Grüne im Landkreis Nordsachsen …

….  17.08.2017 Monika Lazar, MdB,  und Spitzenkadidaten der Grünen in Sachsen für den Bundstag mit dem grünen Bundestagsdirektkandidaten Jörg Bornack Nordsachsen in Torgau …

…. 19.08.2017  Sommerfest des Kreisverbandes Nordsachsen in Torgau …

…. 24.08.2017  MdL  Franziska Schubert, Sprecherin für stellv. Fraktionsvorsitzende, Haushalts- und finanzpolitische Sprecherin, Religionspolitische Sprecherin im Lk Nordsachsen – Naturparkhaus Bad Düben und Liebschützberg….

 

Newsletter von Monika Lazar zur Arbeit im Bundestag

…. Newsletter 02/2017

…. zu Themen und Aktivitäten von Monika Lazar – Redaktion: Nina Lippmann

…. Liebe MitstreiterInnen, liebe Freundinnen und Freunde,

Sportpolitik beinhaltet manchmal – neben großen Doping-Skandalen oder der Spitzensportreform (siehe Rubrik Aktuelles aus dem Bundestag) – sich mit sperrigen Begriffen wie der Sportanlagenlärmschutzverordnung (kurz: SALVO) auseinanderzusetzen. Denn die SALVO hat ganz praktische Auswirkungen auf unser Alltagsleben: Sie legt fest, wo, wie lange und wie laut Sport getrieben werden darf. Die neue SALVO hat einige positive Veränderungen für den Sport gebracht. Leider wurde aber unsere Forderung einer Kinderlärmprivilegierung nicht umgesetzt. Das bedeutet, dass Kinderlärm, der von Sportanlagen ausgeht, weiterhin schlechter gestellt wird als Kinderlärm vom Spielplatz nebenan. Konkret heißt das, dass auf Bolzplätzen länger gespielt werden darf als auf Sportplätzen von Vereinen. Dagegen setzen wir uns weiterhin ein.

Mehr Lautstärke braucht es auf jeden Fall gegen institutionellen Rassismus. Der Skandal um die Gruppe rechtsextremer Bundeswehrsoldaten um Franco A., der sich als syrischer Flüchtling ausgab und terroristische Anschläge plante (siehe Rubrik Parlamentarische Initiativen), trägt dazu bei, dass das Vertrauen in die staatlichen Institutionen weiter schwindet: Der Staat ist nicht nur unfähig, die Bevölkerung zu schützen. Rechte Gefahr geht sogar von staatlichen Institutionen selbst aus. Einmal mehr zeigt sich, dass aus dem Behördenversagen rund um den NSU nichts gelernt wurde.

Das ist höchst bedenklich, denn die Gefahr von rechts wird nicht kleiner. Die auch in Deutschland zunehmend spürbaren Folgen der Globalisierung haben eine Verunsicherung herbeigeführt, die rechtsextreme und rechtspopulistische Kräfte für ihre eigenen Zwecke nutzen. Wir stehen im Bundestagwahlkampf vor der großen Herausforderung, dem „Rechtspopulismus als Gefühlsklammer“ etwas Positives entgegen zu setzen. Nach Prof. Dr. Thomas Kliche, unserem Referenten beim Bund-Länder-Europa-Treffen Rechtsextremismus, kann erst ein umsetzungsfähiges großes Projekt einer solidarischen und nachhaltigen Gesellschaft, an dem viele begeistert mitwirken wollen, den Populismus austrocknen (mehr in der Rubrik Veranstaltungen).

Dies ist mein letzter Newsletter in dieser Wahlperiode. Bald beginnt die heiße Phase des Wahlkampfes, den wir unter das Motto „Zukunft wird aus Mut gemacht“ stellen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch einen schönen Sommer!

Herzliche Grüße,
Monika Lazar

Bericht von der Programm-BDK in Berlin

Zweieinhalb anstrengende aber sehr motivierende Tage in Berliner Velodrom liegen hinter mir. Über 800 Delegierte aus allen Kreisverbänden der Republik haben über den Programmentwurf des Bundesvorstandes diskutiert, über 2000 Änderungsanträge gestellt und dann rege diskutiert. Herausgekommen ist aus meiner Sicht ein richtig gutes grünes Programm für die anstehende Bundestagswahl in ca. 100 Tagen. Unser Spitzenduo Kathrin und Cem haben die anwesenden Mitglieder begeistern können, aber auch die anderen „Spitzen“ um Toni, Robert und Reinhard haben wunderbare Reden gehalten, die eine Motivation für die jetzt beginnende Zeit sind.

Natur- und Umweltschutz stehen klar an der Spitze des Programms, ein zügiger Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung ist für uns eine beschlosse Sache, Tier- und Artenschutz steht im Vordergrund, der Strukturwandel in der Landwirtschaft muss geschafft werden.

Die Einführung einer CO2-Steuer steht im Programm, die 20 ältesten Kohlekraftwerke sollen in der nächsten Legislatur abgeschaltet werden und bis 2030 alle Kohlemeiler aus sein. Mit Hilfe der Einnahmen aus der CO2-Steuer soll der Energiepreis für den Verbraucher gesenkt werden und der durchschnittliche Preis an der  Energiebörse wieder steigen. Umweltschädliche Subventionen auf Flugkerosin und Diesel sollen abgebaut werden. Bis 2050 soll auch die Energieversorgung auch für Wärme, Mobilität und Industrie aus Erneuerbaren kommen. Programme für bessere Wärmeversorgung in den Städten sind ebenso geplant wie ein Klimawohngeld für sozialschwache Bürger.

Ein guter ÖPNV und eine erfolgreiche Bahn liegen uns immer am Herzen. Mit den eingesparten Subventionen auf das Flugbenzin und den Diesel wollen wir die Schienennetze und den Nahverkehr ausbauen, ein deutschlandweiter Mobilpass für alle Angebote des öffentlichen Verkehrs, wie Car- oder Bikesharing, den Nah- und Fernverkehr soll eingeführt werden. Die Infrastruktur für Radfahrer soll ausgebaut werden und Lastenräder gefördert werden. Ein Rüstungsexportgesetz soll den Export einschränken und nur noch in Nato und EU zulässig sein. Alle Handelsabkommen, wie CETA, TTIP oder TiSA werden von uns in der jetzigen Version abgelehnt. Fluchtursachen sollen bekämpft werden, die Integration der Schutzsuchenden vorangebracht  und ein Einwanderungsgesetz muss endlich her. Gleiche Rechte für gleiche Liebe bedeutet die Ehe für alle, eine Ungleichbehandlung der lesbischen und schwulen Partnerschaften wird es mit grün nicht mehr geben.

Ehegattensplitting wird durch gezielte Förderung von Familien mit Kindern ersetzt, ein echtes Entgeltgleichheitsgesetz soll kommen und die Geburtshilfe soll wieder eine bessere Unterstützung bekommen. Das Familienbudget spielt dabei eine zentrale Rolle, drei Säulen sollen die Finanzierung jeweils nach Einkommenssituation der Familien und insbesondere der Alleinerziehenden verbessern.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat in den letzten Jahren komplett versagt, deshalb wollen wir es personell und organisatorisch neu aufbauen und die Landesverfassungsämter auflösen und als wenige Außenstellen dem neuen Bundesamt angliedern.

Das Wahlalter soll auf 16 herabgesetzt werden, sogar ein Absenken auf 14 wurde diskutiert, aber mehrheitlich abgelehnt.  Um den Internetausbau auch auf dem Land voranzutreiben, sollen die Aktien der Telekom im Bundesbesitz verkauft werden und mit den 10 Milliarden endlich ein gutes und flächendeckendes Glasfasernetz gebaut werden. Die Kommunalen Wohnungsunternehmen sollen gestärkt und dadurch der soziale Wohnungsbau angeschoben werden, auch wenn das sicher nicht unbedingt ein Problem in unserem Landkreis ist, so wird dies in den großen Städten, auch in Sachsen mittlerweile dringend benötigt. Der Sanierungsstau in den Schulen muss behoben werden, dafür wollen wir 10 Milliarden in den nächsten 5 Jahren bereitstellen, der Betreuungsschlüssel in den Kitas muss weiter gesenkt und die Ausbildung der Erzieher deutlich erhöht werden.

Die Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin und die Einführung einer Bürgerversicherung für alle wollen wir durchsetzen. Dabei sollen auch Selbständige in die Arbeitslosen- und Rentenversicherung integriert werden.

Ich hoffe, Euch ein wenig vom Programm begeistert zu haben, ich jedenfalls bin mir nach der BDK sicher, dass wir als Grüne einen echt guten Entwurf für ein besseres Land vorgelegt haben und der Wahlkampf jetzt so richtig beginnen kann. Lest das gesamte Programm, es wird in wenigen Tagen mit allen beschlossenen Änderungen auf der grünen Seite zu finden sein und schaut Euch auch gern das Video von der BDK auf gruene.de an.

Soweit meine kurze Berichterstattung als Euer grüner Delegierter aus Nordsachsen von der BDK in Berlin am Wochenende.

Unser grünes Wahlprogramm für 2017

Bericht: Lärmpausen – ein möglicher Beitrag für mehr Lärmschutz am Flughafen Leipzig-Halle

GRÜNE fordern, Frankfurter Lärmpausenmodell am Flughafen Halle-Leipzig zu prüfen und anzuwenden

Günther: Für echte Lärmreduzierung braucht es zusätzlich stärker gespreizte lärmabhängige Start- und Landeentgelte, eine gleichmäßige Verteilung der Starts und Landungen auf den Landebahnen Süd und Nord und die Neubesetzung der Fluglärmkommission

Leipzig/Dresden. „Unsere Podiumsdiskussion am Internationalen Tag gegen Lärm in Leipzig hat die aktuellen Defizite und Herausforderungen beim Lärmschutz am Flughafen deutlich gezeigt“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion Wolfram Günther im Rückblick auf die gestrige Veranstaltung in Leipzig.
„Eine wirkliche Entlastung und damit ein spürbarer Beitrag für den Gesundheitsschutz der Menschen rund um den Flughafen ist im Grunde nur mit einem Ende der Nachtflüge zu haben. Wir GRÜNE fordern seit Jahren, ein konsequentes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr für den Flughafen Leipzig-Halle festzusetzen. Dazu ist der Freistaat Sachsen als Hauptgesellschafter der Mitteldeutschen Flughafen AG in der Lage. Bis das erreicht ist, lohnt allerdings der Blick auf das Frankfurter Lärmpausenmodell.“

Auf der Podiumsdiskussion in Leipzig zum Tag gegen Lärm stellte Christoph Brunn vom Öko-Institut e.V. dieses Thema vor. In Frankfurt am Main werden seit Ende April 2015 Starts und Landungen zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr sowie zwischen 05.00 Uhr und 06.00 Uhr, in den sogenannten ‚Nachtrandstunden‘, abwechselnd auf verschiedenen Bahnen gebündelt. Von 23.00 bis 05.00 Uhr gilt ein sechsstündiges Nachtflugverbot. Die Lärmpausen vorher und nachher sollen einigen Anwohnenden eine zusätzliche Stunde Ruhe verschaffen, ohne dabei die Zahl der Flüge zu verringern. Dieses Lärmpausenmodell führte zu mehr lärmfreier Zeit für die Anwohnerinnen und Anwohner und zu einer effektiven Senkung der durchschnittlichen Lärmbelastung. Dabei wurde das Frachtaufkommen in gleicher Menge abgewickelt.

„Solche Ergebnisse wie in Frankfurt waren auch möglich, weil die dortige Fluglärmkommission viel breiter besetzt ist als die am Flughafen Leipzig-Halle. Ein überfälliger Schritt wäre deshalb die Neubesetzung der Fluglärmkommission. Es ist dringend nötig, dass hier künftig die Bürgerinitiativen vertreten sind.“

Steffen Mäder, der Leiter Lärm-/Umweltschutz bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, bestätigte, dass dieses Modell bisher noch nicht für den Flughafen Leipzig-Halle untersucht worden sei.

„Aus GRÜNER Sicht sollte dies nun schleunigst im Interesse der Anwohner und Anwohnerinnen nachgeholt werden. Zusätzlich ergab die Debatte, dass deutlich verschärfte lärm- und verbrauchsabhängige Start- und Landeentgelte am Flughafen Leipzig-Halle als finanzieller Anreiz nötig sind. Der Flughafen Leipzig/Halle hat aktuell sehr niedrige Start- und Landegebühren, speziell für Nachtflüge und hier insbesondere auch für besonders laute Flugzeuge. Damit profiliert sich Leipzig im bundesweiten Flughafendumpingwettbewerb ganz unten. Das ist nur auf Kosten von Gesundheits- und Umweltschutz möglich und muss dringend geändert werden“, erläutert Günther.

„Ein weiterer Brennpunkt ist das Thema der absurd ungleichen Verteilung der Flugbewegungen auf den beiden Landebahnen. Laut Planfeststellungsbeschluss müssten die nächtlichen Starts und Landungen auf den Landebahnen Süd und Nord gleichmäßig verteilt sein. Seit sechs Jahren wird über die widerrechtliche ungleiche Nutzung der Start- und Landebahnen diskutiert. Dabei liegt der Anteil des auf der Start- und Landebahn Süd abgewickelten nächtlichen Luftverkehrs immer noch bei über 90 Prozent. Das ist ein Unding.“

„Die aktuell bestehenden Regelungen zum Fluglärmschutz tragen den gesundheitlichen Belangen der Betroffenen nicht angemessen Rechnung. Die Menschen vor Ort werden durch den Fluglärm großer Fracht- und Passagierflugzeuge insbesondere in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr massiv beeinträchtigt und wachen während der Tiefschlafphase oft auf. Laut der bundesweiten Norah-Studie, die erstmals umfassend die Auswirkungen von Flug-, Straßen- und Schienenlärm auf die menschliche Gesundheit untersucht hat, erhöht Verkehrslärm das Risiko von Depression und Herzschwäche deutlich. Kinder in lärmgeplagten Grundschulen lernten langsamer lesen als Kinder in ruhigeren Lagen und seien auch häufiger von Sprech- oder Sprachstörungen betroffen.“
„Durch den derzeitigen Nachtbetrieb des Flughafens Leipzig/Halle v.a. durch den Frachtbetrieb von DHL ist die Gesundheit zehntausender Betroffener, darunter tausender Kinder stark gefährdet.“

„CDU und SPD in Sachsen sollten endlich aufhören, politischen Initiativen für die tausenden Lärmbetroffenen am Flughafen Leipzig-Halle die Unterstützung zu verweigern“, so Günther.

aus dem Kreisverband Nordsachsen: Die Niederländer lassen Europa hoffen

….LESERBRIEF ZUM TZ-ARTIKEL   17.03.2017…..
„Die Niederländer lassen Europa hoffen“……
Einleitung:
Ich bin seit Jahrzehnten überzeugter Förderer der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Menschenrechtsorganisation  „amnesty international“. Deshalb freut es mich riesig, dass mein kleines und geliebtes Radparadies Niederlande ein starkes Signal gegen die bedrohliche Welle des nationalistischen, völkischen und menschenverachtenden europaweiten Rechtspopulismus gesetzt hat.
Leserbrieftext:
Wie in Österreich (ehemaliger grüner Parteichef und Präsidentschaftssieger Alexander van der Bellen) war es erneut ein charismatischer Vertreter des grün-alternativen Milieus (Jesse Klaver, junger Spitzenkandidat von „Grün Links“), der sich mit einem überzeugenden ökologisch-sozialliberalen Programm als „demokratisches Bollwerk gegen den Rechtspopulismus“ erwies.
Durch die Vervierfachung des Stimmenanteils seiner Partei „Groen Links“ avancierte der oft mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau (= „Anti-Trump“) verglichene Jesse Klaver zum heimlichen Sieger der Wahlen in den Niederlanden.
Jesse Klaver flirtete nie wie einige Konservativemit rechtspopulistischen Positionen. Er griff stattdessen entschieden den menschenverachtenden Rechtspopulismus an. Jesse Klaver, der überzeugende „Anti-Wilders“, punktete klar mit einem proeuropäischen, weltoffenen, menschenrechtlich orientierten sozial-ökologischen Programm. Er plädierte engagiert für eine friedliche, freie und weltoffene Gesellschaft auf der demokratischen Basis der universal gültigen Menschenrechte. Er setzte sich u.a. für die Chancengleichheit aller Kinder, die Überwindung der Kluft zwischen Arm und Reich, das Ende der Steuerfreiheit internationaler Konzerne und ein ambitioniertes Umweltgesetz zur Erreichung der Klimaziele ein.
Mit diesem liberalen und sozialökologischen Menschenrechtsprogramm leistete Jesse Klaver  einen großen Beitrag zum völkerverbindenden proeuropäischen Engagement der demokratischen Zivilgesellschaft (u.a. Emmanuel Macron, Cem Özdemir), die die am Geist der Menschenrechte orientierte weltoffene Gesellschaft in Europa (u.a. Frankreich und Deutschland) ohne Wenn und Aber entschieden gegen die Gefahr des menschenverachtenden Rechtspopulismus verteidigen.
Stefan-Felix Winkler

Der Bericht – Auftaktveranstaltung und Beratungstage Stasi- Unterlagenbehörde

Der Bericht: Auftaktveranstaltung und Beratungstage Stasi- Unterlagenbehörde

Schon die randvoll besetzte Schaltwarte im E-Werk Oschatz zeugte vom Interesse und der Brisanz des Themas der Arbeit der Staatsicherheit der DDR, die vor fast 30 Jahren endete.

Letzten Endes wurden aber alle Erwartungen der Organisatoren vom Grünen Kreisverband und dem E-Werk  sowie der Behörde selbst übertroffen: an 4 Beratungstagen sahen sich fast 1000 Menschen die Ausstellung an und gut 600 Personen  beantragten Einsicht in die Unterlagen.

Vielleicht lag mit daran, dass Herr Bernd Voigtländer, Mitbegründer der Grünen in Oschatz und Grünes Kreistagsmitglied von 1990 – 1998, als Zeitzeuge und Betroffener  eine andere Sichtwiese  auf das Thema darlegte.

Er war in der Kirche und im kirchlichen Ökokreis aktiv und über ihn wurde in seiner Stasiakte auf  150 Seiten berichtet. Vieles war nebensächlich, aber manches hatte große Brisanz und hätte in dem einen oder anderen Fall auch für ihn mit Haft enden können.

Doch er sagt von sich, dass er kein Widerständler war, nein, er hatte einfach Zivilcourage und hat die Dinge dort angesprochen, wo sie hingehörten und wo die Entscheidungen getroffen wurden. Dieser Mut hat ihm wohl Respekt auf allen Seiten eingebracht. Er galt als jemand, der Klartext in einer sehr sachlichen Art und Weise redete, mit dem man reden konnte. So ist es wohl nur erklärbar, dass er noch vor 1989 einen eigenen Baubetrieb gründen konnte. Dieser sollte sich der Sanierung der Türme der Oschatzer St. Aegidienkirche – dem weithin sichtbaren Wahrzeichen – widmen. Und auch dafür bekam er materielle Unterstützung von den hiesigen wirtschaftlichen und politischen Entscheidern. Noch zur Wende war die Sicherung gefährdeter Teile abgeschlossen.

Seine Kinder verweigerten Wehrdienst oder konnten nicht studieren.  Es gab also durchaus Konsequenzen seiner Haltung.  Insofern war für ihn ein Wechsel des politischen Systems wichtig – aber er wollte nicht die ´Banane ´. Damit fasst er die Entwicklung nach dem November 1989 zusammen, als es plötzlich nicht mehr um Veränderungen ging, sondern um eine Übernahme der Gebiete durch die BRD.  Die Wahlen im März 1990 bestätigten dann diese Entwicklung durch den Sieg der CDU.

Neben Zeitzeugen von ihm waren auch einige junge Leute gekommen, Menschen, die die DDR aus westlicher Perspektive betrachten,  Menschen, die sich ihrer Vergangenheit stellen wollten. Für sie alle war die anschließende Diskussion sehr offen und konstruktiv. Auch die Leipziger Leiterin der Unterlagenstelle alsauch  Herr Rachowski als Berater für politisch Verfolgte  schätzten diese Veranstaltung als sehr gelungen ein.

Vermutlich lachen sich heute alle Geheimdienste ins Fäustchen – so leicht wie man heute an ganz persönliche Daten von Personen kommen kann, um sie dann irgendwann einmal gegen Sie einzusetzen -da ist sehr sehr viel Zivilcourage im Alltag gefragt, um nicht dem allgemeinen Trend und Zeitgeist zu folgen.  Und vor allem die jungen Leute haben gar kein Gespür mehr dafür.

Monika Lazar, MdB, zu Besuch beim Boxring Delitzsch e.V.

Monika Lazar im Lk Nordsachsen – Besuch des Boxring Delitzsch e.V.

Monika Lazar ist Mitglied des Bundestages für Bündnis 90 / die Grünen und Obfrau im Sportausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In dieser Funktion ist es für sie immer interessant, mit den Ehrenamtlichen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Diese Gelegenheit nahm sie auch Mitte Februar im Boxclub Delitzsch e.V. wahr. Zum jugendlich engagierten Leiter, Herrn Enrico Nürnberger gesellte sich noch der Leiter des nordsächsischen Kreissportbundes hinzu, Herr Sven Kaminski. Eine gute Runde, um von den bestehenden Problemen zu hören.

Herr Nürnberger berichtete von den vielen Kindern mit Migrationshintergrund, die zu ihnen kommen. Hier fühlen sie sich angenommen und kommen gern wieder. Nach dem Training, wenn der Kopf dann frei ist, weil er mal ein Weile auf etwas völlig anderes konzentriert war, kommt man noch ins reden. Und dann kommen die Probleme zur Sprache. Auf dieser Vertrauensbasis hat sich er Verein in den letzten Jahren sehr gut entwickelt, Sponsoren gewonnen, ist inzwischen Integrationsstützpunkt. Auf der Homepage des Boxring e.V. stehen folgende Ziele zu lesen:

  • Einbindung von Migranten/innen und sozial schwachen Personen in unseren Alltag durch sportliche Betätigung

  • Förderung der Deutschen Sprache, Nahebringen von kulturellen Werten

  • Abbau von Vorurteilen zwischen verschiedenen Kulturen und sozialen Stellungen
  • Persönlichkeitsentwicklung und Stärkung des Selbstbewussseins durch positive Erfahrungen und Wertschätzung der Persönlichkeiten

Auch Herr Kaminski betonte die Rolle des Sports im Bezug auf die Freizeitbeschäftigung, aber auch im Kontex von Gesundheit und Erlernen sozialer Kompetenzen wie Fairness, Leistungswille, Ausdauer oder nach Niederlagen wieder auf zu stehen und weiter zu machen.

Im Gegenzug vermisst man immer mehr die Anerkennung in der Gesellschaft und der Politik. Der Focus ist auf einige wenige Leuchtturmsportarten gerichtet – nicht nur in den Medien, sondern auch in der Förderung des Sports. Insofern fehlt den Sportarten Nachwuchs bei Übungsleitern, Trainern, anderen Freiwilligen, ohne die der Trainingsbetrieb undenkbar wäre. Generell macht – wie allen Vereinen – der Trend zur Unverbindlichkeit in der Freizeitgestaltung sehr zu schaffen. Am Ende sind es immer wieder einige wenige und oft die Gleichen, die sich mit Engagement einbringen.

Herr Kaminski ist in Torgau im Vorstand des SSV Torgau e.V. und koordiniert hauptamtlich die sportlichen Aktivitäten im Landkreis. So nannte er den Teddy-Cup, der jährlich regional Kindergartenkinder dazu animieren soll, ihre sportlichen Fähigkeiten zu messen. In diesem Alter werden die ersten Sporttalente gebunden, später kann es durchaus sein, dass sie noch andere interessante Sportarten für sich entdecken. Doch grundsätzlich beginnt die Suche nach Talenten so zeitig.

Herr Kaminski nannte als ein großes, ungelöstes Problem den Anlage und Erhalt von Sportstätten, möglichst noch mit Wettkampfvoraussetzungen. Für Kommunen ist es eine freiwillige Aufgabe, für Vereine eine unlösbare. Sportstätten für Schulen werden nur ohne Zuschauertribünen gefördert, diese sind aber unabdingbar für ein aktives Wettkampfleben der Vereine, die meistens die Schulsporthallen nutzen. Die Förderung zur Sanierung von Sportstätten ist ein großes Problemfeld, viele Hallen und Anlagen, die noch bis zu 1990 über Betriebe erhalten wurden, kommen spätestens jetzt in die Jahre und brauchen dringend eine Generalüberholung. Bestes Beispiel dafür sind die Trainingsorte des Boxring Delitzsch e.v. in den Räumen des Eisenbahnersportvereins Delitzsch e.V., wo das Treffen statt fand.

Ebenso verhält es sich mit Startgebühren bei Wettkämpfen, Beiträgen zum Landessportbund, zu Landesvereinigungen der einzelnen Sportarten, mit Fahrtkosten zu Wettkämpfen usw. Das alles aus der Vereinskasse zu bezahlen, ist nicht möglich, doch viele junge Talente können sich die Beträge gar nicht leisten. Eine finanzielle Anerkennung von Trainern, die Lehrgänge besuchen und zusätzlichen Aufwand auf sich nehmen, liegt unter der Pauschale für eine ehrenamtliche Tätigkeit im sozialen Bereich. Herr Kaminski bezeichneten diese Diskrepanz als nicht vermittelbar.

Doch die meisten verzichten auf die ihnen zustehenden Gelder, um die Möglichkeit des Freizeitsports zu erhalten und handlungsfähig zu machen. Ein großes Danke schön an alle, die so ihren Vereinen die Treue halten!

Kinder malen. Krieg und Flucht – Ausstellung eröffnet

Das Abgeordnetenbüro der Grünen Abgeordneten Monika Lazar, MdB, Dr. Claudia Maicher und Wolfram Günther MdL  Lichtstr.1 im E-Werk, Di 7.30 – 11.30 Uhr und Donnerstag  14.00 – 17.00 Uhr geöffnet. (außer Do, 2.03.2017)…….

Kinder malen. Krieg und Flucht……

Da sind sie, die schwarzen Kreuze neben dem Schiff. Man will es nicht wirklich wahr haben, was die Kinder erlebt haben, an Bildern und Erfahrungen in sich tragen. Zu weit weg ist das alles von unserer wohl behüteten, friedlichen und mit allem bestens versorgten Welt.

Monika Lazar, Mitglied des Bundestages und Claudia Maicher, Mitglied des Landtages für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fanden die Idee, Kinderzeichnungen als Übermittler dieser Welt auszustellen, interessant. Denn was in Worten nicht ausgedrückt werden kann, findet manchmal seinen Weg über Bilder nach außen. Es hilft, zu erkennen und zu verstehen, und vielleicht auch dem Kind, wenigstens ein wenig das Geschehene zu verarbeiten.

Mit den Bildern wurde einmal mehr bewusst, welche Integrationsleistung die Kindereinrichtungen und Schulen leisten. „Wir wussten manchmal selber nicht, wie wir damit umgehen sollten.“ war die Aussage der DAZ- Grundschullehrerin. Auch sie nehmen es mit nach Hause, wenn ein Kind eine Hinrichtung malt. Oder das Baby, das auf der Flucht gestorben ist, mit im Bild erscheint.

Gerade in der Anfangszeit waren Wege zu finden, die Sprachbarrieren zu umgehen. Denn auch die Flüchtlingskinder sollten die Regeln und Möglichkeiten in den Einrichtungen kennen lernen. Da gehörte unendlich viel Geduld, Erfindungsreichtum und Einfühlungsvermögen dazu. Das bei uns die Frauen ganz selbstverständlich mit dazu gehören, wenn Verträge zu unterschreiben sind, war für manche ungewohnt: In den Heimatländern sind die Männer die Vertreter der Familie nach außen.

Die ErzieherInnen, LehrerInnen und HortnerInnen erleben jeden Tag neue Herausforderungen. Manchmal dauert es ein Jahr, bis ein Kind anfängt, selbst Deutsch zu reden, obwohl es schon lange alles versteht. Sie haben an Weiterbildungen teilgenommen, ihre Erfahrungen ausgetauscht, sich vernetzt. Das hilft ihnen und den Kindern.

Wenn Kinder dann wieder mit ihren Familien zurück reisen müssen, obwohl sie von brennenden Häusern und Gefahr für Leib und Leben im Heimatland erzählt haben, ist auch das schwer zu ertragen.

Wieviel aber auch die Kinder in der Gruppe und die Erzieherinnen von den neu nach Oschatz gekommenen Kindern und ihren Familien erfahren können und wie fröhlich das Miteinander sein kann, berichteten Erzieherinnen der Kita Spatzennest. Das macht Mut für die Zukunft in der Stadt. 

starke Stimme in der sächsischen Hochschulpolitik – Frau Prof. Schücking

Rektorin der Uni Leipzig gewählt − GRÜNE: Prof. Schücking wird weiter eine starke Stimme in der sächsischen Hochschulpolitik sein
 
Maicher: Ich freue mich, dass − nach dem gescheiterten Versuch im letzten Jahr, ihre Wiederwahl zu verhindern − Prof. Schücking nun als Rektorin gewählt wurde
 
 
Leipzig/Dresden. Der Erweiterte Senat der Universität Leipzig hat heute Prof. Beate Schücking erneut zur Rektorin der Universität Leipzig gewählt.
Hierzu erklärt Dr. Claudia Maicher, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:
„Ich gratuliere Frau Prof. Schücking herzlich zur Wiederwahl an die Spitze der Universität Leipzig. Ich wünsche ihr weiterhin viel Erfolg und Kraft bei ihrem Engagement für die Universität und deren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Studierende.“
„Ich freue mich, dass − nach dem gescheiterten Versuch im letzten Jahr, ihre Wiederwahl zu verhindern − Prof. Schücking nun als Rektorin im Erweiterten Senat gewählt wurde. Ich bin mir sicher, dass sie auch weiterhin eine starke Stimme in der sächsischen Hochschulpolitik sein wird. Das ist gut so.“
„Die sächsischen Hochschulen stehen auch in Zukunft vor Veränderungen und Herausforderungen. Die Zahl der Studierenden an der Universität Leipzig soll laut Hochschulentwicklungsplan bis zum Jahr 2025 um mehr als 6.000 sinken. Und trotz unzureichender Grundfinanzierung steigen die Aufgaben im Bereich Gleichstellung, Internationalisierung und Inklusion. Es gibt viel zu tun.“

 

Nitrat im Grundwasser – der Bericht

Nitrat ist im Grundwasser fast überall in zu hohen Anteilen vorhanden – das wissen wir nicht erst seit der Klage der EU gegen die Bundesrepublik Deutschland zu genau diesem Thema. Die Kosten der Klage wird der Steuerzahler übernehmen – doch sollte nicht lieber Geld in die Hand genommen werden, um eine neue, ökologisch verträglichere Landwirtschaft anzuschieben?

Zum Glück leben wir in einem Land, das die wirtschaftliche Kraft und die Infrastruktur für eine Daseinsvorsorge hat, in der die zu hohen Nitratwerte nicht in unserem Trinkwasser landen. Die vorsorglichen Grenzwerte werden dank der Technik immer eingehalten. Doch auch hier zahlt der Bürger über die Wassergebühr.

Moderator Wolfram Günter, MdL Bündnis 90 / Die Grünen, Sprecher u.a. für Landwirtschaft und Umwelt, und die Gäste konnten sich über eine sehr sachliche, vermittelnde und mit einfachen Worten wissenschaftliche Zusammenhänge erklärende Diskussion freuen, die sicher jedem der ca. 60 Besucher Wissenszuwächse gebracht und Fragen beantwortet hat.

Dr. Wagner vom Wassergut Canitz der Stadt Leipzig, auf dem seit 25 Jahren ökologisch zugunsten des Grundwassers produziert wurde, Herr Prof. Dr. Borchardt vom UFZ Magdeburg und Herr Baillieu von der Wassergesellschaft Oschatz –Döbeln  haben mit vielen Erklärungen die komplizierten Prozesse um dieses Thema veranschaulicht.

Nitrat ist auch in der Luft, in kleinsten Mengen sogar für unseren Körper gut – aber in größeren eben schädlich, in verschiedenen Zustandsformen wie Nitrit sogar krebserregend.

Und Nitrat  wirkt sich auf die gesamte Biodiversität der Pflanzen – u. Tierwelt aus – bis in unsere Meere.

Bodenprozesse laufen aufgrund der hohen Komplexität des Organismus Boden in sehr unterschiedlichen Zeiträumen ab.  Das kann sich zwischen 5 Tagen abspielen, bis man Nährstoffeinträge in tieferen, Grundwasser führenden Bodenschichten  nachweisen kann und  kann aber auch 30 Jahre dauern.  Natürlich ist der  ökologische Landbau für die Natur die verträglichste Landwirtschaft, denn sie hat auch noch den Vorteil der erhöhten Biodiversität – sprich mehr Insekten – mehr Vögel – mehr Niederwild – alles profitiert davon.

Dr. Wagner weiß, dass  auch die konventionellen Landwirte mit einem ausgewogenen Nährstoffmanagement eine Verringerung des Nährstoffeintrags erreichen können. Dazu gehört  grundlegendes Wissen der Zusammenhänge, was aber nicht immer vorhanden ist.

Herr Baillieu konnte von Verträgen berichten, die mit Landwirten abgeschlossen werden. Diese düngen in Trinkwassereinzugsgebieten weniger und bekommen die niedrigen Erträge finanziell ersetzt.  Was wäre, wenn der Gesetzgeber grundsätzlich für solche Gebiete ökologischen Landbau oder eine leicht negative Nährstoffbilanz vorschreiben würde? Durch die Höherwertigkeit der Lebensmittel aus ökologischem Landbau wären die finanziellen Verluste ausgleichbar – und der Bürger hat immer noch die Wahl. Doch viele haben schon gewählt und kaufen bewusster ein.

Prof. Dr. Borchardt wusste zu berichten, dass es in der Fläche von Deutschland ca. 1000 Grundwasserkörper gibt, 40%  von diesen sind schon mit Nitrat überlastet.
Auch Energiepflanzen sind ein schwieriges Thema, wobei die Folgen dieses einseitigen Anbaus, oft Jahr um Jahr auf einer Fläche, nicht ausreichend bedacht wurden. Die Grundwassererneuerungszeit liegt bei 20 – 200 Jahren, deswegen werden unsere Kinder die Folgen unseres Umgangs mit dem Boden erst wirklich zu spüren bekommen. Er verlangt gewässerschützende Anbaustrukturen je nach den regionalen Voraussetzungen.

Außerdem sieht Dr. Borchardt uns ebenso verantwortlich  in unserem Konsumverhalten für die Märkte außerhalb Europas, wo Regenwälder für den Anbau von Soja – das zu uns als Tierfutter kommt –  gerodet werden. Trotz der EU- Nachhaltigkeitsverordnung gibt es dort den Trend, den Soja auf Flächen anzubauen, die nicht nach 2008 gerodet wurden – aber für den Markt außerhalb Europas wird fleißig weiter gerodet.

Nicht zuletzt führt der Klimawandel auch zu Änderungen der Mineralisierungseffekte. In trockeneren Gegenden fehlt der Regen, der den Stickstoff schneller verteilt.

Umweltsünden wie eine riesige Klärschlammablagerung aus den 90-er Jahren in der Nähe von Mügeln beeinflussen das Bodenwasser noch einmal ganz spezieller Weise.

Herr Baillieu wünschte sich ganz einfach, dass wir als Bürger, Verbraucher und Umweltverschmutzer nichts ins Abwasser werfen, was dort nicht hineingehört. Chemikalien –u. Arzeneimittelreste gehören mit zu den größten Problemen in unseren Wassersytemen.

Herr Dr. Wagner wünschte sich für die weitere Landwirtschaft eine Gesamtlösung in der das System Landwirtschaft ganz neu aufgestellt wird.

Prof. Dr. Borchardt wünschte sich weniger undefinierbare Stoffeinträge und  gab den Rat, in Gebieten, wo es noch trockener wird – was auf Teile von Nordsachsen zutrifft – ökologischen Landbau zu betreiben.