Aktuelle Beiträge zum Thema

Bundestagswahlprogramm

Hat Torgau ein Herz für den Radverkehr? – 18.09.2017 19.00 -21.00 Uhr KAP Torgau Str. der Jugend 14b Torgau

Ende 2016 forderte der ADFC e.V. bundesweit unter dem Titel „Hat Deine Stadt ein Herz fürs Rad? Der Fahrradklima-Test “ wieder Radfahrerinnen und Radfahrer in ganz Deutschland auf, ihre Heimatstädte zu bewerten. Beim letzten Test (Ende 2014) hatte Torgau von bundesweit 292 teilnehmenden Gemeinden mit unter 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit einer Durchschnitt snote von […]

Bundestagswahlprogramm

Auszüge Kreistagswahlprogramm von 2014

Erholung, Kultur, Tourismus

Der Landkreis Nordsachsen hat ein großes Potential für Erholungssuchende und den Tourismus. Dieses Potential gilt es zu nutzen und weiterzuentwickeln. Attraktive
Erholungsgebiete vor der Haustür fördern die Lebensqualität und die Bindung der Menschen in den nordsächsischen Kommunen. Gleichzeitig bilden sie eine Basis für eine kleinteilige Tourismuswirtschaft. Besondere Aufmerksamkeit liegt dabei auf den großräumigen Wald- und Heidegebieten Dübener Heide und Dahlener Heide – Wermsdorfer Forst sowie auf den Flusstälern von Elbe und Mulde. Hier konnte wegen der attraktiven vielseitigen Naturraumausstattung bereits eine gute Tourismusentwicklung stattfinden. Hier zeigt sich auch, wie förderlich eine kluge Infrastrukturverbesserung wirken kann, denn die Flußauen profitieren wesentlich von den begleitenden Radwegen. Der Landkreis kann die touristische Erschließung weiter verbessern, indem er das Zusammenspiel der touristischen Anbieter und der lokalen Akteure koordiniert und ein regionales Tourismuskonzept entwickelt und umsetzt. Das betrifft insbesondere den Radtourismus, der sich gegenwärtig auf die Flusswege konzentriert, weil die Verbindungsspangen zu weiteren Attraktionen fehlen oder mangelhaft kommuniziert werden. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Themenwegen wie Pilgerwege, den Lutherweg, die Kirchens
traße, jedoch wenig tragfähige Konzepte, wie diese Konstrukte auch mit Leben erfüllt werden können.

Mit Blick auf die großen Burgen und Schlösser hat auch der Freistaat eine Mitverantwortung. Insbesondere die Hubertusburg in Wermsdorf hat mit der Sonderaus
stellung der Staatlichen Kunstsammlungen zum Hubertusburger Frieden im letzten Jahr gezeigt, dass ein Engagement in Nordsachsen zu einer Stabilisierung der lokalen Tourismuswirtschaft beitragen kann. Solche Leuchtturmprojekte müssen verstetigt werden, um den Menschen in der Region Perspektiven aufzuzeigen und privatwirtschaftliche Initiative zu ergänzen.
Wichtig ist auch die Weiterentwicklung des Wellness-Tourismus. Der Kurbetrieb in Bad Düben ist ein wichtiges Standbein für den nördlichen Landkreis, Massen
tierhaltung und Gentechnikfelder in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kurstadt sind hier kontraproduktiv und sollten keine Zukunft in Nordsachsen haben. Stattdessen setzen wir
auf verstärkten Anbau von Bio-Lebensmitteln, die gleich in Restaurants und Hotels der nordsächsischen Touristen-Orte vermarktet werden. So können sich Tourismus und
ökologische Landwirtschaft gegenseitig stärken.
Sowohl für Besucher wie auch für die einheimische Bevölkerung gehört ein vielseitiges Kulturangebot zur attraktiven Lebenswelt dazu, fördert Kreativität und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Kulturraumförderung hat bisher eine hohe Vielfalt ermöglicht. Wir wollen, dass das so bleibt. Wichtig sind dafür auch die kommunalen und kreiseigenen
Bibliotheken und Musikschulen, die vielen Menschen den Zugang zu Literatur, Musik und Medien ermöglichen. Sie sind für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein Schlüssel zum kulturellen und musischen Erbe der Menschheitsgeschichte und ein Tor zur Bildung. Zur Förderung von Gesundheit, Körperkultur und sportlicher Fitness, gehört ein
ausreichendes Angebot an Schwimm–und Bademöglichkeiten. Die Schwimmhallen im Kreis sollten erhalten bleiben, insbesondere um den Schwimmunterricht für alle Kinder zu
ermöglichen. Durch Nutzung aller Möglichkeiten zur energetischen Sanierung und ökonomisch sinnvolle Betriebskonzepte (z.B. Blockheizkraftwerke) können die Kommunen
in der Unterhaltung unterstützt werden.

Bildung, Schulen, Betreuung

Wir Bündnisgrünen im Landkreis Nordsachsen, wollen ein gerechteres Bildungssystem, dass allen Kindern auch im ländlichen Raum optimale Bildungsmöglichkeiten anbietet und sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke Kinder optimal fördert. Bildung ist mehr als Ausbildung, mehr als auf Verwertung ausgerichtetes Wissen. Sie ist Schlüssel für die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Bildung ist Voraussetzung für Freiheit und Selbstbestimmung. Eine gute Bildung unser Kinder fängt bereits in der Kita an. Dafür ist es notwendig wohnortnahe Einrichtungen zu schaffen, um allen Kindern eine Betreuungsmöglichkeit vor Ort zu bieten. Der Betreuungsschlüssel im Bereich der Krippen und Kita ́s in Sachsen ist deutlich zu Gunsten einer qualitativen statt quantitativen Betreuung zu erhöhen. In kleineren Orten ist die Bildung einer altersübergreifenden Betreuungseinrichtung vom Kleinkindalter bis zum Grundschulhort eine Möglichkeit, um Objekte und auch Betreuungspersonal optimal zu nutzen. Hohe Priorität hat für uns die Erhaltung oder Neugründung von wohnortnahen Grundschulen, um die Abwanderung junger Familien aus der ländlichen Umgebung in Nordsachsen zu stoppen. Die Mindestschülerzahl im Grundschulbereich muss auf 10 herabgesetzt werden. Bei niedrigen Jahrgangszahlen ist die Möglichkeit von jahrgangsübergreifendem Unterricht (in vielen reformpädagogischen Modellen bereits Praxis) zu prüfen. Die Schule muss wieder zum Mittelpunkt des Dorfes im ländlichen Raum werden. Auch können Schulgebäude und -gelände nachmittags und abends als Treffpunkte für BürgerInnen genutzt werden, was vielerorts schon geschieht. Kommunale Bildungslandschaften sind ein echter Standortvorteil. “Wenn die Schulen zunehmen, dann steht ́s wohl im Land.” Martin Luther (1483-1546) Die Schulen sind zu echten Ganztagsschulen auszubauen, die Lernzeit soll sich mit Freizeit über den Tag abwechseln, erfolgreiches Lernen und individuelle Förderung laufen nicht im 45-Minuten-Takt. Nordsachsen könnte hierbei zur Modellregion werden. Leider gelingt es zu selten, ungleiche Startchancen auszugleichen. Zu früh wird aussortiert anstatt Kinder individuell zu fördern und ihnen Zeit zu geben, sich zu entwickeln. Wir sind überzeugt davon, dass es gut ist, wenn Kinder länger gemeinsam an einer Schule lernen. Davon profitieren alle, die stärkeren Schüler als auch die schwächeren. Die Oberschulen sollen zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickelt werden, mit der Möglichkeit, am Ende verschiedene Abschlüsse einschließlich des Abiturs zu erreichen. Die Gymnasialen Standorte im Landkreis sind auch bei sinkenden Schülerzahlen unbedingt zu halten.

Eine wichtige Aufgabe der Schulen im Landkreis sehen wir auch in der umweltpolitischen und demokratischen Bildung der Kinder. Schule ist der zentrale Ort in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Hier entwickeln sie eine Vorstellung von Demokratie, lernen den fairen Umgang miteinander, erfahren von Toleranz, Kompromissen und Regeln. Damit Schülerinnen und Schüler ein starkes demokratisches Bewusstsein entwickeln, müssen vier Bedingungen gegeben sein: Anerkennung der individuellen Persönlichkeit, Beteiligung an der Organisation von Schulveranstaltungen und Gestaltung von Unterricht, gelebte Demokratie im Schulalltag und vielfältiger Sozialkundeunterricht. Kinder und Jugendliche sollten altersgerecht für wissenschaftliche und politische Fragen des Klima-und Umweltschutzes sowie der Kulturlandschaft sensibilisiert werden. Durch vernetzten Unterricht zwischen verschiedenen Fächern wie z.B. Biologie, Chemie, Sozialkunde oder Ethik sind Umweltthemen stärker zu berücksichtigen. Die Umsetzung der bereits am 1.1.2009 in Kraft getretenen UN-Konvention zur Inklusion behinderter Menschen sollte an den Schulen des Landkreises beschleunigt werden. Die Versetzung insbesondere lernbehinderter Kinder auf die Förderschule sollte die absolute Ausnahme bleiben. Die Realisierung inklusiver Schulkonzepte kann durch kleinere Klassenstärken und mehr
Stellen für ausgebildete Sonderpädagoginnen oder Sonderpädagogen sichergestellt werden. Finanzausstattung und Personal der Förderschulen kann dabei umverteilt werden. Gute Bildungseinrichtungen integrieren behinderte Kinder, sie zeigen Respekt und Wohlwollen gegenüber der ganzen Vielfalt der Kinder und jungen Menschen.
Wir wollen Schulen dazu befähigen, gemischte Teams aufzubauen und sich zu öffnen für Menschen mit Behinderung und mit der Verschiedenheit aller Schülerinnen und Schüler
konstruktiv umzugehen, damit Sonder-und Förderschulen überflüssig werden. Die Schulträger sollten mehr Entscheidungshoheit insbesondere bei der Benennung der
SchulleiterInnen bekommen. Gute Bildungseinrichtungen sind partizipativ, sie verplanen die Kinder nicht, sondern sie können sich einmischen und das Einmischen ist erwünscht.
Selbstbestimmte Schulen erleben Eltern als Partner in der Begleitung junger Menschen und erfahren Unterstützung und Beratung. Die Schulsozialarbeit muss auf den weiterführenden Schulen ausgebaut werden, an jeder Schule muss mindestens eine Vollzeitstelle geschaffen werden. Volkshochschulen und Musikschulen sind als Eigenbetrieb des Landkreises angehalten, wohnortnah qualitativ hochwertige Kurse anzubieten. Um das Leben im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten, sollten die Gemeinden bei der
Schaffung und dem Unterhalt von Jugendfreizeiteinrichtungen vom Kreis und Land mit höheren finanziellen Mitteln unterstützt werden. Auf die Qualität der medizinischen Betreuung kann der Landkreis Einfluss nehmen. Den Verkauf der kreiseigenen Krankenhäuser lehnen wir ab. Ein Verkauf würde dem Landkreis nur einmalige Entlastung statt dauerhafte Einnahmen für den Haushalt bringen. Im Landkreis besteht in einigen Bereichen akuter Ärztemangel. Der Landkreis ist in der Pflicht optimale Voraussetzungen für Niederlassung junger Ärztezu schaffen, zum Beispiel durch die Bereitstellung kreiseigener Immobilien und Nutzung von Förderprogrammen. Durch die Förderung von sozialräumlichen Strukturen soll auch die Begleitung von alten, kranken und behinderten Menschen ganz wesentlich verbessert werden. In Sozialraumzentren mit angeschlossenen Pflegestützpunkten soll die kulturelle, sportliche und geistige Beschäftigung von Menschen in der Gemeinschaft generationenübergreifend gewährleistet
werden. Dort kann trägerübergreifende Beratung durch ve rschiedene Unterstützungsangebote ergänzt werden.