgau in Kontakt bleiben. Die GRÜNE Landtagsfraktion schlägt zum Beispiel eine Dynamisierung der Landeszuweisungen vor und will u. a., dass die sächsischen Landesbühnen wieder aus der Finanzierung über den Kulturraum genommen werden.

Im Zusammenhang mit der Finanzierung durch das Land sprach Claudia Maicher mit Uwe Narkunat und Jens Redmann auch über vorliegende bürokratische Hürden. Antrags- und Abrechnungsverfahren für Mittel aus dem Kulturraum sind immer noch ausgesprochen aufwändig. Außerdem erfolgt die Bewilligung häufig nicht vor März des bereits laufenden Jahres. Wie in ihren Fällen sind Vereine häufig Kulturträger, für die es ein jährlicher Kraftakt ist, zuverlässig finanziell vorauszuplanen.

Hier ist eine gezielte Projekteinstiegsförderung denkbar, um eine vielfältige und innovative Kulturlandschaft mit einer breiten Bürgerbeteiligung zusätzlich zur etablierten Kultur zu ermöglichen.

Außerdem sollte die Möglichkeit zum kulturraumübergreifenden Austausch ermöglicht werden. In diesem Rahmen wären gemeinsame Qualitätsstandards und Leitlinien auf der Basis einer fortlaufenden Datengrundlage zu erheben. Für einheitliche Rahmenbedingungen in der  Kulturentwicklung ist nach wie vor das Land gefordert.

In den kommenden Wochen wird die Kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion die Kulturraumförderung weiter mit Kulturträgern auswerten. Ein sehr guter Anfang dazu wurde in Torgau gemacht.

Pressemitteilung  Anhörung Kulturraumgesetz – GRÜNE: Nahezu alle Sachverständige bestätigen die Forderungen der GRÜNEN-Fraktion vom Januar 2016

Positionspapier der Grünen mit der Forederung der Anpassung des Kulturraumgesetzes vom August 2015