Zukunft Windkraft? 25.05.2018 19.00 Uhr Hotel Wiesenhof Dahlen OT Schmannewitz Schulstr. 8

Windkraftanlagen sind ein heiß diskutiertes Feld. Um Argumente Für und Wider einmal umfassend zu erläutern, bieten Wolfram Günther u.a. umwelt-u. landwirtschaftspolitischer Sprecher und Dr. Gerd Lippold, Sprecher für Technologie, Wirtschaft und Energie in der Grünen Landtagsfraktion eine Diskussion darum an.

Mit vielen fachlichem Hintergrundwissen, Zahlen und Fakten ausgerüstet, stehen Sie am 25.05.2018 um 19.00 Uhr im Hotel Wiesenhof im Schmannewitz, Schulstr. 8,  dem interessierten Bürger Rede und Antwort. Die Moderation übernimmt Malte Reupert, Sprecher des KV Nordsachsen der Grünen.

Einladung zur Eröffnung der Karikaturenausstellung »Frauen, Gleichstellung und das Problem mit den Männern« am 24.05.2018, 17.00 Uhr im GRÜNEN Abgeordnetenbüro, E-Werk Oschatz

Politik muss kein trockenes Geschäft sein. Selbstironie und Heiterkeit sind ausdrücklich erwünscht!

Wir möchten Sie und Euch ganz herzlich zur Ausstellungseröffnung mit Karikaturen von Klaus Stuttmann, am 24. Mai 2018, 17.00 Uhr im GRÜNEN Abgeordnetenbüro Nordsachsen, Lichtstr. 1, 04758 Oschatz einladen.  Herr Stuttmann wird selbst anwesend sein, um die Wirkung seiner Bilder zu erkunden.

Die Landtagsabgeordnete Claudia Maicher zeigt Karikaturen über Frauen, Gleichstellung und das Problem mit den Männern. 30 Motive des in Berlin lebenden Karikaturisten Klaus Stuttmann nehmen die gleichstellungspolitischen Debatten der letzten Jahre aufs Korn und zeigen Frauen in der Politik – manchmal derbe, häufig politisch, immer bissig. Aus heutiger Nachbetrachtung funktionieren die tagespolitisch entstandenen Karikaturen auch als Chronik der Veränderung der politischen Kultur in Deutschland.

Wir laden Sie und Euch ein, bei Getränken mitzuschmunzeln und darüber mit der Abgeordneten ins Gespräch zu kommen, wie Politik gesellschaftliche Veränderungen gestalten kann.

»Frauen, Gleichstellung und das Problem mit den Männern«
Sommerempfang und Ausstellungseröffung im GRÜNEN Abgeordnetenbüro Nordsachsen, mit Karikaturen von Klaus Stuttmann
24.05.2018 (Donnerstag), 17.00 Uhr
E-Werk, Lichtstr. 1, 04758 Oschatz

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Ausstellung wird vom 24.05.2018 bis 09.08.2018, während der Öffnungszeiten des GRÜNEN Abgeordnetenbüros Nordsachsen, dienstags 07.30 – 11.30 Uhr und donnerstags 14.00 – 17.00 Uhr zu sehen sein.

100 Prozent Breitbandausbau? − GRÜNE: In Sachsen drohen etliche weiße Flecken − Zwischen 49 Prozent (Landkreis Mittelsachsen) und 72 Prozent (Landkreis Zwickau) der Haushalte betroffen

…Maicher: Kretschmer und Dulig versprechen wider besseres Wissen mit 100-Prozent-Glasfaser-Ausbau mal wieder das ‚Blaue vom Himmel‘
…Dresden. Nach der Einigung der Staatsregierung mit dem Bund über die vollständige Übernahme des kommunalen Anteils beim Breitbandausbau durch den Freistaat droht etlichen Haushalten im ländlichen Raum Sachsens trotzdem die Unterversorgung beim schnellen Internet.
Dieses Fazit zieht die Landtagsabgeordnete Dr. Claudia Maicher, netzpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, nach der Antwort von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf ihre diesbezügliche kleine Anfrage.
„Wenn die Staatsregierung ihre Breitbandstrategie nicht schnellstens nachbessert, drohen wieder etliche weiße Flecken beim schnellen Internet.“
Denn Gebiete, in denen mindestens 30 MBit/s Downloadgeschwindigkeit erreichbar sind, gelten laut der sächsischen Förderrichtlinie DiOS als versorgt. Dort wird der Breitbandausbau nicht weiter gefördert. Das betrifft zwischen 49,1 Prozent der Haushalte im Landkreis Mittelsachsen und 71,8 Prozent im Landkreis Zwickau, wie aus der Antwort von Minister Dulig hervorgeht. Für einen Teil davon wurde bei früheren Ausbauarbeiten durch Ertüchtigung von Kupferleitungen ein Anstieg der Downloadgeschwindigkeit auf theoretisch gerade so 30 MBit/s oder 50 MBit/s erreicht. Faktisch sind die Verbindungen oft langsamer. „Für viele Haushalte wird die Versorgung bald nicht mehr für eine normale Internetnutzung ausreichen“, befürchtet die Abgeordnete.
„Auch bei den laufenden Ausbauprojekten kann von einem 100-Prozent-Glasfaser-Ausbau keine Rede sein. Bei den aktuell von der Staatsregierung bewilligten Projekten werden 19 Prozent der Haushalte nur mit Kupferleitungen erschlossen. Auch bei künftigen Bewilligungen kann der Ausbau mit Kupferkabeln wegen der Technik-Neutralität nicht ausgeschlossen werden. Damit sind die von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und seinem Vize Dulig mehrfach verkündeten ‚100-Prozent-Glasfaser‘ nichts mehr als leere Versprechungen“.
„Das Ziel der Staatsregierung von flächendeckend 100 MBit/s bis zum Jahr 2025 ist mit den derzeit gültigen Förderrichtlinien der Bundesregierung und dem EU-Beihilferecht überhaupt nicht zu erreichen, vom konsequenten Ausbau von Gigabitgeschwindigkeit ganz zu schweigen. Ich finde es unverfroren, dass Kretschmer und Dulig dies nicht offen kommunizieren. Stattdessen bedienen sie wider besseres Wissen weiter Erwartungen der Kommunen und der Menschen in Sachsen, die seit Jahren auf eine flächendeckende Lösung für das schnelle Internet warten“, kritisiert Maicher.
„Dulig macht es sich zu einfach, wenn er allein von der Bundesregierung fordert, dass diese ihre Breitbandförderung neu auszurichten müsse. Die Staatsregierung muss schnellstmöglich eine Strategie für eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet auf den Tisch legen. Wir GRÜNE fordern die Staatsregierung auf, sich nicht mit dem Zwischenschritt von flächendeckend 100 MBit/s bis 2025 aufzuhalten und den konsequenten Ausbau von Gigabitgeschwindigkeit voranzutreiben.“
„Bisher haben Sachsens Ankündigungs-Weltmeister Kretschmer und Dulig zwar eine Studie zu den Bedarfen für eine Gigabitinfrastruktur angekündigt. Wann aber konkrete Kostenanalysen und transparente Förderszenarien vorgelegt werden, bleibt bisher unklar. Der Anschlussausbau muss jetzt organisiert werden. Und zwar so, dass nicht schon beim ersten Spatenstich klar ist, dass man damit nur einen überholten Standard bekommt.“
Laut Antwort von Wirtschaftsminister Dulig beträgt der Anteil der Verfügbarkeit mit mindestens 30 Mbit/s im Landkreis Bautzen 66,3 Prozent, im Erzgebirgskreis 59,3 Prozent, im Landkreis Görlitz 58,7 Prozent, im Landkreis Leipzig 53 Prozent, im Landkreis Meißen 63,5 Prozent, im Landkreis Mittelsachsen 49,1 Prozent, im Landkreis Nordsachsen 59 Prozent, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 61,4 Prozent, im Vogtlandkreis 63,7 Prozent und im Landkreis Zwickau 71,8 Prozent. In Sachsens Großstädten liegt die Verfügbarkeit von mindestens 30 Mbit/s in Chemnitz bei 78,4 Prozent, in Dresden bei 95,5 Prozent und in Leipzig bei 96,6 Prozent.
>> Antwort von Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) auf die Kleine Anfragen der Landtagsabgeordneten Dr. Claudia Maicher: (GRÜNE) ‚Breitbandförderung‘ (Drs 6/12885)
>> Dem Breitbandkompetenzzentrum Sachsen zufolge können ca. 65 Prozent der Haushalte im Freistaat mindestens 50 MBit/s nutzen (Stand Ende 2017). Die Versorgung mit 100-MBit/s-Zugängen liegt derzeit bei ca. 50 Prozent.
Hintergrund:
>> Sächsische Förderrichtlinie DiOS
>> Die Bundesregierung hat im September 2017 in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des sächsischen Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn (GRÜNE) konkrete Angaben gemacht, welcher Anteil der Haushalte mit 30, 50 oder 100 MBit/s versorgt ist.
Dabei verfügen nur 18 Prozent der ländlichen Haushalte, 43 Prozent der halbstädtischen Haushalte und 82 Prozent der Haushalte in den Großstädten über 50 MBit/s.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hatten mehrfach den 100-Prozent-Glasfaser-Ausbau angekündigt, z.B.:
>> Interview Kretschmer MDR Aktuell „Wir sind uns einig, dass der Breitbandausbau bis in jede Ecke unseres Landes, schnelles Internet auf Glasfaserbasis, gelingen muss.“ (6.12.2017 )
>> Martin Dulig, 20.12.17: „100 Prozent Förderung für 100 Prozent Glasfaser“

 

Veranstaltung: „Digitalisierung des Alltags – wie Bits und Bytes unser Leben verändern“ 15.05.2018 19.00 Uhr Bürgerhaus Delitzsch Securiusstr. 34

Wie wir einkaufen, wie wir Musik hören, wie regiert wird – die Digitalisierung verändert unser Leben. Sie ist kein Projekt, welches wir aussitzen können und das irgendwann abgeschlossen sein wird. Digitalisierung ist ein Prozess, der uns alle von nun an kontinuierlich begleitet und zu einem selbstverständlichen Teil unserer Arbeit und der gesamten Lebens wird. Sie betrifft alle Lebensbereiche, von der industriellen Produktion über die Energieversorgung und das Transportwesen bis hin zu Bildung und Gesundheit.

Aber was heißt das konkret? Wie verändert Digitalisierung bspw. die Energieversorgung? Was heißt Digitalisierung für uns als Autofahrer oder Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs? Wie erledigen wir in Zukunft unsere Bankgeschäfte und wie lernen unsere Kinder zukünftig?

Über diese und andere Fragen sowie die Chancen der Digitalisierung für die Entwicklung ländlicher Räume diskutieren mit Ihnen Dr. Gerd Lippold, technologiepolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion und Dr. Robert Greb, Geschäftsführer der Stadtwerke Delitzsch GmbH.

Der Eintritt ist frei. Im Falle von Nachfragen steht Ihnen Frau Uta Schmidt vom GRÜNEN Regionalbüro Nordsachsen gern zu Verfügung (Tel. 03435/6669713; E-Mail: abgeordnetenbuero@gruenesnordsachsen.de )

Aussage der CDU zum Stellenwert der B87 Leipzig -Taucha im Bundesverkehrswegeplan ist falsch

Entgegen der Aussage  von CDU-  Kreisverbands-Pressesprecher Björn Sitte gegenüber der LVZ ist  der Ausbau der B87 zwischen Leipzig und Taucha ist bei den neuen Vorhaben im Weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 verankert – und nicht, wie behauptet in dem Teil mit hoher Dringlichkeit.

Für alle, die diese Aussage selbst überprüfen wollen, finden sie diese im Bundesverkehrswegeplan Seite 140, unten unter Neue Vorhaben weiter Bedarf:

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/G/bundesverkehrswegeplan-2030-gesamtplan.pdf?__blob=publicationFile

Dies ist die am wenigsten dringliche Kategorie im Bundesverkehrswegeplan.

Die sächsischen Straßenprojekte, die nur in die Kategorie ‚Weiterer Bedarf‘ eingeordnet wurden, haben aller Erfahrung nach überhaupt keine Chance, bis zum Jahr 2030 angegangen zu werden. In der Periode des letzten Bundesverkehrswegeplans im Zeitraum 2003 bis 2015 ist nicht ein einziges sächsisches Projekt aus dieser Kategorie realisiert worden. Selbst von den sächsischen Straßenprojekten aus der Kategorie ‚Vordringlicher Bedarf‘ wurde damals die Hälfte nicht gebaut.

Das Thema B87N im Bereich Taucha liegt schon seit mehr als 10 Jahren ohne erkennbare Fortschritte auf den Tischen der verschiedenen, für die Vorplanungen zuständigen Behörden. „Liebe Kollegen von der CDU, verplempern Sie doch bitte Ihre Energie nicht für die Wahrung des Scheins, sondern stecken Sie diese doch bitte in realistische und sinnvolle Projekte für die Region. Unser Landkreis braucht die Zusammenarbeit für die Sache über die Parteigrenzen hinweg.“ unterbreitet Malte Reupert, Sprecher des Kreisverbandes Bündnis 90 /Die Grünen Nordsachsen, ein Angebot.

Malte Reupert KV Nordsachsen Bündnis 90 / die Grünen

 

 

„Laut war gestern“ ???

Barbara Scheller wird die Grünen am 25.April zum  Tag des Lärms in Prösitz vertreten.

„Laut war gestern“ unter diesem Motto treffen sich Bürger an der Mutzschener Autobahnbrücke, denen die Lärmbelästigung auf den Nägeln brennt. Zum 21. Mal ruft die Deutsche Gesellschaft für Akustik zum Tag des Lärms auf. Das Künstlergut Prösitz koordiniert in altbewährter Weise die Aktion vor Ort.  „Das Lärm krank macht, das hat sich inzwischen schon herumgesprochen, aber Lärmminderung konsequent umzusetzen, dazu ist es noch ein großer Schritt. Damit das Problem nicht aus dem Blickfeld gerät, sehe ich die Teilnahme am Lärmaktionstag für sehr wichtig an. Immerhin  gibt es inzwischen vielerorts schon Lärmkartierungen, die in einen Lärmaktionsplan münden“, betont die Grüne Barbara Scheller. „Bürger , die an Verkehrskontenpunkten leben, sind dem krankmachenden Lärm ausgeliefert, den der vorbeirollende Verkehr verursacht. Deshalb ist es wichtig immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, bis wir eines Tages sagen können: ´Laut war gestern´“ , appelliert Barbara Scheller. 14 Uhr ist der Treffpunkt an der Autobahnbrücke der A14 Abzweig Mutzschen.

Unsere Landtagsfraktion arbeitet ständig an diesem Thema. >> 

Steinschüttungen an der Elbe und sinkender Wasserstand in Altarmen – 2 Seiten einer Medaille

Grube Döbern und die Altarme der Elbe erhalten  – ´Urzustand´ nur durch eine Biosphärenreservatserweiterung

In der letzten Woche berichtete die TZ über die Austrocknung der alten Elbe bei Döbern und sinkende Grundwasserspiegel. Wichtigste Ursache sei, dass sich die Elbe immer tiefer in ihr Flussbett „eingräbt“. Dabei wurde durch den Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, aber auch durch den Vertreter des Anglerverbandes behauptet, dass dies ein unabänderlicher natürlicher Prozess ist. Das stimmt aber nur zum kleineren Teil: weit größer sind die vom Menschen gemachten Einflüsse: nämlich das Einzwängen der Flüsse in ein starres gebautes Bett.

Mitnichten ist der sinkende Grundwasserspiegel ein Laune der Natur, wie er auch zur Austrocknung der Grube Döbern führte.
Natürlich spielen lange Trockenphasen dort mit hinein, aber ursächlich an dem sinkenden Grundwasserstand sind die Ufersicherungen der Elbe mit Steinschüttungen wie gerade bei Döbern. Es kommt dabei zu einer höheren Fließgeschwindigkeit und diese führt wiederum dazu, dass die Elbe sich in bestimmten Bereichen noch mehr eintieft.  Am Ende sinkt im gesamten Umland auch der Grundwasserstand.

Die Aussage des Schifffahrtsamtes, dass das befestigte Ufer „der „Urzustand“ sei, ist selbstredend falsch: Der Urzustand ist das unbefestigte, im Laufe der Zeit veränderliche Ufer. Und das wäre – mit Ausnahme einiger Flussabschnitte, die von der anliegenden Bebauung sensibel sind, auch der bessere Zustand – für die Natur, die Staatskasse, den strategischen Hochwasserschutz und für eine schönere Flusslandschaft. Wir fordern die Landesregierung und das Wasser- und Schiffahrtsamt auf, endlich konsequent umzudenken und den Fluss als Naturraum zu begreifen, der seine Uferlinie an vielen Stellen auch mal  auf natürlichem Wege verändern darf.


Die Elbe als Bundeswasserstraße mit einem Behördenapparat ist nicht vor den Fehlern an Wasserstraßen in den alten Bundesländer gefeit.  Gegensteuern könnte hier nur die Zielsetzung Biosphärenresevatserweiterung, wie von Bündnis 90 /Die Grünen, BUND, NaBu -Vertretern bei einer Veranstaltung im Januar gefordert. Mit diesem Schutz können solche Altarmrefugien erhalten werden, was in allen anderen Elbanliegerbundesländern schon praktiziert wird.

In Sachsen liegen die Prioritäten aber anders und man scheint immer noch an eine Sinnhaftigkeit des Ausbaus der Elbe für ganzjährige Schiffbarkeit zu glauben und zu arbeiten. Nur allein der Bürger kann hier für andere Prioritätensetzungen sorgen. Tausende Elberadwegbesucher tun dies schon jedes Jahr.

Malte Reupert KV Nordsachsen Bündnis 90 / die Grünen

Wir trauern um Rudolf Hauck

Am 10. April verstarb unser Mitglied Rudolf Hauck fünfundachtzigjährig. Bis ins hohe Alter von achtzig Jahren war er  für unseren Kreisverband in vorderer Front aktiv. Rudolf hat Lampersdorf zu seiner Wahlheimat gemacht und dort mit seiner Familie gelebt. Über die Grenzen von Lampersdorf hinaus hat er sich für unsere Umwelt und das Bürgerrecht stark gemacht.  Er war ein Christ, der Gottes Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung ernst nahm.  Er war ein Bürgerrechtler, stürmte 1989 mit Freunden die Stasi in Oschatz  und saß  für uns am Runden Tisch. Er war ein engagierter Umweltschützer und ein Förderer der Windkraft in Sachsen. Er fühlte sich verantwortlich, wo andere schwiegen. Er setzte auf „Windkraft gegen Sondermüll“ und war der Motor für diese Bürgerinitiative, die der Region die Augen öffnete, was eine Sondermülldeponie bedeutet. Für mich persönlich, als Kreissprecherin der Grünen, war er ein väterlicher Berater mit politischem  Fingerspitzengefühl. Ich bin Gott dankbar für die Zeit, die ich mit Rudolf Hauck teilen durfte.

Barbara Scheller

 

 

 

 

2014, Rudolf Hauck und der Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Nordsachsen.

Foto: Mattias Schulz, Schildau

Presemitteilung KV Nordsachsen: B87 durch Taucha – schnelle Lösung existentiell

Eine Entlastung der Stadt Taucha vom Duchgangsverkehr auf der Straße ist notwendig und erhöht die Lebensqualität für Taucha deutlich. Hier müssen den jahrelangen Debatten endlich auch Entscheidungen und die Umsetzung folgen!

Da auch der Landkreis Nordsachsen ein Teil der Metropolregion Leipzig ist, viele Nordsachsen in Leipzig arbeiten und viele nordsächsische Betriebe in Leipzig Aufträge ausführen, ist der Abschnitt der 87n durch Taucha für den gesamten Landkreis eine Lebensader.

Auch für uns Grüne ist klar: der Straßenverkehr ist wichtig und unverzichtbar – es kommt darauf an ihn so zu gestalten, dass die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt verringert werden.

Deshalb weisen wir darauf hin: Eine höhere Attraktivität von S-Bahn und Straßenbahn durch dichtere Taktung, ein einfacheres Tarifsystem und verbesserte Bedingungen für die Fahrradmitnahme würden sofort zu einer Entlastung beitragen!

Wir plädieren dafür, die Trasse zweispurig als Tunnel  auszuführen.

Auf Teilabschnitten kann sicher auf das schnellere und kostengünstigere Konzept eines „gedeckelten Einschnitts“ zurückgegriffen werden. Dafür wird die Straßenführung nur soweit in die Erde versenkt, dass sie mit einem Betondeckel verschlossen wird. Dieser kann dann bebaut, überfahren oder bepflanzt werden.

Da ein Tunnel mit Tempo 80 und ohne Ampeln den Durchgangsverkehr erheblich beschleunigt, wird er auch deutlich mehr Verkehr bewältigen als der heutige Straßenverlauf der B87. Auch deshalb ist die kostengünstigere Zweispurigkeit völlig ausreichend.

Wir fordern die Staatsregierung auf, umgehend eine möglicheTrassenführung zu planen und in Berlin dafür intensiv zu werben, dass die Baumaßnahme in greifbare Nähe rückt. Dies ist für den strukturschwachen Teil des Landkreises von großer Bedeutung!

Malte Reupert, Sprecher KV Nordsachsen

Anhörung im Sächsischen Landtag zum Insektensterben -Reaktion von 3 Experten in einer PM auf CDU-Aussagen

….Gemeinsame Medienmitteilung von iDiv, Senckenberg und UFZ

….Wissenschaftler sind sich einig: Die Zeit zum Handeln ist jetzt

Auch Schwebfliegen bestäuben viele Pflanzen. Hier sieht man Hainschwebfliegen auf einer Königskerze. (Foto: Reinart Feldmann / UFZ)

Auch Schwebfliegen bestäuben viele Pflanzen. Hier sieht man Hainschwebfliegen auf einer Königskerze. (Foto: Reinart Feldmann / UFZ)

Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber in unseren Ökosystemen. Das Foto zeigt einen Dickkopffalter auf einer Margerite. (Foto: Reinart Feldmann / UFZ)

Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber in unseren Ökosystemen. Das Foto zeigt einen Dickkopffalter auf einer Margerite. (Foto: Reinart Feldmann / UFZ)

Anhörung im Sächsischen Landtag zum Insektensterben

Dresden. Im Rahmen einer Anhörung im Sächsischen Landtag am 2. März 2018 zu den Ursachen des Insektensterbens und möglichen Gegenmaßnahmen wurden unter anderem Wissenschaftler von iDiv, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und dem UFZ gehört. Einhellig betonten sie die Notwendigkeit, zügig zu handeln. Nach Aussage der Wissenschaftler sind sowohl Ausmaß und Tragweite des Insektenschwunds als auch dessen wesentliche Ursachen unbestritten.

Auf Basis zweier Anträge der Landtagsfraktionen „Bündnis 90/Die Grünen“ und „Die Linke“ im Sächsischen Landtag hat der Landtagsausschuss für Umwelt und Landwirtschaft am 2. März in Dresden eine öffentliche Anhörung von Sachverständigen durchgeführt. Insgesamt acht Sachverständige waren dazu erschienen, unter ihnen Prof. Dr. Christian Wirth von der Universität Leipzig und dem Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv [1], Dr. Matthias Nuss vom Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden [2] und Prof. Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) [3].

Die gesamte Anhörung zeichnete sich durch eine große Themenvielfalt und große inhaltliche Substanz der Beiträge aus. Die anschließende Fragerunde war aus Sicht der Wissenschaftler ausführlich und konstruktiv. Es herrschte Einigkeit unter den Sachverständigen darüber, dass es einen drastischen Insektenschwund in Deutschland gibt. Wissenschaftliche Analysen kommen zu den eindeutigen Ergebnissen, dass viele Arten lang- und kurzfristig seltener werden, regional oder gar national aussterben und die Biomasse der Insekten großräumig stark zurückgeht – mit erheblichem Einfluss auf die Nahrungsketten in der Natur. Die Sachverständigen stimmten mehrheitlich überein, dass diese Entwicklungen einen Handlungsdruck begründeten. Ein großer Teil der Verantwortung läge in der Art und Weise, wie derzeit Landnutzung betrieben wird – von der Agrarlandschaft bis zum Privatgarten, und den Rahmenbedingungen, welche die Landwirtschaftspolitik vorgibt. Zu nennen sind hier der Verlust von Kleinstrukturen in der Landschaft und damit die zunehmende Isolierung von Lebensräumen; eine Dominanz nur weniger Kultursorten, welche das Überleben traditioneller Pflanzen- und Tierarten in Agrarlandschaften nur schwer ermöglichen; sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im agrarischen, forstlichen und privaten Bereich, die in der Regel nicht spezifisch auf Schaderreger sondern auch auf andere Organismen einwirken. [4] [5]

Prof. Dr. Christian Wirth, Dr. Matthias Nuss und Prof. Dr. Josef Settele betonen: „Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten massiv Insekten verloren – das zeigen die Daten eindeutig. Die intensive Landnutzung ist eine der wichtigsten Ursachen für diesen Rückgang. Insekten leiden unter Pestiziden und finden immer weniger Nahrung und Nistmöglichkeiten. Um das Problem zu begrenzen, empfehlen wir, jetzt zu handeln. Wir haben konkrete Vorschläge gemacht, wie die Politik reagieren kann.“

Die Handlungsempfehlungen der drei Wissenschaftler im Rahmen der Anhörung sind im Wesentlichen:

 

1)   Handeln jetzt:

a)   Entwicklung und Optimierung vorhandener Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in Sachsens Agrarlandschaft [5][6];

b)   Verbesserung der Beratung der Landwirte zum Schutz der Biodiversität.

 

2)   Sachsen-spezifische Untersuchungen/Aktivitäten:

a)   Sachsen-spezifische Zusammenstellung des handlungsrelevanten Wissens, ähnlich dem Sachstandsbericht des Weltbiodiversitätsrates – IPBES [5];

b)   Förderung und zeitnahe Durchführung von systematischen Wiederholungsinventuren an sächsischen Standorten mit hochwertigen ökologischen Daten;

c)   Praxis-orientierte Begleitforschung bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen gegen den Insektenschwund.

 

3)   Nationales Monitoring: Ein nationales Monitoring – wie von der CDU favorisiert – ist perspektivisch wichtig. Es wird aber voraussichtlich nicht die erhoffte Ursachenanalyse leisten. Der Zeitdruck erlaubt auch nicht, auf die Ergebnisse zu warten, die kaum vor 2027 vorliegen werden. Das bundesweite Monitoring ist keine Alternative zu (1) und (2).

 

Quellen:

[1] Präsentation von Prof. Dr. Christian Wirth: www.idiv.de/fileadmin/content/iDiv_Files/Documents/180305/Wirth_Insektensterben_Saechs-Landtag_2018_03_02.pdf

[2] Präsentation von Dr. Matthias Nuss: www.idiv.de/fileadmin/content/iDiv_Files/Documents/180305/Nuss_Insektensterben_Saechs-Landtag_2018_03_02.pdf

[3] Präsentation von Prof. Dr. Josef Settele: www.idiv.de/fileadmin/content/iDiv_Files/Documents/180305/Settele_Insektensterben_Saechs-Landtag_2018_03_02.pdf

[4] Expertenmeinungen zum Insektensterben im Science Media Center: www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/research-in-context/details/news/rueckgang-der-insektenbiomasse-um-ueber-75-prozent/

[5] Assessment-Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES zum Zustand der Bestäuber: www.de-ipbes.de/media/content/Bestaeuber-Broschuere_ipbes_KS.pdf

[6] Zusammenfassung des Fitness-Checks der EU-Agrarpolitik: www.idiv.de/fileadmin/content/Files_CAP_Fitness_Check/Zusammenfassung_Fitness-Check_15_01_2018_FINAL.pdf

 

Ansprechpartner:

Dr. Matthias Nuß
Sektionsleiter Schmetterlinge
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel.: +49 351 79 58 414 337
E-Mail: matthias.nuss@senckenberg.de
Web: www.senckenberg.de/dresden/zoology/lepidoptera

 

Prof. Dr. Christian Wirth
Abteilungsleiter Spezielle Botanik und Funktionelle Biodiversität an der Universität Leipzig
Geschäftsführender Direktor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig
Max Planck Fellow am Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena
Tel.: +49 341 97 38591
E-Mail: cwirth@uni-leipzig.de
Web: biologie.biphaps.uni-leipzig.de/de/institut/ag/spezbot/mitarbeiterinnen/christian-wirth/

 

Dr. Volker Hahn
Abteilung Medien und Kommunikation
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig
Tel.: +49 341 9733154
E-Mail: volker.hahn@idiv.de
Web: www.idiv.de/de/gruppen_und_personen/mitarbeiterinnen/mitarbeiterdetails/eshow/hahn_volker.html

 

Prof. Dr. Josef Settele
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Department Biozönoseforschung
E-Mail: josef.settele@ufz.de
Web: www.ufz.de/index.php